Fürstentum mit grünem Daumen – Besuch im Weltkulturerbe Wörlitzer Park

Fürstentum mit grünem Daumen – Besuch im Weltkulturerbe Wörlitzer Park

Wenn Du den ersten richtigen Landschaftspark im deutschsprachigen Raum kennenlernen möchtest, mußt Du den Wörlitzer Park in der Nähe von Wittenberg und Dessau aufsuchen. Denn dort hat ein Landesherr mit Verstand und Tatkraft sein Vermögen mal nicht für Rüstungsausgaben verschwendet, sondern sein ganzes Fürstentum in einen Garten verwandelt. So ist das Dessau – Wörlitzer Gartenreich entstanden, welches inzwischen seit über 20 Jahren den Status eines Welt-Kulturerbes genießt.

Inhalts – Übersicht

Ein Garten für alle – der Wörlitzer Park

Schöpfer dieses Gestaltungswerks war der humanistische und im Geiste der Aufklärung wirkende Fürst Leopold Friedrich Franz von Anhalt – Dessau. Nach dem Tode seiner Eltern wurde er 1758 bereits mit 18 Jahren zum Landesherrn. Und er begann sofort, unter dem Einfluß der englischen und italienischen Gartenkunst, mit der Umgestaltung seines Landes. Unterstützung erhielt er dabei durch seinen Freund und Berater Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff.

Wörlitz Gasthaus Eichenkranz
Torhaus des Eichenkranz – stadtseitig in Fachwerk

Der Wörlitzer Park ist nur ein kleiner Teil der Parkanlagen und der landschaftsgestalterischen Tätigkeit, die im ganzen Fürstentum mehr oder weniger noch heute wahrnehmbar die Ansicht prägt. Es ging dem Reformer nicht nur um schöne Gärten, sondern grundlegende Umgestaltung, schöpferisches Denken und pädagogisches Wirken auch für seine Untertanen, mit landwirtschaftlichen Erneuerungen, Bildungsprojekten und einem größeren Spektrum an Kunsteinflüssen.

So stand der Wörlitzer Park, ab 1764 gestaltet, von Anfang an zu großen Teilen – einschließlich dem Schloß – für alle „Landeskinder“ offen. Im Umfeld des Parks wurden Versuche zu Gartenbau und Feldwirtschaft unternommen, es wurden teilweise neue Tierrassen angeschafft und Bauern weitergebildet.

Wörlitzer Park - Kuhstall
Der Kuhstall

Spielerische Sammlung von Baustilen und Garten – Gestaltungselementen

Mit Brücken und Kurbel – Fähren von Insel zu Insel

Wörlitzer Park - Kurbelfähre
Fährüberfahrt per Handkurbel

Heute ist der Park ein abwechslungsreiches Areal mit dem See, Inseln, Kanälen und verschiedenen Bauwerken. Du kannst zu Fuß über die verschlungenen Wege wandeln oder auch Dich mit einer Gondel über die Kanäle durch den Park fahren lassen. Brücken verschiedenster Art, von stilvollen Steinbrücken über eine „Hornzacken“- Brücke, die an einen gespaltenen Eichenstamm erinnern soll bis zur schaukelnden Kettenbrücke oder einer Schwimmbrücke bieten immer wieder neue Anblicke und gestalterische Assoziationen. An mehreren Stellen gibt es keine Brücken, sondern Fähren, die von Mitarbeitern per Kurbelwinde über die Kanäle gezogen werden.

Hornzacken-Brücke Wörlitzer Park
Hornzacken-Brücke

Botanisch und Avi-Faunistisch spannende Nischen

Für botanisch interessierte Gäste bietet der Wörlitzer Park eine reiche Schau verschiedenster Pflanzen – teilweise einheimischer, aber auch Exoten, bis hin zu großen alten Bäumen. Dadurch und durch die Wasserläufe ist der Wörlitzer Park auch bei hohen Temperaturen über weite Teile kühl und schattig, so daß ein Besuch durchaus auch im Hochsommer möglich und empfehlenswert ist.

Wörlitzer Park Kanal
Im Wörlitzer Park

Auch für Ornithologen oder zumindest Vogelfreunde gibt es in Abhängigkeit von den Jahreszeiten interessante Beobachtungsmöglichkeiten. Über den Offenflächen und dem See jagen Milane – sowohl rote als auch schwarze- und Turmfalken. Dazwischen spielen Rauch- und Mehlschwalben und die Mauersegler sorgen mit ihren durchdringenden Schreien für dramatische Akustik. Die reich strukturierte Parklandschaft läßt sowohl Bodenbrütern als auch den heimlichen Hecken-Arten genügend Möglichkeiten zu Brut und Nahrungsquellen. Und die Wasserflächen einschließlich der nahen Elbe geben Flußseeschwalben und Lachmöwen den Raum für Flugkunststücke.

Im alten Baumbestand gibt es sicher genügend Höhlen für verschiedenste Höhlenbrüter einschließlich Fledermäusen.

So ist die Wörlitzer Parklandschaft zwar stark durch den Menschen strukturiert und einem strengen Pflegeregime unterworfen, aber doch abwechslungsreich genug, um verschiedensten Lebewesen genügend Lebensraum zu eröffnen.

Einige der Bauwerke des Wörlitzer Parks im Detail

Bereits bevor Du den Park selbst betrittst, wirst Du das Torhaus bemerken, welches das Restaurant „Zum Eichenkranz“ beherbergt. Dieses wurde 1785-87 von vorn herein als Besucher- Gaststätte für Wörlitz und den Park errichtet. Die stadtseitige Front ist als Fachwerk – Bau erkennbar, während parkseitig eine „gotisierende“ Fassaden – Gestaltung gewählt wurde.

Wörlitz Gasthaus Eichenkranz
Gasthaus Eichenkranz von der Parkseite gesehen.

Hauptweg oder durch „Neumarks Garten“?

Dahinter biegt nach rechts ein Weg in den Park, in Richtung Schloß und zur Gondelstation ab, während geradeaus die Straße weitergeht. Diese führt über die Friederiken-Brücke, die nach der preußischen Prinzessin Friedrike benannt ist. Rechterhand sichtbar sind schon der Südsee-Pavillon und dahinter der Bibliotheks – Pavillon. In ersterem befindet sich die Südsee-Sammlung, die der Fürst Friedrich 1775 vom Forschungsreisenden Georg Forster erhielt. Am Bibliotheks – Pavillon, der mit Raseneisenerz-Steinen verkleidet ist, gibt es einen weiteren Durchgang – die Treppe hinauf- in den Park. Wenn Du gut zu Fuß bist und dem Haupttrubel am „Eichenkranz“ – Eingang entgehen möchtest, kannst Du also hier hindurch auf kurzem Wege zum Labyrinth oder durch „Neumarks Garten“ mit der Fähre auf die Roseninsel. Die Bezeichnungen Neumarks Garten wie auch für den nördlich liegenden, größeren Schochs Garten gehen dabei auf die hauptverantwortlichen Gärtner zurück, die diese Teile und im Falle von Schoch einen Großteil des Parks mitgestaltet haben.

Wörlitz Südsee-Pavillon
Südsee-Pavillon

Erste Zeugnisse des deutschen Klassizismus

Das Schloß wurde 1769 – 1773 durch Erdmannsdorff errichtet. Es ist prägender Gründungsbau des deutschen Klassizismus. Die Eingangsfront wird durch eine Säulen-Vorhalle mit Dreieck-Giebel bestimmt. Aus verschiedenen Richtungen im Park kannst Du das Schloß immer wieder über Sichtachsen erkennen.

Der dahinterliegende „englische Sitz“ mit Blick auf das Nymphaeum wurde noch vor dem Schloß 1764/65 geschaffen und gilt als erstes klassizistisches Bauwerk in Wörlitz. Sein Vorbild war ein Bau in Stourhead in Südengland.

Mit dem römischen Portunustempel vor Augen entstand die Synagoge. Ein separat zugängliches Ritualbad befindet sich unter dem Betraum. Die Innenausstattung ist in der Reichspogrom-Nacht zerstört worden. Eine komplette Zerstörung des Bauwerks konnte der damalige Gartendirektor verhindern.

Wörlitzer Park - Schloßblick
Blick auf Schloß und Kirche
Wörlitzer Park - Synagoge und knieende Venus
Synagoge und knieende Venus

Frühe Mahnung für Kunst und Natur

Am Agneskanal steht der 1800 geschaffene „Warnungsaltar„, der als frühzeitiges Symbol für Natur- und Denkmalschutz gesehen wird. Die klare Aussage ist als Schriftzug um die Säule eingraviert: „Wanderer, achte Natur und Kunst und schone ihre Werke

Das Gotische Haus war ursprünglich ein Wohn- und Arbeitshaus für die Gärtner, wurde aber auch vom Fürsten zum gelegentlichen Aufenthalt und zur Unterbringung von verschiedenen Sammlungen genutzt. Überliefert ist, daß der Fürst einige Zeit hier mit der Gärtnerstochter Luise Schoch lebte. Mit jeder Erweiterung des Hauses wurden diverse Stile aus Europa, von Venedig über englische Tudorgotik bis Breslau mit einer Anleihe vom Rathausturm einbezogen.

Praktisch vis-a-vis gegenüber siehst Du den Floratempel. Dieser wurde einem weiteren südenglischen Bau, dem Casinobau in Wilton nachempfunden und als Musikpavillon genutzt. Er beherbergt eine antike Skulptur und wurde vom Hofmaler Johann Fischer mit floraler Bemalung versehen. Im gleichen Areal befindet sich auch das Forsthaus, das Garteninspektorhaus und das Palmenhaus.

Warnungsaltar Wörlitzer Park
Der Warnungs-Altar
Wörlitzer Park - Gotisches Haus
Gotisches Haus
Wörlitzer Park - Floratempel
Floragarten und Sichtachse zum Floratempel

Abenteuer- Kulisse für Jung und Alt im Wörlitzer Park

Gerade für jüngere Besucher spannend ist der nördliche Bereich um den Venustempel. Denn dorthin gelangst Du über eine Kettenbrücke, die zwischen zwei künstlichen „Felswänden“ hängt. Die Bauwerke sind mit Bruchgestein verkleidet. Von der Kettenbrücke bis zum Venustempel führt ein breiter Spazierweg, aber rechts und links erhältst Du Einblicke in eine Art „Unterwelt“. Das Ganze wird als „Romantische Partie“ bezeichnet. Über den Abgang links neben der Kettenbrücke oder rechts unter den Floratempel kannst Du an der Luisenklippe vorbei zu diesen abgesenkten Teil gelangen. Ich rate Dir, nimm die Taschenlampe mit! Teilweise führt Dich der Weg über dunkle Gänge in dem „Wohn- und Schlafraum“ sowie zum „Betplatz des Eremiten“.

Die Sandsteinrotunde des Venustempel überdacht eine Kopie der Venus Medici und ist Bezugspunkt zahlreicher Sichtachsen des Wörlitzer Parks. Hier bildet der Elbdeich den Abschluß der Parkanlagen. Integriert in den Deich sind Spazierwege, aber auch mehrere Gebäude, so das „Monument“ und weiter östlich das „Pantheon„.

Kettenbrücke Wörllitzer Park
Kettenbrücke
Venustempel im Wörlitzer Park
Venustempel
Wörlitzer Park - Monument
Das Monument mit antiker römischer Säule

Auch das zwischen 1801 und 1805 errichtete Monument ist ein mit Bruchsteinen verkleidetes Bauwerk. Auf der ursprünglichen Aussichtsplattform wurde eine aus Rom stammende Granitsäule errichtet. Im Inneren sind Reliefbilder anhaltischer fürstlicher Vorfahren aufgehängt.

Unterhalb des Elbdeichs am Agneskanal wurde 1769 von Erdmannsdorff die „Goldene Urne“ zur Erinnerung an die verstorbene erste Tochter der Fürstenfamilie errichtet. Von dort aus ist über Sichtbeziehungen sowohl die Synagoge als auch die Kirche praktisch nebeneinander zu sehen, was ein beabsichtigtes Zeichen der religiösen Toleranz des Fürsten verstanden wird.

Goldene Urne Wörlitzer Park
Die Goldene Urne

Nicht unerwähnt lassen möchte ich die Bauwerke der „italienischen Landschaft„, insbesondere die künstliche Felseninsel „Der Stein„. In diesem Bereich wurden vor allem die Erfahrungen von Italien- Aufenthalten wie dem Golf von Neapel, römische Bäder, Gladiatorenschule und Amphie-Theater u.a. in die Gartengestaltung eingebracht. Der Stein selbst ist bekrönt mit einer Nachbildung des Vulkans Vesuv und wurde in den ersten Jahren zu besonderen Anlässen wie ein aktiver Vulkan erleuchtet….

Besuchstips für den Wörlitzer Park

Die Parkanlagen sind sehr umfangreich und kaum an einem Tag bis in den letzten Winkel zu erfassen. Nutze eine der angebotenen Führungen, um mehr über diese Zeit der Aufklärung, die progressive Haltung des Fürsten und seiner Mitstreiter zu erfahren und die vielfältigen Verbindungen zu anderen „Prominenten“ dieser Zeit einordnen zu können.

Der Besuch des Parks ist bei freiem Eintritt auch an mehreren Tagen gut möglich. Lediglich die Nutzung der Fähren kostet Dich einen kleinen Obulus (1€, ermäßigt 50Ct.)

Mit dem Besuch weiterer Orte des Dessau – Wörlitzer Gartenreichs, dem Schloß Oranienbaum und der Lutherstadt Wittenberg kannst Du Deinen Aufenthalt in dieser Region schnell auf mehrere Tage ausdehnen. In der flachen Landschaft ist das Fahrrad ein sehr gutes Verkehrsmittel, zumal der Elberadweg das Gebiet gut erschließt. Auch landschaftlich hat die Elbufer – Region eine Menge zu bieten – die ganze Gegend gehört zum Biosphärenreservat Flußlandschaft Elbe.

Das Wetter in Wörlitz
Wörlitz Roseninsel-Fähre
Roseninsel-Fähre
Wörlitz Elbwiesen - Landschaft
Elbwiesen – Landschaft hinter dem Park

Anreise ins Dessau Wörlitzer Gartenreich

Nach Wörlitz mit Bahn und Rad

Die Anreise ist sehr gut mit der Bahn* möglich. Mit einer Kombination aus Bahn und Radfahrt hast Du die besten Erlebnis-Möglichkeiten in der Elbe-Region. Dessau Hauptbahnhof wird von vielen Zügen aus Richtung Potsdam, Magdeburg, Halle (Saale) und Leipzig angefahren.

Dessau – Wörlitzer Eisenbahn

In der Saison verkehrt zu bestimmten Tagen und Zeiten die Dessau – Wörlitzer Eisenbahn mit Schienenbussen (Doppelstock – Fahrzeuge und teilweise Triebwagen). Betreiber sind die Stadtwerke Dessau. In früheren Zeiten gab es in Dessau einen Wörlitzer Bahnhof, etwa 400m vom Hauptbahnhof entfernt. Dieser ist jedoch inzwischen Teil des in Dessau ansässigen Umweltbundesamtes. Nun fahren die Schienenbusse nach Wörlitz vom Bahnsteig 1 des Dessauer Hauptbahnhofs.

Teilweise werden auch Sonderfahrten auf der Strecke angeboten. Einen Zwischenhalt gibt es in Oranienbaum, so daß dort das Schloß und die Orangerie besichtigt werden kann. Zu bestimmten Ereignissen werden manchmal auch Sonderfahrten in die Erlebnislandschaft und Konzertarena Ferropolis angeboten. Dazu wurde ein Teil der früheren Grubenbahnen des Tagebaus Gräfenhainichen reaktiviert.

Bahnanreise über Wittenberg

Eine alternative Bahnanreise* ist über den Bahnhof Lutherstadt Wittenberg möglich. Du kannst also beispielsweise nach Wittenberg fahren, dort auf den Spuren Martin Luthers und der Reformation wandeln und dann entlang der Elbe mit dem Fahrrad weiter ins Dessau – Wörlitzer Gartenreich radeln. Deine Abreise planst Du am Ende von Dessau – oder alles umgekehrt in West – Ost – Richtung.

Mit dem Auto nach Wörlitz

Mit dem Auto oder einem Mietwagen* fährst Du auf der Autobahn A9 bis zur Abfahrt Dessau Süd. In östlicher Richtung sind es nur wenige Kilometer bis Oranienbaum und dann etwa 6 km bis Wörlitz. Wittenberg kannst Du von Wörlitz oder Oranienbaum über Landstraßen ostwärts erreichen.

Gastronomie in Wörlitz

Innerhalb des Parks beschränkt sich die Versorgung auf ein kleines Imbiß – Angebot. Bei der Größe des Geländes empfehle ich Dir deshalb, wenigstens ein paar Bemmen und was zu Trinken einzupacken (falls Deine sächsisch – Kenntnisse noch nicht so weit fortgeschritten sind, dann übersetze das einfach mit „Belegten Broten“).

Vor dem Park sind aber mehrere Möglichkeiten auf verschiedenstem Niveau zu finden. Der „Eichenkranz“ ist nur eine davon, vielleicht die ursprünglichste von der Entstehung her. Vis – a vis findest Du den Grünen Baum (Restaurant, ansonsten gibt’s in der warmen Jahreszeit ja jede Menge grüne Bäume).

Gasthaus Wörlitz
Gasthaus Grüner Baum

Und auch der Freisitz, welcher zu DDR-Zeiten als Selbstbedienungs- Schnellgaststätte an langen Gartentischen die Besuchermassen wie am Fließband versorgte, besteht noch. Allerdings nun abgespeckt und auf weniger Besucher, dafür mehr Angebotsvielfalt orientiert. Mir kommen da jedenfalls Kindheitserinnerungen an warme sonnige Sommertage, wo wir nach gut 2 Stunden Anfahrt mit dem Trabbi Plätze an diesen Tischen unter großen schattigen Bäumen gesucht haben und dann einer diese Plätze besetzt halten mußte, wären die anderen in der Schlange am Buffet entlangschlichen und vor dem Parkbesuch eine Stärkung erjagden.

Wer heute lieber billig essen möchte, macht noch ein paar Schritte weiter in die Stadt hinein – schräg links von der Straße weg versorgt eine Asia-Döner-Imbißgaststätte die SparFüchse.

Unterkünfte am Wörlitzer Park

Eine gemütliche kleine Unterkunft für je zwei Gäste ist die Pension am Park* direkt in Wörlitz. Diese ist in einem alten Fachwerkhaus am Markt und gerade mal 300m vom Schloß entfernt. Parkmöglichkeiten sind auf der Straße vorhanden. Für Unterhaltung sorgt in der warmen Jahreszeit ein Storchenpaar im Nest hinter dem Haus.

Doppelzimmer und Einzelzimmer sind im Hauenden Schwein“ in Wörlitz* verfügbar. Dabei handelt es sich um einen alten Gasthof. Ferien mit Hund sind auf Anfrage möglich. Frühstück ist inklusive. Bis zum Park und Schloß Wörlitz sind es ca. 500m.

Wenn Du zum Gartenbummel auch noch wellness und erfrischende Bäder im Pool möchtest, dann ist das Wörlitzer Ringhotel Zum Stein* Deine Adresse. Sauna und Ruheliegen, Römische Bäder und Spa-Behandlungen sowie Innen- und Außenpool können Deinen Tag abrunden. Zimmer gibt es vom Einzel- bis zum Familienzimmer. Leihfahrräder stehen zur Verfügung, bis zum Park und Schloß in Wörlitz sind es ca. 1,2km.

Die „Elbterrassen im Wörlitzer Winkel*“ sind zwar zum Park etwa 4 km entfernt, liegen dafür aber direkt an der Elbe. So kannst Du schon beim Frühstück den beruhigenden Blick auf den sanft dahinströmenden Fluß genießen. Vom Einbett-Zimmer bis zum 4-Bett-Familienzimmer gibt es diverse Raumgrößen. Du kannst auch vor Ort im Restaurant essen. Fahrräder für die Erkundung der Umgebung bekommst Du auf Anfrage.

(Rad-)Wanderkarten und Literatur zum Gartenreich und Wörlitzer Park

Rad – und Wanderkarten

Radkarte Lutherstadt Wittenberg, Wörlitz

Als Rad- und Wanderkarte für die Region ist die Ausgabe Lutherstadt Wittenberg und Umgebung* aus dem A.Barthel Verlag zu empfehlen. Mit dem Maßstab 1:50.000 ist sie genau richtig, um genügend Details zu finden, aber mit dem Fahrrad nicht in wenigen Stunden „von der Karte runterzufahren“. Neben Wittenberg und dem Gartenreich zwischen Wörlitz und Oranienbaum enthält sie mit dem Hohen Fläming eine weitere sehr schöne Naturlandschaft als Ergänzung (Naturpark Hoher Fläming im südlichen Brandenburg).

Wörlitzer Park – und Gartenreich – Literatur

Zum Thema Dessau – Wörlitzer Gartenreich und dem Wörlitzer Park gibt es inzwischen eine ganze Menge Literatur. Verständlich bei 20 Jahren Weltkulturerbe und reichlich 200 Jahren Park und Gartenlandschaft. Hier eine Auswahl:

Unter dem Titel „Das ganze Land ein Garten*“ wird das Gartenreich Dessau – Wörlitz vorgestellt und das Wirken des Fürsten Friedrich Franz von Anhalt – Dessau in seiner Vielfalt beschrieben. Ergänzt wird das Ganze durch farbige Abbildungen. Besonders sind in diesem Buch die historischen Zitate, die die Bilder auf ihre Weise kontextualisieren.

Gartenreich Dessau-Wörlitz - Buch

Noch intensiver auf die Zusammenhänge zwischen der bewußten Landschaftsgestaltung und die Ökologie gehen Hansjörg Küster und Ansgar Hoppe in ihrem Buch „Das Gartenreich Dessau – Wörlitz. Landschaft und Geschichte*“ aus dem C.H.Beck Verlag ein. Hier wird Bezug genommen auf die reformerischen Ansätze dieser Zeit, die sich in den verschiedenen Ausprägungen in der Landschaftsgestaltung wiederfinden.

Das Dessau- Wörlitzer Gartenreich

Besonders mit den Bildern aus verschiedenen Jahreszeiten punkten kann der Bildband „Das Dessau-Wörlitzer Gartenreich – Ein Paradies für das Diesseits*“. Der Fotograf Peter Kühn sammelte über viele Jahre hinweg seine Bildmotive im gesamten Gebiet des Gartenreichs, vom Wörlitzer Park über Schloß und Orangerie Oranienbaum, Mosigkau, Luisium, Georgium und Großkühnau und kann den Betrachter einladen, den paradiesischen Charakter dieser Landschaft zu erfahren. Wer dieses Buch angeschaut hat, wird immer wiederkommen wollen – egal zu welcher Jahreszeit.

.. und nicht nur Bilder

Einen etwas stärker kritischen Blick auf die Entwicklungen der 200 Jahre nach dem Tod des Regenten Fürst von Anhalt-Dessau wirft Katrin Krumpholz in ihrem Band „Zwischen Veränderung, Rekonstruktion und Erhaltung: Die Gartendenkmalpflege in Dessau- Wörlitz im Spiegel der Zeit*“ Denn immerhin ist zu bemerken, daß die ursprüngliche Gartenlandschaft des Fürsten zu Anhalt-Dessau 5 mal so groß war wie die heutige Weltkulturerbe-Fläche (immerhin auch noch 145km²). Viele der ursprünglichen Gestaltungselemente sind verschwunden, überbaut, weggeplant und zersiedelt. Auch die Wertschätzung für Gartendenkmale und die Ansätze der Pflegekultur unterliegen immer einem Wandel. Nach einem historischen Rückblick auf die Pflege und Erhaltung zu Lebzeiten des Fürsten steht hier vor allem die Zeit danach bis zur Verleihung des Kulturerbe-Status im Mittelpunkt.

Zum Schluß noch ein Hinweis auf ein besonderes bauliches Detail – das „Schloß Wörlitz. Das Landhaus des Fürsten Franz von Anhalt- Dessau*“, womit der Titel auch schon genannt ist. Dieses Buch wurde von der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz im Mitteldeutschen Verlag herausgegeben. Es widmet sich dem ersten Bauwerk des Klassizismus in Deutschland, welches von Friedrich Wilhelm Freiherr von Erdmannsdorff entworfen und im März 1773 an den Bauherren übergeben wurde. Während dieser vierjährigen Bauzeit weilte der Planer ein Jahr in Italien und sandte von dort weitere Entwürfe, aber auch Kunstgegenstände aus italienischer Provenienz für die Innenausstattung. Bilder und Texte führen den Leser durch diesen Gründungsbau des Klassizismus.

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