Von Saint Malo nach Roscoff – Mit dem Fahrrad durch die Bretagne

Von Saint Malo nach Roscoff – Mit dem Fahrrad durch die Bretagne

Per Fahrrad durch Frankreichs Norden – Teil 3

Nach einer ruhigen Nacht im Windschatten des „adligen“ Deichs wache ich auf. Nein, ich habe nicht von der Baroness geträumt, die den Deich gestiftet hat. Es ist schon hell und die Sonne hat ihre Bahn bereits ein Stück erklettert. Kein Wunder, im Frühsommer sind die Nächte kurz. Doch bisher ist alles ruhig, auf dem Radweg oben auf dem Deich sind nur ein oder zweimal bereits Radfahrer vorbeigerauscht. In aller Ruhe packe ich meine 7 Sachen zusammen und schiebe das Rad wieder nach oben. Dann beginnt meine heutige Tagesetappe, weiter in Richtung Westen am Ufer der ausgedehnten Bucht von St.Michel entlang.

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Fortsetzung vonMit dem Rad durch Frankreich Teil 1 und Teil 2

Nach einigen Kilometern auf dem Deich endet der Baumbestand mit Pappeln und die jetzt breite Deichkrone liegt offen mit üppigem Gras bewachsen, welches vom Morgentau noch naß ist. Meerseitig steht eine kleine Kapelle, deren Türen sind aber verschlossen. Nur kleine Zieröffnungen in den Türen lassen einen Blick ins Innere zu. Gegenüber liegt ein Teich, auf dem Bleßrallen schwimmen. Nach genauerer Beobachtung entdecke ich auch ein paar Zwergtaucher und versuche mich in Vogelfotos, aber die Entfernung ist für gute Aufnahmen mit meinem Allerwelts – Zoom doch zu groß. Am Radweg stehen ein paar Picknick- Bänke und ich nutze die Gelegenheit gleich für mein morgendliches“Energie-Frühstück“.

Baia de Mont Sant Michel - Eglise
Kapelle auf dem Deich
Baia de Mont Sant Michel - Eglise Blick ins Innere
Blick durchs Türloch
Baia de Mont Sant Michel - Deichweg
Deichweg

Und immer weiter geht es auf dem Deich entlang, der jetzt allerdings um einiges flacher ist. Der Erdwall erhebt sich nur noch rund 1,5m über das weite Marschland, welches sich in Richtung Norden bis zu einem kaum wahrnehmbaren Meersaum erstreckt. Nach ein paar Kilometern stoße ich auf die ersten Häuser eines langgezogenen Dorfes an diesem Küstenstreifen, Cherueix. Nur an der Kirche gibt es so etwas wie einen kleine Ortskern, wie üblich mit Mairie, einem kleinen Tante-Emma-Laden, einem geschlossenen Restaurant und einer Poststelle. Neu sind allerdings die „Breizh“-Souveniere im Laden. Kleine Wimpel und Flaggen, Basecaps, T-Shirts und Strandtücher mit den bretonischen Schwarz-Weiß-Streifen mit Mühlenflügeln – die Symbole der Bretagne. In der Straße dahinter ein „Strandzugang“, daneben noch ein kleines Imbiß-Restaurant. Da kostet mein petit Morgenkaffee gleich mal 1,60, üblich sind sonst 1,10 bis 1,20…

Die Küstenlinie kann ich hier schon bis Cancale im Nordwesten einsehen – der weite Bogen der Bucht von Mont St.Michel erstreckt sich flach in der aufsteigenden Sonne. Eigentlich schneidet mein track diese Halbinsel von St.Malo ab und führt in südwestlicher Richtung quer zur Brücke von Port St.Hubert. Doch irgendwie habe ich eine romantische Vorstellung von St. Malo und will dort gern mal hin. Das hört sich so nach einem alten Seeräuber – Nest an, keine Ahnung, wo diese Idee herkommt. Also folge ich, etwas Gedankenverloren, einfach dem Küstenweg in Richtung Cancale. Hier kommen schon öfter mal andere Radfahrer mit Gepäck – das hatte ich auf der ganzen rund 700 km langen Strecke von Luxemburg bisher nicht. Außerdem sehe ich auf dem Uferpfad sogar einzelne Fernwanderer mit Rucksack und Gitarre, die ebenso wie ich dem Uferweg folgen.

Baia de Mont Sant Michel - Mühlen am Deich
Bretonische Mühlen

Bei Le Vivier sur Mer kommen mir auf einer überbreiten Asphaltpiste auf dem Strand große Amphibien-Fahrzeuge entgegen, die aussehen, wie große Schiffe, aber auf dicken Traktor – Rädern rollen. Ich kenne mich damit nicht so aus, aber ich denke, das es sich dabei um Krabbenfischer handelt.

Das Wetter ist bestens, die Sonne scheint, es weht zwar etwas Wind (wie immer von vorn), aber das geht noch. Langsam komme ich auf dem flachen Weg um die Bucht näher an Cancale. Doch dort muß ich einen Anstieg hoch und der schöne Radweg endet. Es bleibt mir nichts, als ein Stück die vielbefahrene Straße zu nehmen. Dann entdecke ich eine Seitenstraße, die mich wieder näher an die Küste heranbringt. Auf einem Aussichts-Parkplatz ist schon richtig was los, einige sind beim Picknick. Doch für mich wird eine exklusive Erste-Reihe – Bank frei. Das nutze ich für meine Pause. Von dort aus kann ich bestens über die Bucht schauen und auch einen Blick auf Cancale werfen. Mit meinem kleinen Fernglas studiere ich die Stadtansicht mit Hauptstraße und Fischereihafen – und entscheide, auf den näheren Besuch zu verzichten. So sehr interessant erscheint mir der Ort aus der Ferne nicht. Schließlich lockt St.Malo, und das liegt auf der anderen Seite der Halbinsel. Also frage ich nach der Rast meinen Garmin nach dem besten Weg dorthin.

Saint Malo - Frankreich, Bretagne
Einfahrt nach Saint Malo
Saint Malo, Bretagne - Hafen
Im Hafen Saint Malo

Leider führt der den halben Berg wieder hinauf und dann quer über die Landzunge. Kurz vor St. Malo sehe ich schon zerklüftete Felsbuchten, vorgelagerte Inselchen und blaue Meeresarme. Alles so, wie man sich das von einem Seeräuber – Versteck vorstellt. Von Norden her fahre ich in das Stadtgebiet ein. Hier gibt es bereits einen größeren Strand, der direkt an die letzten Wohnhäuser heranreicht. An einem Imbißstand, der vor allem von Strandbesuchern frequentiert wird, kaufe ich mir eines der in der Bretagne so beliebten Crepes. Dann fahre ich, leider über ziemlich belebte Straßen, weiter ins Zentrum. Von Corona – Schutzmaßnahmen ist nicht allzu viel zu sehen – die Straßen sind belebt, viele Menschen genießen die Sonne. Vor Gaststätten sind große Freisitz- Bereiche – alle voll. Kellner laufen mit Gesichtsschutz durch die Gegend, ansonsten hat kaum jemand eine Maske auf. Lediglich der Stranduferweg hat jetzt eine Trennlinie und „Richtungs-Gehbahnen“, die mit Pfeilen markiert sind.

Das Zentrum von Sant Malo liegt auf einer Strandinsel und wird im Westen vom Meer, im Osten von mehreren Hafenbecken eingeschlossen. Zwischen den Hafenbecken liegt ein freier Platz, die Esplanade Sant Vincent, den erreiche ich als Erstes. Dort befindet sich in einem Glaspavillon die Touristen-Information.

Im Hafen liegen mehrere Rahsegler vertäut. Die sehe ich mir als Erstes an – die „Etoile du Roy“ und die „Le Francais“ sowie ein Schratsegler, die „Le Renard“. Der Anblick der Schiffe bringt gleich ein wenig die Stimmung des alten Seeräuber – Nest’s rüber.

Stadtmauer Saint Malo, Frankreich - Bretagne
Saint Malo – Stadtmauer
hote de ville (Rathaus) Saint Malo, Frankreich - Bretagne
Rathaus Saint Malo

Quer über den Platz sind eine Stadtmauer oder eine alte Festungsmauer und festungsartige Gebäude zu sehen, und in die Stadt geht es nur durch ein enges, solides Tor. Die Zufahrt ist auch streng geregelt, zwei Wächter stoppen Autos, die dort einfahren wollen und lassen nur wenige Berechtigte durch. Unterhalb der Stadtmauer stehen einige Palmen und eine große Platane und sorgen für frisches Grün, so daß die trotzigen Mauern nicht ganz so trostlos und abschreckend aussehen. Überragt werden die Mauern von den Fensterreihen der Obergeschosse zweier Häuser, über denen noch typisch steile Dächer mit Mansard- Fenstern herüberblinzeln. Die Ansicht ist eher vielversprechend einladend.

In den festungsartigen Gebäuden des Le chateau de Sant Malo ist das „Hotel de Ville“ und ein Museum untergebracht. Das hat leider wegen Corona geschlossen. Ansonsten sind um den inneren Platz herum Hotels und Restaurants mit großem Freisitz, und überall ist mächtig was los. Ich lehne mein Rad an eine Bank im Schatten zweier Bäume und setze mich.

So einen belebten Ort hatte ich lange nicht. Dazu scheint die Sonne und die Atmosphäre ist sehr angenehm zwischen historischen Gemäuern, unter frühsommerlichem Grün und mit so vielen vitalen Menschen. Aus meinen Fahrradtaschen nehme ich mir ein paar „Barres“ – Schoko-Riegel und eine Milchflasche. Mit Instant – Kakao aus meiner großen Büchse mische ich mir meinen Schoko – Energie -Drink. Das beobachten vom Freisitz des Le Chateaubriand ein paar junge Mädels und finden das sehr amüsant. Familien ziehen mit Kind und Hund an mir vorbei. Ein paar Touristen kommen mit Rollkoffern die Straße entlang und verschwinden in einem der Hotels. Vom Place Vauban nähern sich zwei Cabrio – Oldtimer – Sportwagen und fahren in Richtung Stadt-Tor, die Aufmerksamkeit eines Großteils der Umstehenden auf sich ziehend.

So bleibe ich einige Zeit ruhig sitzen und schaue mir die belebte Scenerie um mich herum an. Das Fahrrad schiebend, starte ich später einen Rundgang. Interessanterweise sehe ich ein paar Straßenzüge weiter, daß die Bebauung keinesfalls sehr historisch ist. Obwohl aus lokalem Naturstein aufgebaut oder zumindest verblendet, offenbaren die Fassaden über der Ladenebene moderne Bauweise. Die Fenster und die gesamte Gestaltung sind sehr regelmäßig und deuten auf eine eher industrielle Vorfertigung hin. Das enttäuscht mich ein wenig, aber trotzdem sind die Straßen hier gut bevölkert. Es ist wohl eher eine Shopping -Meile denn ein historisches Zentrum, abgesehen von der Cathedrale Sant Vincent, um die herum das Viertel aufgebaut ist. Am Place Brevet wirkt ein alter Buchladen mit etwas verwitterter Holzfassade gleich wie aus der Zeit gefallen.

alter Buchladen Saint Malo, Frankreich - Bretagne
alter Buchladen
Kathedrale Saint Malo, Frankreich - Bretagne
Kathedrale Sant Vincent

Ein paar Straßen weiter ist gerade Schulschluß, und dort ist von einem „verkehrsberuhigtem Viertel“ nicht mehr viel zu spüren. Eher wie so typisch, daß zuviele Eltern mit zuvielen Autos um die zu wenigen Halteflächen streiten, um ihre gehfaulen Kinder vor dem Schultor abzuholen.

Am Porte de Dinan verlasse ich das Viertel erstmal, um einen Blick auf das davor liegende Hafenbecken und von außen auf die Befestigung zu werfen. Von dort aus fahren einige Fähren zu kleineren vorgelagerten Inseln und zu anderen, durch den Hafen und die Flußmündung abgeschnittenen Stadtvierteln im Süden des Stadtzentrums. Für auslaufende Schiffe wird da auch mal eine Hubbrücke geöffnet, das sorgt auf der anliegenden Ringstraße Chaussee Eric Tabarly gleich für langen Stau samt hupenden und schimpfenden Autofahrern. Da ziehe ich mich doch lieber noch ein Weilchen in die beruhigteren Gassen des Altstadtviertels zurück.

Am Spätnachmittag habe ich genug vom sightseeing. Schließlich will ich ja noch ein Stück raus und ein paar Kilometer schaffen.

Zwischen den verschiedenen Hafenbecken hindurch verlaufen nur wenige Straßen. Dann kommen aber erstmal weiträumige belebtere Viertel. Leider sind die Ausfallstraßen ebenso mit Autos verstopft wie die Fußgängerzonen mit Menschen voll waren. Mit Hilfe vom Garmin GPS suche ich eine günstige Verbindung zu meinem gpx-Track, der ja einige Kilometer weiter südlich von Sant Malo verläuft. Und dann fordert es Geduld, durch die vollen Straßen aus der Stadt herauszukommen und weniger laute Wege zu finden.

Schließlich gelingt das und ich rolle in südwestlicher Richtung durch die hügelige Landschaft. Auf der Westseite zieht sich eine Art Fjord, der La Rance bis weit ins Land hinein. Dort sind auch jetzt am Abend noch Segler unterwegs. An einem Ufer steht eine Art Mühle oder Brennerei, ein Gebäude aus Naturstein. Das sieht schon sehr nach keltischen Stilen aus.

In der Abendsonne erreiche ich den kleinen Ort Saint Suliac südlich von Saint Malo, der mit seinen grau-braunen Steinhäusern warm und rötlich leuchtet. Blaue, graue und bordeaux-rote Fensterläden sowie grün-bunte Blumenschalen sorgen für Farbakzente. Eine Creperie „Au Galichon“ wartet auf Gäste, dafür stehen ein Tisch und ein paar Stühle am Straßenrand. Die Straßen sind eher enge Gassen und teilweise stark abfallend. Auf halber Höhe steht eine klobige steinerne Kirche mit dickem Turm, deren vergoldetes Uhrzifferblatt als Kontrast vor den dunklen Steinen leuchtet. Weiter unten mündet die Straße am Fjord La Rance – ich habe wohl wiedermal meinen Abzweig verpaßt. Aber macht nichts, der Ort ist schön, gerade zu dieser abendlichen Stunde, wenig belebt und doch irgendwie stimmungsvoll.

Saint Suliac, Frankreich - Bretagne
Saint Suliac
Saint Suliac, Frankreich - Bretagne
Saint Suliac

Als ich abbiege, um den Ort zu verlassen, geht es mal wieder bergauf. Weit will ich heute nicht mehr. Oben auf dem Berg steht ein großes bemoostes Steinkreuz mit dem Gekreuzigten, der hell angestrichen ist. Der Kamm des Berges ist auf der Südostseite bewaldet und ich schaue mich nach meinem Nachtlagerplatz um. Doch so richtig ist das nichts – der Wald ist teilweise parzelliert und gehört zu bewohnten Grundstücken, auch wenn die Gebäude weiter unten stehen. Auf der Westseite des Berges, über die ich gerade mein Rad nach oben geschoben habe, steht ein ausgedehntes Maisfeld. An einer Feldzufahrt ist gerade einiges vom Bewuchs abgehobelt worden oder man hat dort über einige Meter am Feldrand ein Kabel vergraben. Darüber schiebe ich mein Rad jetzt, bis ich einen ruhigen abgelegenen Platz zwischen Feld und Saumhecke finde. Dort werde ich diese Nacht lagern.

Lange sitze ich entspannt am Feldrand und lese im eReader. Anfang Juli ist es eben lange hell. Über den Mais hinweg kann ich gerade noch einige Dächer des Dorfs erkennen. Um mich herum jagen Rauchschwalben nach Insekten. Das ist richtig spannend – sie fliegen mit großer Geschwindigkeit tief in der Lücke zwischen dem Mais und der Hecke entlang, kommen direkt auf mich zu und machen nur einen kleinen Schlenker um mich herum, immer und immer wieder. Dann nutzen sie einen anderen Kurs – wohl weil die Ausbeute an der Hecke erstmal erschöpft ist. Später wechseln sie wieder auf den Heckensaum – Kurs. Das geht, bis es offenbar auch ihnen zu dunkel wird – danach bleibt alles ruhig.

Als die Sonne am Horizont verschwunden ist und die Nacht hereinbricht, strecke ich mich im Schlafsack auf meiner Isomatte aus. Das Tarp liegt zwar daneben, aber so, wie der Himmel aussieht, bleibt es wolkenlos und trocken. Die ersten Sterne tauchen über mir auf. Mir gefällt dieses Leben on the road. Ich bin zwar abends ziemlich erschöpft, aber ich entdecke doch jeden Tag Neues und freue mich über die schönen, abwechslungsreichen Landschaften, die Städte und die Menschen, die sie bevölkern. Und das Rad macht mich unabhängig. Zufrieden drehe ich mich auf die Seite und schlafe ein.

Am nächsten Morgen kommt eine alte Eisenbrücke, auf der ich den nun schmal gewordenen Meeresarm überqueren kann. Später finde ich nach einigen Kilometern „Vor-Frühstücks- Strecke“ einen besonders schönen Frühstücksplatz. Neben einer Brücke ist auf einer Wiese ein kleiner Picknick-Platz aufgebaut mit überdachtem Sitz. Ein Flüßchen fließt gemächlich vorbei, alles ist von Bäumen umstanden, durch die das Sonnenlicht flutet. Mein Bierdosen – Spirituskocher sorgt für einen heißen Kaffee und auf dem Baguette gibt’s wie immer energiespendenden Honig und „Wagenschmiere“. Ein Rotkehlchen kommt zu Besuch und beobachtet mich einige Augenblicke. Am gegenüberliegenden Flußufer schwimmt eine Bisamratte entlang und verschwindet in einer kleinen Höhle. Auf der Straße jagen einige Male Radler vorbei, alle in bunten Rennfahrer-Kostümen gekleidet. Die Strecke ist Teil eines ausgewiesenen Radkurses.

Picknic - Platz in Frankreich, Bretagne
Frühstück am Fluß

Ich nutze die Gelegenheit gleich mal, um einen Maulschlüssel herauszukramen. Mit dem kann ich die Satteldecke meines guten Brooks – Sattels* nachspannen. Hätte ich schon längst mal machen sollen. Das Leder dehnt sich nach und nach etwas und der Sitz beginnt immer mehr durchzuhängen. Da drücken dann schon mal die Rahmendrähte durch. Aber frisch gespannt federt die Satteldecke und macht das Strampeln gleich viel angenehmer. Die Kette bekommt mal wieder eine kleine Ölung. Später finde ich noch eine Tankstelle mit Luftdruck – Spender. Viele Tankstellen in Frankreich sind Kaufhaus – Stationen oder winzige Ein-Säulen-Stationen auf dem Lande. Da gibt es selten Luftpumpen. Meine Schwalbe Marathon – Reifen* brauchen einen Druck zwischen 3 und 5 bar. Das ist mit einer Handpumpe kaum zu schaffen. Mit 4,5 bar frisch aufgepumpt, rollt das Rad gleich doppelt so gut!

Bei Yffiniac erreiche ich eine der von den Gezeiten beeinflußten Meeresbuchten, die Baie de Saint Brieuc. Vom Meer ist nichts zu sehen, aber die weiten Flächen des Marschlandes gehen in sandige Zonen über. Mein Weg führt mich erstmal am Ufer entlang. Hier ist ziemlich viel Ausflugs – Verkehr unterwegs, Radfahrer, Fußgänger auf dem Uferweg, aber auch Motorrad-Gangs. Ein ehemaliges Bahnbetriebswerk mit ein paar Meter Gleis über den Weg und einer Weichen – Anlage machen mich neugierig. Ansonsten ist von Bahnanlagen nichts zu sehen, aber das BW ist ein kleines Eisenbahn – Museum (leider wie so vieles geschlossen). Es zeigt sich, daß der Uferweg oder zumindest ein Teil davon eine ehemalige Bahnstrecke ist. Diese führt nach St. Brieuc, meiner nächsten Stadtdurchfahrt.

Allerdings geht es jetzt erstmal den Berg hoch – und danach wieder runter. Nur, um dann über einen weiteren Anstieg den Ortseingang von St. Brieuc zu erreichen. Die demontierte Bahn führt einige hundert Meter neben der Straße über einen beeindruckenden Viadukt. Leider etwas baufällig… Und dann kurz vor dem Ort noch einmal über einen zweiten Viadukt, den die Straße mit einer Serpentine unterquert. Meine Radstrecke weicht dann von der ehemaligen Bahntrasse ab, aber als ich im Ort einen Taleinschnitt auf einer Brücke überquere, glaube ich die alte Bahnstreckenführung wieder zu erahnen, die sich wohl hier auf einer Schräge aus dem Tal herauskämpft. Und oben steht ein Gebäude, das für mich wie eine ehemalige Bahnhofs – Empfangshalle aussieht. Aber keine Ahnung, ob ich damit recht habe – einen Hinweis, eine Info-Tafel oder etwas ähnliches sehe ich nicht. Da werde ich wohl zu Hause noch mal recherchieren…

ehem. Eisenbahn - Viadukt St. Brieuc, Bretagne
alter Eisenbahnviadukt bei St. Brieuc

In Saint Brieuc kommt erstmal ein Platz mit so einem Stadtnamenszug, wie sie wohl jetzt überall für werbende Insta-Fotos aufgestellt werden. Naja, ich nutze die Gelegenheit auch – wie viele haben wohl vor mir die Strecke von Luxemburg bis hier mit dem Rad geschafft?

Dann entdecke ich eine geschlossene Stadtinformation und ein ebenso geschlossenes Theater. Überhaupt ist hier alles ziemlich leer. O.k., es ist Sonntag. Ein Hinweisschild lenkt mich in Richtung „historischer Altstadt“. Aber so richtig reißt mich das alles nicht vom Hocker. Sieht eher wie eine Shopping- Meile in geschlossener Sonntagsruhe aus, so mit runtergelassenen Sicherheitsrolladen überall.

Auf Fahrrad-Tour: Ankunft in Saint Brieuc - Frankreich, Bretagne

Langsam bekomme ich auch wieder Hunger. Nachdem ich durch mehrere Straßen mit geschlossenen Geschäften getrottet bin, finde ich am Ende einen Dönermann. Der scheint sogar was vegetarisches im Angebot zu haben (ist in Frankreich alles andere als selbstverständlich). Nur, vorher muß ich an einem Bankomat ein paar Scheine ziehen. Ich merke mir also, wo der Dönerman ist und mache mich auf die Suche nach einem Bankomat. Letzten Endes komme ich bei La poste an. Gebe meine Pin ein und dann den üblichen Betrag, mit dem ich mir einen Vorrat für etwa 2 Wochen auszahlen lasse. Doch dann folgt nochmal die Pin-Frage.. das verwirrt mich. Vielleicht bin ich etwas unterzuckert.. jedenfalls ist meine Sicherheit in Sachen Pin auf einmal dahin. „Der Vorgang wurde abgebrochen“ Ich versuch’s noch einmal. Wieder kommt zweimal die Pin-Abfrage – ‚ist das nun schon die dritte Fehleingabe oder erst die zweite?‘ Jedenfalls breche ich jetzt vorsichtshalber selber ab. Fehlt noch, daß mir die Karte am Ende vom Automat eingezogen wird! Das ist mir tatsächlich mal passiert, war ein Automatenfehler. Es hat zwei Wochen gedauert – über Ostern – bis ich eine neue zugeschickt bekommen habe. Vielleicht ist diese Karte hier noch nicht gesperrt und dann kann ich es später oder morgen nochmal probieren, wenn mir die Geheimzahl wieder klar im Kopf ist.

Aber nun habe ich nur noch 1,80€ in der Tasche. Habe ich irgendwo Geld versteckt? Nein. Wie sehen meine Vorräte aus bzw. wann beginnt der Hunger? Naja, Hunger habe ich auf der Tour fast immer. Oder nur so ein Gefühl… Mein Körper hat sich an die Größe und den Rhythmus der Mahlzeiten gewöhnt. Aber Energiebedarf ist auf so einer Radtour immer da. Selbst mein kleiner Bierbauch (oder eher Bürobauch), der mir in den letzten Jahren gewachsen ist, ist so gut wie verschwunden. O.k, ich habe noch ein halbes Baguette, etwas Käse, eine Tüte Nudeln, Haferflocken, Couscous… zum Trinken Wasser. Also, Vorräte für etwa 2 Tage. Na gut, dann werde ich wohl morgen noch einen Versuch starten mit der Karte. Für heute reicht’s mir. .. und der Dönerman von St. Brieuc fällt leider aus.

Altstadt Saint Brieuc, Frankreich, Bretagne
in der Altstadt von St. Brieuc

Inzwischen habe ich doch so etwas wie ein Altstadtviertel gefunden. Das ist nicht sehr groß, aber eigentlich ganz hübsch. Mit einer grauen Kirche aus behauenem Naturstein, einigen Häusern, deren erstes und wenn vorhanden zweites Obergeschoß in Fachwerk gebaut wurde, bunten Fensterläden im Kontrast zu den grauen Natursteinen.. Ich mache einige Fotos, bin aber heute nur halb bei der Sache. Das Finanzproblem drängt sich immer mal wieder in den Vordergrund. Mehr oder weniger beschließe ich, mir, sobald als möglich, eine zweite Kreditkarte zu besorgen – einfach nur zur Sicherheit. Damit ich nicht wieder irgendwo auf der Welt sitze und kein Geld mehr in der Tasche habe. Andererseits kommt mir manchmal der Gedanke, ja, wenn Du jetzt wirklich nicht mehr an Geld kommst, wie gehst Du damit um? Du wirst dann zwangsläufig versuchen müssen, Essen von anderen zu bekommen. Eventuell gegen eine Arbeit, oder irgendwie anders… schon spannend.

Am nächsten Tag erreiche ich Bourbriac. Das ist etwas größer und hat eine Bankfiliale von Credit Agricole. Dort versuche ich mein Glück noch einmal. Inzwischen bin ich mir wieder sicher mit der PIN. Doch verdammt, die Kreditkarte ist gesperrt. Also ziehe ich mein selten genutztes mobile aus dem Rucksack, schalte es ein und wähle die Service- Nummer meiner Bank. Endlose Abfragen einer Automaten- Stimme. Das wird jedesmal länger, bevor man wirklich mit einem Menschen reden kann. Als alle anderen Optionen erschöpft sind und ich endlich die Frage „Möchten sie jetzt mit einem Mitarbeiter sprechen“ mit JA! beantworte, kommt .. eine Warteschleife… „leider sind gerade alle Plätze besetzt…“

Na gut, die Dame sagt mir schlußendlich, daß ein „PIN-Fehler“ vermerkt ist und stellt mir eine Liste von Fragen, die meine Berechtigung zur Freigabe der Karte belegen sollen. Dann wird die Karte entsperrt. Gerade noch mal gut gegangen. Diesmal hole ich mir zusätzlich zum Zweiwochen- Budget noch 100€ Notfallgeld, die ich nicht anrühren werde…

Später geht es wieder kilometerweit über Land. Mein Mittag esse ich im „Vorgarten“ einer Biscuite – Fabrik in Plougonver, die gleich noch ein Museum angebaut hat. Das hat aber, wie alle ordentlichen Museen dieser Welt, am Montag geschlossen. Das Museumsgebäude ist ein rostiger Stahlbau, in dessen Wände die Beschriftung und ein „Biscuite – Muster “ eingeschnitten wurde.

Bisquiterie - Museum Plogonver, Frankreich, Bretagne
Bisquiterie – Museum in Plogonver

Weiter geht es, wieder durch hügelige Landschaft. Also, Berg runter, über eine Brücke, um eine Kurve, die die schnelle Fahrt abbremst, und dann drüben wieder hoch. Die Architektur hat sich seit Rouen stark verändert. Die meisten Häuser hier sind solide Steinhäuser aus behauenem Bruch. Fachwerk ist eher die Ausnahme. Auffällig ist außerdem die Zweisprachigkeit. Fast alle Schilder sind jetzt sowohl in französisch als auch bretonisch beschriftet. Die Ortsnamen scheinen offensichtlich einer anderen Sprache entlehnt, die wenig mit romanischen Wurzeln zu tun hat. Nach zwei Wochen in Frankreich fühlt sich das hier schon gar nicht mehr so französisch an. Mir jedenfalls kommt es alles ein wenig „verwandelt“ vor, mit einem eigenen Charakter, der sich von dem bisher erlebten Stil französischer Leichtigkeit und der Farbigkeit unterscheidet. Also – keinesfalls unangenehm, aber irgendwie anders.

Eine der typischen kleinere Städte ist Guerlesquin. Längst ist auch dieser Ort über seine historischen Grenzen hinausgewachsen. Doch der Stadtkern besteht vor allem aus einem großen Straßenring. Dieser liegt langgezogen an einem Hang. Im unteren Bogen steht die graue Steinkirche mit einem breiten, nicht sehr hohen Schiff und Querflügel. Der Altarraum bildet ein Trapez im Grundriß und wird nach Osten hin von einer großen Fensterrosette abgeschlossen. Über dem Westgiebel, der hangaufwärts liegt, steht der Glockenturm. In drei Rundbogen – Durchbrüchen hängen frei sichtbar die Glocken – zwei nebeneinander, die dritte kleinere mittig über den anderen. Auf der Südseite des Turms ist noch ein kleinerer Rundturm angebaut, der bis etwa in Höhe der großen Glockenstube reicht. Es sieht so aus, als ist dieser das „Treppenhaus“ für eine Wendeltreppe, die auf den Hauptturm bis zu den Glocken führt.

Turm in Guerlesquin Frankreich, Bretagne
Quelle und Turm in Guerlesquin

Um den Straßenring herum stehen kleine, sicher sehr alte Steinhäuser. Diese sind ebenfalls aus behauenen Bruchsteinen gemauert. Teilweise sind zumindest die Fensterstürze nochmal extra gemeißelt oder die Faschen abgesetzt. Vor den Häusern sind auf der nördlichen Seite noch Blumenrabatten. Auf dem Platz im Straßenring steht außer der Kirche noch die „Mairie“ , also das Bürgermeisteramt sowie ein etwas seltsam anmutender Turm. Dieser ist in etwa quadratisch im Grundriß. Der Hauptteil könnte sogar ein Würfel sein, der erhöht auf einem Sockel aufsitzt und von einem steilen Walmdach abgeschlossen wird. An den vier Ecken des Würfels „kleben“ runde Erker – Türmchen. Das eigenartige Gebäude hat recht wenige Fenster – eigentlich von ein paar kleinen Luken abgesehen nur zwei übereinander im Mittelteil. Das eine praktisch in der Mitte des Seitenquadrats, das zweite darüber, so daß es schon eine Art Mansard – Fenster für das Dach bildet. Links und rechts von diesem Fenster befinden sich unter der Dachtraufe noch zwei eckige Anbauten, die wirken wie Pechnasen – oder der Abtritt für’s Obergeschoß? Auf der Südseite sitzt außerdem ein ziemlich riesiger Schornsteinaufbau. Da ich keine rechte Erklärung für dieses Gebäude gefunden habe, fallen mir angesichts der wenigen hochliegenden Fenster nur zwei mögliche Funktionen ein: Gefängnis oder Tresor-Turm.

Mitten auf dem Platz findet sich eine gefaßte Quelle. Zwei Stadtbedienstete füllen darin ihre Gieskannen und versorgen einige Blumenkästen mit Wasser. Ansonsten ist der obere Teil ein von Bäumen beschatteter Parkplatz. Den unteren Teil bildet ein ansehnlicher kleiner Park, der mir auch noch mal für eine Pause dient.

Westlich von Guerlesquin werden meine Wege auf einmal immer schmaler. Das sieht mehr nach einer Zufahrt für ein abgelegenes Ferienlager aus oder so. Aber garmin sagt, ich bin richtig. Mein track biegt ja auch nach links ab – auf einen schmalen, ausgespülten Pfad, der neben dem Zaun am Waldsaum entlang etwas abwärts führt. Als der Weg richtig in den Wald eintaucht, stoppe ich und lehne mein Rad an die Böschung. Denn jetzt wird’s richtig steil, da komme ich nicht wieder hoch, wenn ich einmal in Fahrt bin. Ich könnte nicht einmal umdrehen in dem engen Hohlweg. So laufe ich ein paar Meter in den Pfad hinein, um zu sehen, ob das der richtige track ist. Aber es scheint zu stimmen..

Naja, mal wieder echt abenteuerlich! Die Bremsen fast ständig angezogen, rolle ich den steilen Pfad hinab. Das Tal entwickelt sich jetzt fast zu einer Schlucht, der Weg ist eng und laubbedeckt. An einigen Stellen hängen sogar umgestürzte Bäume über die Rinne. Es geht tiefer und tiefer. Zwischendurch stoppe ich mal, um ein paar Fotos zu machen und den Bremsen eine Abkühlung zu gönnen. Die haben sie bitter nötig – meine Bremstrommel vorn ist so heiß, daß ich mir die Finger dran verbrenne. Hinten stinkt der Gummi.

Schluchten - Wege bei Botsorhel, Frankreich, Bretagne
Schluchtenwege bei Botsorhel

An der tiefsten Stelle fließt natürlich wieder ein Bach. Der Pfad ist auch überspült und sumpfig. Aber da hat schon jemand ein paar Bretter drübergelegt, so daß ich einigermaßen gut durchkomme. Dann kommt eine leichte Biegung in Richtung Westen und es geht einen breiteren Hohlweg entlang. So langsam bin ich durch und aus dem Wald wieder raus. Ich erreiche ein Grundstück und damit einen Fahrweg. Dieser mündet auch wieder in eine Straße. Mit einer Mischung aus Begeisterung (über diese tolle Schlucht und das kleine Abenteuer) und Erleichterung (geschafft, ohne Schäden überstanden und Umdrehen war zum Glück nicht nötig) kann ich Fahrt aufnehmen mit Kurs auf Botsorhel.

Wieder einmal lagere ich für eine Nacht auf dem Randstreifen neben einem Maisfeld. Doch diese Übernachtung endet etwas unangenehm. Bei einsetzender Morgendämmerung wache ich auf, weil ich merke, daß mein Schlafsack naß wird. Tau ist gefallen. Schnell spanne ich das Tarp auf, um zu retten, was zu retten ist. Zusammengerollt schlafe ich nochmal einigermaßen ein.

Westlich von Plougonven kommt mal wieder eine ausgebaute Bahn – Radstrecke „voie verte“. Diese führt in nordwestlicher Richtung nach Morlaix. Schnell geht es in der schattigen Morgenkühle dieses schönen grünen Radwegs voran. Auf einer Wiese am Waldrand steht ein Zelt, daneben zwei Fahrräder. Es sind also noch andere so ähnlich wie ich unterwegs.

Morlaix, Frankreich, Bretagne
In Morlaix
Gasse in Morlaix - Frankreich, Bretagne
Altstadtgasse in Morlaix

Der alte Bahnweg passiert Morlaix, daß in einem Flußtal liegt, auf einem östlichen Hang. In die Stadt hinunter führt eine steile Abfahrt. Kaum hundert Meter unterhalb vom Bahnweg finde ich einen Gemeinschaftsgarten. Ein Holzhaus dient wohl manchmal als Treffpunkt, davor wurde ein Stück Wiese mit ein paar Picknick – Bänken angelegt. Noch ist alles verwaist. Für mich ein guter Platz, um mein Frühstück samt Kaffeekult zu zelebrieren und in der Morgensonne Schlafsack und Tarp zu trocknen. Also breite ich mich auf den Bänken aus. Eine halbe Stunde später kommt eine Frau, grüßt freundlich, schaut mal hierhin, kramt dort ein wenig und macht mich auf eine Doppelsteckdose außen an dem Haus aufmerksam, wo ich meine Geräte laden kann. Dann geht sie in ihren eigenen Garten. Das erste Mal in Frankreich freien Zugriff auf Strom zum Laptop laden! Einfach so, ungefragt! Das nutze ich natürlich.

Es ist ein schöner Vormittag – die Sonne scheint warm vom blauen Himmel herab, mein Schlafsack ist wieder trocken, ich habe gut gefrühstückt und sogar mein Laptop ist geladen. Ein paar Nachrichten konnte ich auch verschicken und die Kamera – Akkus sind wieder voll. Jetzt kann es weitergehen.

Morlaix zeigt sich als überraschend hübsches Städtchen. Der Stadtkern liegt im engen Flußtal und öffnet sich nach Norden hin zu einer Trichtermündung ins Meer. Über den meist dreistöckigen Häusern, die oft mit dem Giebel zur Straße hin stehen, quert die Eisenbahn auf einem hohen Viadukt das Tal. Einmal sehe ich sogar einen TGV dort entlangfahren. Ich streife im Zentrum von Morlaix einige Runden durch die engen Gassen. Im Freisitz vor kleinen Restaurants und Cafès sitzen Gäste in der Sonne. Ein Laden – Atelier bietet Strand- und Meerbilder in Öl auf Leinwand mit felsumrandeten Buchten, bikinibekleideten Rücken auf Sandstrand, Sonnenschirm-Kollektionen und Segeln. Hauptfarben sind Weiß und Blautöne in allen Pastell- Abstufungen. Mehrere Creperien wetteifern um den Absatz einer bretonischen Spezialität. Einige Sakralbauten setzen architektonische Akzente. Touristen sind unterwegs, einige mit kleinen Rucksäcken und Sonnenhut, andere sogar mit bepackten Fahrrädern. Hier scheint es nicht ungewöhnlich zu sein, Fernrad – Touren zu machen. Nach Norden hin bildet der Flußlauf gleich einen Hafen. Beiderseits des Flußufers liegen Boote, meist Segler.

Café's in Morlaix - Frankreich, Bretagne
Café’s in Morlaix

Doch ich muß auf der Westseite nochmal aus dem Flußtal raus – der Weg nach Roscoff verläuft erst ab dem nächsten Flußtal entlang der Bucht. Eine lange Auffahrt folge ich einer Ausfallstraße aufwärts. Hier ist die Bebauung moderner und Wohnsiedlungen schließen sich an. Dann fahre ich ein Stück parallel einer Schnellstraße, die ich erst auf einer Fußgängerbrücke überqueren kann. Auf der anderen Seite liegen Shopping-Center und Schuhschachtel – Hotels wie Formula 1. Ein wenig habe ich Probleme, meinen track zu finden – dieser scheint durch ein Privatgrundstück zu führen. Im dritten Anlauf entscheide ich mich für einen kleinen Pfad, der mich sicher zurück auf meine Route bringt. Im Seitental muß ich noch einmal über eine Schnellstraße, dann geht es über einen Hügelkamm und hinab ins letzte große Flußtal. Ich jage die Bergstraße hinab und überquere eine Steinbrücke, die den weitgehend trockengefallenen Fluß passiert. Es ist wohl mal wieder gerade Ebbe. Im Schlamm am Ufer stecken ein paar Segelboote mit dem Kiel fest. Diese Trichtermündung zieht sich etwa 8km ins Land hinein!

Auf der Straße westlich vom Fluß komme ich schnell voran. Jetzt begegnen mir desöfteren andere Radfahrer, aber meist die von der sportlichen Sorte. Die Strecke bündelt drei empfohlene Radtrassen und ist ziemlich beliebt. Macht ja auch Spaß, unter blauem Himmel diese offensichtlich von Meer und Gezeiten beeinflußte Landschaft zu entdecken. Das Ziel, Roscoff, scheint jetzt auch in greifbarer Entfernung zu liegen.

Penzè river Bretagne, Frankreich
Penzé – Fluß

Doch zuvor kommt noch eine kleine Stadt, mit der hatte ich nicht gerechnet: Saint Pol de Leon. Gleich mein erster Eindruck ist, daß es sich dabei um eine Klostergründung handeln muß. Die Türme und das Schiff von zwei größeren Kirchen zeichnen sich über der Stadtsilhouette ab. Bevor ich die Stadt selbst erreiche, fahre ich zwischen den Mauern von Klostergrundstücken entlang. Und der Hauptplatz ist von den Kirchen geprägt, weniger von weltlichen Gebäuden.

Ansonsten scheint der Ort im Grunde ganz ansehnlich, allerdings zerschneidet eine Durchfahrtsstraße das Zentrum. Und der lärmende Verkehr stört die Atmosphäre des Zentrums empfindlich. Da es früher Nachmittag ist, suche ich nach was Eßbarem. Eine Creperie offeriert ganz gute herzhafte Genüsse mit Käse. Die Zubereitung dauert ein wenig, da kann ich nochmal die Hauptstraße hoch und runter laufen. Wegen Corona – Maßnahmen gibt’s nämlich nur Straßenverkauf. Zum Essen setze ich mich auf eine Bank am Kirchplatz. Danach mache ich mich aber auf den weiteren Weg, der Verkehrslärm gefällt mir hier überhaupt nicht. Und schließlich ist es bis Roscoff nicht mehr weit.

Saint Pol de Leon, Bretagne, Frankreich
Saint Pol de Leon
Küstenlandschaft bei Roscoff, Bretagne - Frankreich
Küstenlandschaft an der Baie de Morlaix

Obwohl ich immer wieder eine offensichtlich stillgelegte Bahntrasse schneide, kreuzt die Radwegeroute nun mal nach links, mal nach rechts durch die Landschaft. So ziehen sich die letzten Kilometer ganz schön hin. Außerdem scheint die Landzunge, auf derem nördlichen Ende Roscoff liegt, ein zerklüftetes Felseneiland zu sein – es geht auch noch hoch und runter. Mehr oder weniger scheint der ganze Abschnitt lose besiedelt zu sein, dazwischen sind vor allem kleinere Feldflächen mit Gemüseanbau.

Roscoff Radwegweiser , Bretagne - Frankreich
Kurz vor dem Ziel, Roscoff

Schließlich erreiche ich Roscoff.. oder Rosko wie es bretonisch heißt. Und zwar direkt das Fährterminal. Da gehe ich auch als erstes hin. Ich will wissen, wann die nächste Fähre nach Cork in Irland fährt und am Besten sofort einchecken.

Aber leider wird daraus nichts. Wie mir am Schalter mitgeteilt wird, nimmt Brittany Ferries nur motorisierte Passagiere mit. Also, ein Motorrad ist Minimum, Fußgänger und Radfahrer werden abgewiesen. Das war vor Jahren noch anders, aber da war wohl auch Irish Ferries der Operator. Auf der website hatte ich vor meiner Abfahrt nachgeschaut, doch da kam dann als Ergebnis der Buchungsanfrage – ‚kann derzeit nicht gebucht werden, ich solle den Service anrufen‘. Da bin ich davon ausgegangen, daß das eher mit den unklaren und sich ständig ändernden Regeln wegen Corona zusammenhängt. Da ich ja zu dem Zeitpunkt nicht wußte, wann (und ob überhaupt) ich in Roscoff ankommen werde, war ich mir sicher, daß sich vor Ort alles auch am Schalter klären ließe…

Erstmal etwas enttäuscht verlasse ich das Fährterminal. Ein wenig denke ich darüber nach, ob ich in den drei Tagen bis zur nächsten Fährabfahrt nicht irgend einen Autofahrer finde, der bereit ist, mich mitzunehmen. Oder Segler, oder ….

Fährhafen Roscoff, Bretagne - Frankreich
Fährhafen Roscoff

Naja, so richtig ist wohl nichts davon eine Lösung. Die meisten Autofahrer haben vorab bereits ihre Überfahrt gebucht und kommen erst in der letzten halben Stunde vor der Abfahrt am Fährterminal an. Und der Freizeithafen ist klein und abgelegen.

Ich begebe mich in Richtung centre ville. Gleich oberhalb vom Fährhafen liegt ein Casino. Für mich ziemlich ungewöhnlich, zumal der Ort nicht so eine Riesenstadt ist und außer den paar Fähren auch kein großer Güterhafen betrieben wird. Aber vielleicht sind meine Vorstellungen von Casino und dessen Besuchern einfach auch falsch.

Dann eröffnet sich mir die Strandbucht, die praktisch das Stadtzentrum nach Norden hin abschließt. Auf einer großen Freifläche ist gerade noch ein Flohmarkt im Gange. Da ich schon wieder Hunger habe, setze ich mich erstmal auf eine Bank mit einem schönen Panoramablick über die Bucht und die Stadt und sorge mich um den Energienachschub. So verpasse ich zwar den Flohmarktbesuch, aber das ist mir egal. In Coronazeiten habe ich auf das Gedränge sowieso nicht so große Lust und mit dem beladenen Rad möchte ich da gar nicht rumdrängeln. Ich schau mir noch die Reste an, die beim Abbau als Letztes verladen werden.

An einer Ecke unterhalb vom Leuchtturm steht eine Enfield*, hochglanzpoliert mit britischem Kennzeichen. (*Royal Enfield …ein kultiges Motorrad, wird in Indien gebaut) Ich frage die Dame, die offensichtlich dazu gehört, ob das Motorrad aus Indien hierher gefahren worden ist. Aber das verneint sie. Kurz erzähle ich die Geschichte von dem Briten aus Hampi, der ja mit seiner Enfield auch nach UK fahren wollte, aber schon in Indien kaum vom Fleck kam… Das sorgt für einige Heiterkeit.

Vor dem Leuchtturm mache ich ein paar Selfies. Immerhin – ich habe meine geplante Radtour bis hierhin durchgezogen! Tausend Kilometer von Luxemburg bis in die Bretagne. Ein bißchen bin ich schon stolz auf mich.

Creperie Roscoff - Bretagne, Frankreich
Creperie in Roscoff
Chapelle Sainte Anne, Roscoff, Bretagne - Frankreich
Kapelle der Sainte Anne von 1640
Geschäfts - Straße in Roscoff, Bretagne - Frankreich
In Roscoff

In der Abendsonne drehe ich noch ein paar Runden durch die Stadt. Rosko kann sich wahrlich sehen lassen! Kleine Häuschen, unvermeidlich mehrere Creperien, einige Hotels und Restaurants. Die Kirche hat einen hohen Renaissance – Turm von 1576, der sicher auch einige Zeit als Landmarke für die Fischer und Seefahrer gedient hat, als es noch keinen Leuchtturm gab. Auffällig ist der „Bellfries“ – die Glocken hängen wieder in steinernen Rundbögen, die quasi freistehend das Turmgerüst bilden. In Ost-West – Richtung kann man so durch den Turm durchgucken und sieht die Glocken als Silhouetten in den Bögen hängen.

Einen Teil der Bucht bildet der Fischer – und Freizeithafen. Außerdem fährt eine Fähre zur vorgelagerten bewohnten Ile de Batz ab. Mehrere kleine Inselchen liegen vor der Küstenlinie.

In Roscoff gibt es einen Bahnhof, aber dieser ist verwaist und die Bahnlinie von Morlaix stillgelegt. Eigentlich schade, ein Museumszugbetrieb würde hier gut zur Hafen – und Bäderstadt passen. Ähnlich wie die Usedombahn und andere Bäderbahnen in Deutschland, begann auch für Rosko der Aufschwung als Badeort mit der Erschließung durch die Bahn von Paris aus. Jetzt steht auf dem leeren Bahnsteig sogar noch ein vergessener Koffer-Transportwagen. Doch im Bahnhofsumfeld wird bereits gebaut. Vermutlich werden die von der Bahn bisher beanspruchten Flächen in Kürze zugebaut sein. Ein Großteil des Bahnhofsgeländes ist derzeit Parkplatz für die Anwohner und die Stadtverwaltung, die dort mit ansässig ist. In dem geschäftigen Bauumfeld und ersten neuen Gebäuden steht der alte Bahnhof mit seinem Stichgleis mittendrin wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten.

Bahnhof Roscoff, Bretagne - Frankreich
Bahnhof Roscoff
Gepäckwagen und Gleisfeld Bahnhof Roscoff, Bretagne - Frankreich
Keine Urlauber mehr
Bahntrasse nach Roscoff, Bretagne - Frankreich
aufgegebene Bahntrasse nach Roscoff

Da ich erst für den nächsten Tag eine Hotelübernachtung* gebucht habe, muß ich mir später noch einen angenehmen Schlafplatz suchen. Das ist nicht ganz so einfach, da die Gegend etwas „zersiedelt“ ist. Überall sind bebaute Grundstücke und dazwischen meist relativ kleine Felder mit Gemüseanbau. So fahre ich ein Stück den Radweg zurück und bleibe dicht an der stillgelegten Bahnstrecke. Dort finde ich dann auch was passendes: Der Weg führt parallel zur Bahn, die aber durch eine dichte Hecke verdeckt ist. Auf der anderen Seite der Bahnlinie gibt es eine steile Böschung und oben hat der nächste Grundstücksbesitzer eine hohe Holzpalisade errichtet. Gut für mich, von dort aus bin ich also auch nicht zu sehen. Ich schiebe mein Rad ein Stück zwischen den Schienen entlang und dann in die hohen Kräuter dicht vor der Hecke. Dort walze ich mir genügend Platz zum Liegen platt und habe mein superweiches, bequemes Nachtlager. Zufrieden krieche ich in meinen Schlafsack.

Den nächsten Tag beginne ich mit einem ausgedehnten Frühstück in der Hafenbucht. Entspannt beobachte ich, wie die Stadt zum Leben erwacht und die Menschen nach und nach ihren Dingen nachgehen. Einige Meter von mir entfernt hat z.B. einer einen kleinen Außenbord Motor auf der Mole liegen und eine Reisetasche und einen Kasten Bier. Was der wohl vor hat? Dann kriege ich mit, wie er aus einem eingezäunten Käfig ein kleines Plasteboot mit Rollen am Heck rausholt – die stehen dort hochkant zu Dutzenden drin. Damit wird er doch nicht den ganzen Tag draußen rumschippern wollen…. Dann begreife ich – die kleinen platzsparenden Plasteboote sind nur die Tender, um damit zu den weiter draußen vermoorten richtigen Booten zu kommen. Keine schlechte Idee! So spart man Steganlagen und Liegeplatz im Hafen. Gegenüber auf der Mole sind bereits die Angler aktiv. Da gibt es wohl zu jeder Tages – und Nachtzeit welche..

Nach dem Frühstück bringe ich mein Gepäck ins Hotel, auf diese Art und Weise bin ich mal „befreit“ vom Ballast und kann die Stadt mehr genießen.

Von der Mole aus führt eine Art Betonsteg weit hinaus in Richtung Ile de Batz. Da gehe ich jetzt nochmal spazieren. Denn dort bekommt man einen Blick auf die Küste und die Stadt, als wäre man mit einem Boot draußen unterwegs. Da macht es auch Spaß, noch ein paar gute Fotos zu schießen. Auf dem Rückweg kommt mir ein Krankenwagen mit Blaulicht auf der Mole entgegen. Gleichzeitig nähert sich von See her, genauer von der Insel, ein Boot mit hoher Geschwindigkeit. Offenbar wird jemand von der Insel ins Krankenhaus gebracht. Das ist natürlich ein Nachteil, wenn man da draußen wohnt – die Wege im Notfall werden um einiges länger.

Creperie Roscoff, Bretagne - Frankreich
Creperie
Bretonische Crepes in Roscoff, Frankreich
Bretonische Crepes

In den Cafés und Restaurants der Stadt ist inzwischen wieder Leben. Die Freisitze sind ziemlich voll, Corona zum Trotz. Kellner haben zwar einen Gesichtsschutz, ansonsten ist es meist ganz schön eng. Mit der „La Parenthèse“ habe ich aber eine Creperie, wo es genügend Abstand zwischen den Tischen gibt. Und es schmeckt, herzhaft ist auch bei Crepes mal eine gute Wahl! (Wenn ich die Dinger sonst schon mit süßen Inhalten mag). Woanders werden Gateaus, bretonische Törtchen, verkauft. Das sieht zwar einladend und lecker aus, aber für mich reicht’s erstmal.

Später statte ich der Kirche „Notre dame de Croas – Batz“ einen Besuch ab. Den Turm habe ich ja bereits beschrieben. Die Kirche wurde im gothischen Stil der Region beginnend ab 1520 gebaut als Seefahrer – Kirche. Kaufleute und Reeder finanzierten den Bau. Verziert wurde der Bau mit Schiffsplastiken, die die Bedeutung der Seefahrt für diese Stadt unterstreichen sollten.

Notre Dame de Croaz Batz Kirche Roscoff, Bretagne - Frankreich
Kirche in Roscoff
Kirchhof in Roscoff, Bretagne - Frankreich
Kirchhof
in der Kirche Notre Dame de Croaz Batz in Roscoff, Bretagne - France
In der Kirche

Westlich der Kirche, durch einige enge Gassen entfernt vom Trubel der Touristen, befindet sich ein Institut für Meeresbiologie der Sourbonne Universität. Dahinter ist ein kleiner Platz mit Uferweg und einzelnen Bänken. Dort verbringe ich einige Zeit mit Blick auf die See und die Insel und lese ein wenig.

Ohne viel darüber nachzudenken, entscheide ich für den nächsten Tag meine Abreise. Wenn ich irgendwie doch noch nach Irland möchte, dann muß ich mal so langsam in die Puschen kommen. Schließlich ist schon die erste Juli – Woche vorbei. Die Fähre von Roscoff würde erst übermorgen fahren, aber da komme ich sehr wahrscheinlich nicht mit. Also geht es für mich jetzt rückwärts. Neues Ziel ist Cherbourg in der Normandie.

Im Hotel habe ich mir von maps.openrouteservice.org einen neuen track gezogen: Roscoff-Cherbourg_schnellste.gmx, 403km. Und das soll es auch werden – schnell durch, ohne großes sightseeing oder sonst welche Verzögerungen. Mittags muß ich das Hotel verlassen, und das ist für mich auch der Startschuß. Der erste Teil bis zum Mont Saint Michel ist weitgehend gleich wie auf der Hinfahrt. Nur St. Malo lasse ich natürlich weg, das lag ja sowieso abseits der Route. Außerdem fahre ich natürlich nicht durch die Schlucht, wo es diesmal bergauf gehen würde. Zum Glück habe ich mir dort einen Wegpunkt eingetragen und merke rechtzeitig, als der Abzweig zum Beginn des Schluchtenwegs kommt. Meine Alternative ist zwar etwas weiter, dafür über befestigte Straßen und weniger steil. So erreiche ich praktisch eine Halbierung der Zeit – ich schlafe zweimal an Lagerplätzen, wo ich auch auf der Hin – Tour schon gelegen habe. Doch dazwischen liegen noch zwei weitere Schlafstellen, die ich einfach überspringe. Oder besser…überstrample. Erst am Ausgang der Bucht von St.Michel biegt mein neuer track nach Norden ab – erste unbekannte Station ist Avrances. Dort sehe ich mir zumindest mal das Stadtzentrum an – welches auch auf einem Berg oben liegt und für mich ganz schön anstrengend ist. Und dann geht es nordwärts – wieder über viele kleine Straßen, bergauf, bergab. Mal ein Stück links, dann wieder rechts, aber vor allem abseits großer Pisten. Zum Schluß komme ich noch einmal auf einen Bahnradweg. Da steht Anfangs Cherbourg mit 70km dran und es geht zügig vorwärts. Am Ende muß ich fast bremsen, da ich in Cherbourg am Abend natürlich nicht weiß, wohin. Aber einige Kilometer vor Cherbourg liegen Wälder. Die ersten sind offensichtlich ausgedehnte Jagdreviere – da habe ich keine große Lust drauf. Dann kommt ein Waldgebiet, welches Vielseitigkeits – oder Geländereiter für sich gepachtet haben. Später und etwas abseits vom track finde ich dann noch meinen Lieblingswald, mit älteren Laubbäumen, einer weichen Streuschicht am Boden und einigem Gebüsch, welches die Rundumsicht beschränkt. Hier kann ich mich schön ausruhen, bevor ich nach Cherbourg reinfahre.

Hafen von Cherbourg, Normandie, France

Am nächsten Morgen finde ich ein großes Bäckerei – Cafè mit extra-Raum zum Sitzen. Das ist auch ganz gut, da es etwas regnerisch ist. Sogar eine Steckdose ist vorhanden. Also gönne ich mir hier ein Frühstück und buche gleich noch ein Hotelzimmer für die nächste Nacht. Laut stena-line könnte das auch die letzte in Frankreich sein, denn am Nachmittag drauf fährt eine Fähre nach Rosslare in Irland.

Das Hotelzimmer im Ambassadeur Hotel* ist klein, aber fein. Für mich immer ein starker Kontrast, nach Nächten im Freien und Tagen im Sattel wieder in feines weißes Linnen gebettet zu schlafen und eine warme Dusche mit aromatischen Seifen zu genießen. Es gibt sogar einen Abstellraum für Fahrräder! So kann ich befreit von Gepäck und mit frischen Klamotten die Stadt noch besichtigen. Immerhin ist es 17 Jahre her, daß ich zum letzten Mal hier war.

Und morgen nachmittag sticht die Stena Horizon, die Fähre nach Irland in See – ich werde an Bord sein!

Die Tour durch Frankreichs Norden in Zahlen und mit tracks

Strecke /trackLängelink zum track
Longwy – Soussons – Rouen426kmhttps://t1p.de/eru9
Rouen – Roscoff mit D-day Strand529kmhttps://t1p.de/gf3r
Roscoff – Cherbourg, schnellste403kmhttps://t1p.de/m5y6
Alle Streckenabschnitte der Radtour durch Frankreichs Norden

Dazu kommen noch der Abstecher nach Reims (etwa 30km) und der Umweg über Saint Malo sowie diverse kleine Umwege…

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