Phimai – das kleine Angkor Wat von Thailand

Phimai – das kleine Angkor Wat von Thailand

Der Ort ist klein, die Atmosphäre ruhig, die Landschaft von den Schlingen des Moon – Flusses geprägt. Doch in Phimai finden sich besondere Zeugnisse der Geschichte in Südostasien, weshalb ein Besuch dort empfehlenswert ist. Besiedelt bereits seit der Jungsteinzeit, hatte Phimai seine größte Zeit als westliche Grenzstadt des Khmer – Reichs etwa im 9. bis 13. Jahrhundert. Heute sind die Tempel – Ruinen von Phimai die bedeutendsten Hinterlassenschaften der Khmer in Thailand.

Ruinen in der Isan – Hochebene – der Phimai Tempelkomplex

Phimai ist etwa 60km nordöstlich von Nakhon Ratchasima (Khorat) am Moon – Fluß gelegen. Bereits bei der Anreise mit dem Bus geht es zuerst an den Tempelruinen vorbei, die heute den „Geschichtspark Phimai“ bilden. Dann hält der Bus am Uhrturm, der die markanteste „Landmarke“ im Zentrum von Phimai darstellt. Linkerhand ist das Gelände recht offen und weit – hier ist Platz für den Nachtmarkt und es findet sich auf einem Hügel eine Gebäuderuine, von der kaum noch erkennbar ist, welchem Zweck sie einst gedient haben mag.

Auf der rechten Seite ist dagegen entlang der Hauptstraße ein geschlossenes Viertel mit Geschäften und dahinterliegender Wohnbebauung. Zurück zur Kreuzung, die Querstraße links und in eine etwas versteckte schmale Gasse, dort finde ich mein kleines, zurückgesetztes und dadurch sehr ruhiges Guesthouse. Ein helles, sauberes und gemütlich eingerichtetes Zimmer mit Duschbad – angenehme Bedingungen für den Aufenthalt in Phimai. Auf der schattigen Terrasse vor dem Haus sitzen ein paar andere Traveller, einige tauschen sich über ihre Erkundungen aus oder kritzeln in Tagebüchern, einer spielt ziemlich gut auf der Gitarre. Ich mache mich gleich mal auf eine erste Erkundungstour.

Uhrturm von Phimai

Steingebilde im Abendlicht

Der Tempelkomplex liegt im nordwestlichen Quadranten der von der Uhrturm – Kreuzung abzweigenden Straßen. Kann man wirklich so sagen – die Straßen sind weitgehend wie mit dem Lineal gezogen. Vermutlich schon immer so, denn die Tempelanlage ist ebenfalls geradlinig und rechtwinkelig. Nach einem Lemonsoda, so wie ich es mag – kühles Sprudelwasser aus einer Pfandflasche und aufgeschnittene Lemonscheibchen – umrunde ich die Tempelruinen von außen. Die Besichtigung hebe ich mir für den nächsten Tag auf, da ich dafür mehr Zeit haben möchte. Bereits jetzt, in der tiefstehenden Abendsonne mit kräftigem warmen Licht bin ich von den Ruinen ziemlich beeindruckt. Zumal wenn ich bedenke, daß diese bereits um die 1000 Jahre alt sind. Drinnen sehe ich jugendliche Thai in den Gängen und an Fensterlöchern herumklettern – wohl ein Klassenausflug mit Geschichtsunterricht.

Geschichtsunterricht auf historischen Steinen
Geschichtsunterricht auf historischen Steinen

Erkennbar ist die konzentrische Anlage des Tempelbezirks. Torgebäude liegen genau in der Flucht mit dem Heiligtum im Zentrum, so daß Sichtachsen exakt auf diesen Kegelturm hinlaufen. Gänge der inneren Gebäude sind ebenso strikt geradlinig. Die südliche Achse läßt sich leicht bis zum „Pratu Chai“, dem Siegestor verlängern. Es heißt, daß Phimai von dort über eine 225km lange Straße mit der Hauptstadt des Khmer – Reichs in Angkor Wat verbunden war.

Sichtachsen auf das Heiligtum im Tempel von Phimai

Die historischen Tempel – Anlagen von Phimai

Etwa im 10. Jahrhundert vermutlich unter dem König Jayavarman VI. wurden die Tempel von Phimai als ein geistliches Zentrum des Khmer – Reichs von Angkor errichtet. Im elften Jahrhundert unter dem König Jayavarman VII. wurde die Stadt Phimai befestigt. Die Lage in einer Flußbiegung des Moon – Flusses begünstigte von vorn herein die Verteidigungsfähigkeit. Mit den Tempeln entstand auch eine Stadt mit Namen Vimai oder Vimayapura. Stadtmauern und Tore nach West, Nord und Süd (Pratu Chai) umschlossen die gesamte Siedlung. Eine Befestigung nach Osten ist möglicherweise im Laufe der Zeit den Fluten des Moon zum Opfer gefallen. Die leichte Abweichung nach Südost der ganzen Anlage erklären Historiker mit der exakten Ausrichtung auf Angkor Wat.

Stadttor Pratu Chai in Richtung Angkor Wat
südliches Stadttor Pratu Chai mit Ausrichtung auf Angkor

Der Tempel von Phimai selbst wurde seit Beginn des 20. Jahrhunderts „wiederentdeckt“ und in den 30er Jahren unter Schutz gestellt. Seit den 1950er Jahren laufen Restaurierungsarbeiten. Es entstand der Geschichtspark Phimai, für den ein Eintritt erhoben wird.

Eingangsbereich zu den Tempelanlagen
Eingang zum Tempel
Löwe als Bewacher am Eingang der Tempel - Anlagen von Phimai
Bewacher am Eingang

Im innersten Zentrum der Tempel von Phimai

Das Tempelinnere wird von Mauern aus Buntsandstein umgeben. Schon die Farbspiele mit roten, gelblichen und weißen Steinen lassen die Anlage sehr lebendig wirken. Um zum Heiligsten, dem rund 28m hohen Turmbau zu gelangen, muß man mehrere Mauer – und Gebäuderinge durchqueren, die jeweils Rechtecke bilden. Dazwischen liegen große Freiflächen, teilweise mit eingelassenen Wasserbecken. Im Prang Bramadhat findet sich eine Statue von König Jayavarman VII. An vielen Stellen kann man gut erhaltene sehr detailreiche Steinmetzarbeiten sehen. Sehr angenehm ist die Abwechslung von offenen Ansichten, engen Steingängen und von Bäumen überschatteten Bereichen, so daß die Besichtigung trotz südost – asiatischer Hitze nicht zur Tortur wird.

Phimai innerer Tempel mit zentraler Sichtachse
Der Zugang zum inneren Tempel
Jayavarman VII Statue im Prang Bramadhat
Jayavarman VII
Das Heiligtum der Tempel von Phimai
Das Heiligste im Tempel von Phimai

Das Phimai Nationalmuseum

Ein Phimai National- Museum ergänzt die originalen Zeugen der Außenanlagen mit Exponaten wie Buddha- Statuen, geschnitzten Türstürzen und Skulpturen, die nicht weiter der Witterung ausgesetzt werden sollen oder auch aus der weiteren Umgebung von Phimai zusammengetragen wurden. Das Museum liegt außerhalb des Geschichtsparks an der Straße nach Nakhon Ratchasima kurz vor der Tha Songkhram – Brücke über den Moon.

Steinmetz - Arbeiten in Phimai: Detail Tänzer auf Türsturz
Bildhauer - Details am Phimai Tempel
Bildhauerei – Details

Der größte Banyan – Baum von Thailand

Ein Fahrrad ist in Phimai keine schlechte Sache. Manche Unterkünfte bieten diese gleich mit an. Dann kannst Du auch mal ein wenig raus entlang der Flußschlingen des Moon – Flusses fahren. Nordöstlich des Stadtzentrums findest Du auf der Insel Sat Ngam im Moon den wohl ältesten und größten heiligen Banyan (Ficus benghalensis) von Thailand. Dieser soll etwa 350 Jahre alt sein. Die Krone erstreckt sich fast über die ganze Insel mit einem Durchmesser von 85m. Es ist ein angenehmes Vergnügen, im Schatten der Baumkrone zwischen dem Gewirr aus Luftwurzeln dahinzuschlendern und auf die teichartigen Flußbiegungen hinabzuschauen, in denen dicke Karpfenfische auf Fütterungen der Einheimischen warten. Viele Thai nutzen die Picknick – Plätze unter dem Baum, manche suchen auch die versteckten Gebetplätze auf oder bieten die Vorhersage Deines Schicksals aus Deinen Handlinien an.

Thailands größter Banyan - Baum (ficus benghalensis) in Phimai
Banyan – Baum am Ufer des Moon – Flusses
Betplatz unter der Krone des Banyan - Baumes
Betplatz unterm Banyam Baum

Nachtmarkt und Aerobic

Wie fast überall in Thailand gibt es auch in Phimai einen Nachtmarkt. Dort am Abend zu schlendern ist ganz angenehm, zumal nicht ganz so ein Gedränge herrscht wie in einigen Großstädten. Auf dem großen Platz am Uhrturm kann es sein, daß Du auf die thailändische Variante von Aerobic (oder wie die Tanzgymnastik aktuell gerade in der westlichen Hemisphäre genannt wird) triffst – öffentlich von dutzenden Bewegungsbegeisterten dargeboten.

Abendliche Tanzgymnastik in Phimai

Anreise nach Phimai

Die kleine Stadt Phimai in der Korat – Ebene erreichst Du per Bus aus Nakhon Ratchasima (Khorat), dort vom neuen Busterminal 2 am Highway 2. Busse fahren tagsüber sehr häufig, bis zum Halbstundentakt. Es sind ca. 60km, wofür die Busse etwa 1 1/4 Stunde benötigen.

Karte Phimai - Lage in Thailand

Vom Busterminal in Khorat kannst Du direkt weiter nach Bangkok, Nong Khai, Chiang Mai und in andere thailändische Städte fahren. In Phimai ist es am Besten, am Uhrturm den Bus zu verlassen – da bist Du gleich im Zentrum. Für die Rückfahrt kannst Du dort auch auf einen Bus in der Gegenrichtung warten (Linksverkehr beachten!)

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Unterkünfte in Phimai – Hotels und Guesthouses

Das Benya Guest House* liegt nahe am Eingang zum Historical Park in Phimai. Kleine gemütliche Zimmer mit ordentlichen Duschbädern und frei verfügbare Fahrräder machen den Aufenthalt sehr gemütlich und unkompliziert. Die Managerin spricht gutes Englisch und ist sehr bemüht um das Wohlbefinden ihrer Gäste. Traveller treffen sich gern auf der Terrasse vor dem Haus und tauschen sich über ihre Erfahrungen und Tips aus.

Im Moon River Resort* können die Gäste die Flußlandschaft genießen. Unterkunft bieten mehrere verschiedene klimatisierte Bungalows mit moderner Ausstattung. Auf einer Terrasse läßt sich der Abend in Ruhe verbringen. Frühstück wird angeboten. Fahrräder stehen den Gästen frei zur Verfügung. Bei passenden Wasserbedingungen gibt es sogar die Möglichkeit, an einem eigenen Flußstrand im Moon – Fluß zu baden. Bis zum Phimai Historical Park sind es ca. 10 min. zu Fuß. Wellnessangebote wie Massagen werden vermittelt.

Das Rabbit Hotel Phimai* bietet klimatisierte Zwei- und Dreibettzimmer für seine Gäste. Die Zimmer verfügen über eigene Bäder, Schreibtische und Kühlschränke. Vom historical park ist das Rabbit Hotel etwa 1km entfernt.

Das Baan Lita Hotel* liegt ruhig etwas außerhalb und rund 1,3km von den Tempelanlagen von Phimai entfernt. Die gut ausgestatteten klimatisierten Zimmer verfügen über Bad, Kühlschrank und Schreibtisch. Zur Hotelanlage gehört auch eine Terrasse und ein Garten. Die gepflegte Anlage ist eine der best – bewertetsten in Phimai.

Das aktuelle Wetter in Phimai

Wie sich das Wetter heute in Phimai zeigt und die Aussicht für die nächsten drei Tage veranschaulicht die kleine Übersicht auf der linken Seite.

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