Wasserfälle, Höhlen, Tempel – Thailands Norden

Wasserfälle, Höhlen, Tempel – Thailands Norden

Die große Masse der Touristen besucht den thailändischen Süden, der sich als langgestreckte Landzunge zwischen dem Golf von Bangkok und der Andamansee bis Malaysia zieht. Denn dort sind die wunderschönen Badestrände und paradiesischen Inseln zu finden, aber auch Touristenburgen mit allen Begleiterscheinungen des Massentourismus.

Wer dagegen mehr vom Land, von historischen, religiösen und landschaftlichen Schönheiten in den Bergen Thailands erfahren möchte, sollte seine Wege zumindest für einen Teil der Reisezeit in Richtung Norden lenken – d.h. von der pulsierenden Metropole Bangkok aus nordwärts.

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Beste Reisezeit für Thailands Norden

Der Norden von Thailand ist am besten von Oktober bis Februar zu bereisen. Tagsüber ist es dann bis ca. 30°C warm. Ab März kann es bereits richtig heiß werden mit Tagestemperaturen über 40°C. Von Ende Juni bis Anfang Oktober ist Regenzeit. Vor allem im August können Straßen nach Überflutungen unpassierbar sein. In den Wintermonaten Dezember und Januar solltest Du aber warme Sachen dabei haben, da es nachts durchaus nur noch 15°C und weniger kühl sein kann – nach der Gewöhnung an hohe Tagestemperaturen für viele eine spürbare Frische.

Das Wetter in Chiang Mai

Anreise

per Flugzeug

Von Europa aus ist die Anreise v.a. mit dem Flugzeug möglich und problemlos von allen größeren airports. Allein von Frankfurt am Main fliegt Thai Air bis zu 2 mal täglich nach Bangkok. Weitere Fluglinien sind vom gleichen sowie von weiteren airports in Europa unterwegs. Das liegt nicht allein daran, daß Touristenmassen nach Thailand strömen, sondern daß sich Bangkok zu einem der wichtigen Luft-Drehkreuze in Süd-Ost-Asien entwickelt hat und Reisende von hier Anschlüsse in alle asiatischen Regionen haben. Bangkok hat zwei große Flughäfen, der ältere Don Muang nördlich der Metropole (an der wichtigsten Bahnlinie Richtung Nord /Chiang Mai und Nordost ) und der neue moderne Suvarna Bhumi International Airport (IATA-Kennung BKK) östlich der Stadt. Dieser ist per City Line – Hochbahn gut mit dem Zentrum von Bangkok verbunden.

Zur Buchung empfehle ich STA-Travel*. Dieser Reiseanbieter ist vor allem auf junges, abenteuerfreudiges Publikum orientiert und vermittelt vom einfachen Flug über individuelle Kombinationen an Vor- Ort- Unternehmungen bis zur durchorganisierten Reise alles auf Deine Vorstellungen hin abgestimmt. Übliche Pakete wie Nur- Flug oder Flug + Vor-Ort-Paket können online gebucht werden.

Von den Flughäfen in Bangkok aus bestehen Verbindungen zu den wichtigsten und vielen weniger wichtigen Orten in ganz Südost-Asien.

Schienen – und Straßenverkehr

Auf dem Landweg gelangst Du nach Thailand von den umgebenden Ländern Myanmar, Laos, Kambodia und Malaysia.

Bis Hanoi und Ho-Chi-Min-Stadt (Saigon) in Vietnam besteht schon heute die Möglichkeit, von Europa aus per Bahn anzureisen. Von dort fehlt dann die Schienenverbindung über Laos/ Kambodia nach Thailand. Diese Reise führt über Moskau – Peking – Nanning im Süden Chinas nach Hanoi und dauert mit allen Schnellzügen und sportlich absolviert knappe 14 Tage.

Thailands Bahn
Bahnfahren in Thailand

Es gibt (noch) keinen internationalen Schienenverkehr in der Region Nord- Thailand abgesehen von einer Verlängerung der Bahn nach Ban Thanaleng in Laos über Nong Khai, und damit praktisch bis in die Laotische Hauptstadt Vientiane. Dafür ist das Fernbus – System sehr weit ausgebaut, man kann nach Bangkok von Hanoi und Ho Chi Min-Stadt (Saigon) in Vietnam, Phnom Pen in Kambodia, Vientiane und Luang Prabang in Laos mit Bussen fahren, sicher noch von einigen Orten mehr. Zum großen Teil verkehren (klimatisierte) Semisleeper-Busse. D.h. Du buchst einen Schlafsitz oder gar eine „Schlafkoje“ in der Du unterwegs liegen kannst bzw. mußt. Das ist jetzt nicht super bequem, aber es spart Zeit, die Du über Nacht in Fahrt verbringen kannst. Die Strecken sind schon ziemlich lang, da die Verkehrswege in den bergigen Regionen von Laos nicht so gut ausgebaut sind.

Thailands Arcade Bus-Station
Chiang Mai – Arcade Busstation

Allerdings kann sich da in den nächsten Jahren ziemlich viel verändern! Zumindest in Laos investiert China im Rahmen der „neuen Seidenstraßen“-Projekte massig Geld auch in Verkehrsinfrastruktur – wo Du heute mit dem Bus über endlose Serpentinenstraßen Berg um Berg umrundest, gibt es zukünftig schnurgerade Zugstrecken einfach quer durch mit Tunnelketten und Brücken. Geplant und im Bau ist eine Bahnverbindung von Peking/ China über Laos bis nach Bangkok. Das aber wird die Region Süd-Ost-Asien insgesamt gravierend umkrempeln.

Einreisebestimmungen

Für Europäer der EU gibt es per Stempel im Paß bei der Einreise eine Genehmigung zum touristischen Aufenthalt in Thailand für max. 30 Tage. Ein Visum ist nicht erforderlich. Also nicht bei „VISA on arrival“ anstellen, als EU-Bürger braucht es das nicht! Du mußt vorab ein Einreise-Formular ausfüllen (T6), welches Dir i.d.R. bereits im Flugzeug von der Fluggesellschaft ausgegeben wird. Ansonsten liegen diese vor der „Immigration“-Schlange aus. Ein Abschnitt des bestätigten Einreiseformulars bekommst Du mit und mußt es bei der Ausreise abgeben – nicht verlieren! Es wird ein webcam- Foto gemacht. Inzwischen werden auch alle Fingerabdrücke bei der Einreise aufgenommen. Wer das nicht möchte, muß leider gleich zu Hause bleiben.

Die Aufenthaltsdauer kann von den Ausländerbehörden einmalig verlängert werden. Ansonsten ist die Ausreise für mindestens einen Tag erforderlich (z.B. ins nahe Laos oder Kambodia). Der Paß muß noch mind. 6 Monate gültig sein.

Öffentlicher Transport – lokal und regional

Mit der Bahn von Bangkok nach Chiang Mai

Wo es sie gibt, ist die Thailändische Bahn ein kultiges Fortbewegungsmittel. Schmalspur gegenüber der europäischen Regelspur ist sie etwas von gestern in der Ausstattung und im Betrieb. Z.B. winken bei der Abfahrt überall die Schaffner mit Fähnchen (bzw. blinken nachts mit Strobo- Taschenlampen), bis der Zug den Bahnhof verlassen hat. Auf den Bahnhöfen werden z.T. „Schiffsglocken“ geläutet, wenn Züge angekündigt sind und das Bahnhofspersonal steht stramm an vorgesehenen Posten zum Empfang. Bei der Ankunft am Endbahnhof werden z.T. gleich mal einige Scheiben ausgewechselt, die während der letzten Fahrt zu Bruch gegangen sind. (Pardon, ist mir auch passiert, das Fenster hat sich beim Runterlassen verkantet und brach beim Hochziehen)

Bangkok Bahnhof
Bangkok Hua Lamphong

Ich habe aus Sicht eines Bahnkunden alle Bahnmitarbeiter in Thailand als sehr freundlich, hilfsbereit und engagiert erlebt. So bin ich einmal von Ayutthaya aus mit einem Nachtzug im Liegewagen nach Chiang Mai gefahren – gleich beim Einsteigen kam ein Schaffner auf mich zu, hat mich zu meinem Platz geführt und reichte saubere (eingeschweißte) Bettwäsche. Am Morgen – kaum daß ich meinen Vorhang weggezogen hatte, kam ein anderer Bediensteter und bot mir frischen Kaffee an.

Die Reisegeschwindigkeit lag teilweise bei nur 40 km/h, wodurch ich die Fahrt durch den Djungel sehr genießen konnte. Maximalgeschwindigkeit war ca. 90km/h (alles laut meinem GPS). Die Preise sind moderat.

Die Bahnlinien in Richtung Norden fahren ab Bangkok vom Bahnhof Hua Lamphong aus.

Dichter Busverkehr mit Kleinbussen auf dem Land

Neben der Bahn gibt es ein ausgebautes Linien-Busnetz. Eigentlich ist wohl jeder Ort zu erreichen. Größere Städte haben große Busstationen mit einigem Service wie Toiletten, Shops, Imbiß usw. In abgelegenere Regionen und kleinere Orte fahren Kleinbusse, so groß wie VW-Busse. Allerdings haben diese eine Sitzreihe mehr, so daß sich 14 Personen den engen Platz teilen. Gepäck landet zum großen Teil auf dem Dach, kleinere Sachen (oder wenn das Dach voll ist) kommen unter den Sitz oder irgendwo hin, wo noch ein wenig Platz ist. Da manche Touren locker 3-4 Stunden dauern können, ist das eine ziemliche Qual. Selbst für mich, der ich nicht allzu groß bin. Am Ende weißt Du nicht mehr, wie Du Deine Beine noch verdrehen sollst, damit es halbwegs auszuhalten ist. Hier kommt man in engen Kontakt mit den Einheimischen !

Thailands Kleinbusse
Kleinbus für 14 Reisende

Dazu würde ich sagen – eine längere Strecke ist finanziell nicht Dein Ruin. Aber wenn Du mit kleinem Budget mehrere kurze Abschnitte hintereinander fährst, um eine Region zu erkunden, ist das auf Dauer doch spürbar. Jedenfalls wenn es Dir darum geht, ohne große Kosten einen längeren Zeitraum in der Region zu verbringen.

Busverkehr in Thailands Norden
Busstation in Mae Hong Son

Für diejenigen, die lieber Zeit sparen und dafür mehr Geld ausgeben wollen, gibt es in Thailand auch noch ein ziemlich ausgebautes Regional-Flugsystem. Allein von der relativ kleinen Stadt Mae Hong Son ganz im Nordwesten, in der ich mit einige Zeit aufgehalten habe, flogen jeden Tag mindestens 2 Maschinen von und in die Provinzhauptstadt Chiang Mai mit Anschluß nach Bangkok und weiteren Zielen. Es wäre also eher kein Problem, von dieser letzten Ecke vor Myanmar innerhalb von max. 4 Stunden zurück nach Bangkok zu gelangen.

Geld

Die Währung Thailands ist das Bath. 1€ entspricht in etwa 33,77 Thai-Bath. In den größeren Städten gibt es Geld überall an zahlreichen Bankautomaten, die zum großen Teil die üblichen Kreditkarten akzeptieren. Manchmal stehen auf U-Bahnhöfen regelrechte Bankomaten- Schlangen der verschiedenen Banken zur Verfügung. Unabhängig von den Konditionen der heimischen Bank zur Abhebung von Fremdwährungen werden von den Automatenbetreibern vor Ort Abhebungs- Gebühren aufgeschlagen, die von keiner Bank erstattet werden!

Nach einigen Versuchen bekommst Du heraus, welche Bank am Günstigsten ist und ansonsten ist es einfach besser, größere Posten auf einmal abzuheben. Der Gebührenaufschlag wird vor der Buchungsbestätigung angezeigt, Du kannst also noch abbrechen, wenn Dir die Nebenkosten zuviel werden. Derzeit (2020) habe ich nur Automaten gefunden, die 220 Baht (also in etwa 6,50€) Gebühren nehmen.

Unterwegs…. auf nach Norden!

Ayutthaya

Einfache Anreise von Bangkoks Zentrum

Diese Stadt mit ca. 83.000 Einwohnern befindet sich nur rund 80km nördlich von Bangkok und ist sehr gut mit der Bahn ab Hua Lamphong zu erreichen. Mit einem Personenzug (ordinary) kostet das nur rund 15 Baht, also etwa 45 Eurocent, die Fahrt dauert ca 1 3/4 Stunde. Wenn Du es ruhig angehen lassen willst, weg von der hektischen Metropole Bangkok, und erstmal ein wenig den Jet-lag verdauen, dann ist Ayutthaya ein willkommener Start.

Thailand Ayutthaya Bahnhof
Bahnhof Ayutthaya

Ayutthaya liegt am Zusammenfluß dreier Flüsse und war die 2. Königsstadt der Thai vor Krung Thep (Bangkok) und nach Chiang Mai. Die Ruinen der Königspaläste und Tempelanlagen liegen in weitgestreckten auenartigen Parklandschaften und sind seit 1991 Weltkulturerbe der UNESCO. Es empfiehlt sich, diese mit einem Fahrrad zu erkunden. Der Kern des neuen Ayutthaia befindet sich in etwa zwischen dem Bahnhof und der alten Königsstadt und ist nicht gerade eine Augenweide. Jedoch befinden sich hier in der Umgebung des Chao Phrom Marktes die meisten Guesthouses.

Vom Bahnhof kommend mußt Du zuerst mit einer kleinen Fähre ( 5 Baht) den Flußarm des Maenam Pasak überqueren, dann stehst Du schon im Zentrum. Da die Fähre nach 20:00 Uhr nicht mehr fährt, gibt es den weiteren Fußweg über die Brücke südlich vom Bahnhof.

Tempelruinen im Park

Ayutthaya war vom 13.Jh bis ins 17.Jahrhundert die Hauptstadt des Thai-Königreichs. Deshalb gibt es verschiedene Palastanlagen sowie zugehörige Tempel- und Kloster. Heute sind diese in unterschiedlichen „Erhaltungszuständen“. Einige der Tempel sind saniert und in vollem Betrieb, viele eher Ruinen. Von den Palästen stehen manchmal nur Grundmauern, es ist aber begonnen worden, einzelne Gebäude prunkvoll wieder aufzubauen. Insgesamt und vor allem mit dem weitläufigen Parkgelände lohnt sich der Besuch, zumal Du ganz entspannt einzelne Ziele heraussuchen und diese mehr oder weniger gründlich anschauen kannst. Für die Tempeltour zwischen den fünf Haupttempeln gibt es eine Sammelkarte.

Ayutthaya Tempelruine
Tempelruine in Ayutthaya

Wenn nicht gerade Hochwasser den Touristenverkehr lahmlegen, gibt es Bootstouren auf den vielen Flußarmen, die das Zentrum und die Tempel-Parks umschließen.

Unterkünfte in Ayutthaya

Ayutthaya hat verhältnismäßig viele Unterkünfte in verschiedenen Preisklassen zu bieten. Durch die Nähe zu Bangkok und die kulturelle Bedeutung ist ein Ausflug nach Ayutthaya für 2, 3 Tage bei vielen Reisenden gefragt. Für Budget-Reisende stehen eine Reihe von Hostels zur Verfügung mit Dorm-Betten, beginnend ab etwa 100 ThB aufwärts. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann diese vorab über hostelworld* buchen.

Wer mehr Wert auf Privatheit und einen gehobeneren Standard legt, ist in den Guesthouses der Stadt richtig.

Nahe dem Schwimmenden Markt und in einer Villa im traditionellen Holz-Baustil befindet sich das Baan Thai House*. Dieses erwartet seine Gäste mit gepflegtem Garten, Pool und Terasse. Mit den Fahrrädern des Hauses sind die Tempelanlagen in 15 bis 20 Minuten zu erreichen.

Ebenfalls mit viel Holz gebaut ist das Baan Tye Wang Guesthouse*, welches einen schönen Blick auf einen der Kanäle bietet. Die Terassen und Balkone laden zum Sitzen ein, die „Regenduschen“ befinden sich im Freien. Fahrräder gehören zur Grundausstattung, so daß einem Besuch in den nahegelegenen Palästen nichts im Wege steht.

Wer als Unterkunft lieber eine moderne Behausung im Bungalow-Stil wünscht, der findet in der Q Zone Boutique* seinen Platz. Jedes Zimmer hat seinen eigenen Außenbereich. Eine Lounge sowie service desk mit Reiseinformationen und Tourenvermittlung stehen bereit. Zum Haus gehört ein a-la-carte – Restaurant.

Chiang Mai

Das ist die Provinzhauptstadt am Fluß Ping. Für viele Backpacker die Schnittstelle auf dem Weg in die Regionen an der Grenze zu Myanmar, ins „Goldene Dreieck“ oder letzter Abstieg vor der Weiterfahrt nach Laos oder Nordvietnam. Sie liegt am anderen Ende der Nord-Eisenbahn, Du kannst also in Bangkok Hua Lamphong (oder Ayutthaya) abends in den Zug steigen und am nächsten Morgen in Chiang Mai ankommen.

Bahnhof Chiang Mai
Chiang Mai – Bahnhof

Historische erste Königsstadt

Einige beeindruckende buddhistische Tempel sind hier zu finden, die besonders des Nachts unter Beleuchtung weiß und golden glitzern. Mit insgesamt über hundert Tempelanlagen und Klöstern ist Chiang Mai auch ein religiöses Zentrum des thailändischen Nordens.

Chiang Mai - Tempel bei Nacht
Tempel in Chiang Mai

Der älteste Tempel Wat Chiang Man stammt immerhin schon vom König Mengrai aus dem Jahr 1269, welcher zu der Zeit von der wachsenden Hauptstadt umgeben war. Chiang Mai ist damit die erste Hauptstadt der Thai, diese „wanderte südwärts“ über Ayutthaya nach Krung Thep, wie der Kern der heutigen Hauptstadt Bangkok bei den Thai heißt.

Nordwestlich des Zentrums am „Superhighway“ findet sich denn auch ein Nationalmuseum, welches allerdings in seiner Ausstellung eher bescheiden und der historischen Bedeutung von Chiang Mai kaum angemessen ist.

Chiang Mai - Teak House
Teak Häuser werden selten in Chiang Mai

Während die eher ländlichen typischen Teakhäuser Stück für Stück der Modernisierung der Stadt zum Opfer fallen, findest Du noch einiges an historischen Strukturen in den engen Gassen innerhalb der Stadtmauern des Kerngebietes.

backpacker – hotspot des thailändischen Nordens

In Chiang Mai triffst Du auf viele lokale Anbieter von Trekking – und Rafting -Touren, Elefanten- Safaris, Djungel-Camps usw. sowie Fahrrad -, Moped- und Motorrad-Verleiher. Das konzentriert sich v.a. auf das Altstadtzentrum um die Ratchamanka Road. So kannst Du von dieser Stadt aus organisierte Touren in die nahen Berggebiete unternehmen und Deinen Abenteuer-Vorlieben nachgehen. Zwingend ist das allerdings nicht, wenn Du z.B. Pai oder für Nature-Hikes Mae Hong Son im Nordwesten mit dem Bus ansteuerst, bekommst Du dort vor Ort weitere Optionen mit den dortigen Locals.

Julie Guesthouse Chiang Mai
Chiang Mai – Julie Guesthouse

Die Zahl der Hotels und Guesthouses ist immens und in den letzten Jahren weiter gewachsen. Sowohl Preise als auch Qualität weist eine beträchtliche Spanne auf. Im günstigen Hostel – Dorm wiederholte sich für mich leider die Erfahrung mit Bettwanzen (bedbugs), das einfache Guesthouse bot mir für 1, 2 Euro mehr Privatsphäre und erholsame Ruhe. Gerade in der Nähe der Guesthouses im Zentrum sind Restaurants im westlichen Stil weit verbreitet, eine Gelegenheit, mal wieder Pizza statt Thai food zu essen, für alle, die ernährungstechnisch etwas in Schwierigkeiten geraten sind.

Mae Sariang

Ruhe abseits eingetretener Pfade

Etwas abseits der üblichen Touristenpfade und dadurch deutlich ruhiger liegt der kleine Marktort Mae Sariang westlich von Chiang Mai. Hierhin gelangst Du mit einem Kleinbus von der Arcade Bus Station im Nordosten von Chiang Mai. (Ca. 3 Stunden Fahrt).

Thailands Morning Alm in Mae Sariang
Mae Sariang – geschmückt für den Gang der Mönche

Aufgrund der Nähe zur Grenze nach Myanmar leben in der ganzen Region viele Stämme, Volksgruppen und Flüchtlinge in kleinen Dörfern, die z.T. von dort fliehen mußten. (Karen, Shan u.a.)

Im Ort gibt es ein kleines Museum zur 540 – jährigen Geschichte der Stadt. Außerdem das Wat Chom Kham, welches der Bevölkerung eine besondere Aufmerksamkeit wert ist: In etwa Mitte Oktober ziehen die Mönche morgens gegen 3 Uhr die geschmückten und beleuchteten Straßen entlang und bekommen von den Anwohnern Speisen- Pakete zugesteckt. Dafür wird extra gekocht und gepackt und das im großen Stil! Die Geschichte ist wohl in etwa – es wurden einige Wochen zuvor Bäume gepflanzt. Damit die Mönche diese jungen Neupflanzungen nicht zertreten, wurden sie in ihrem Tempel – Kloster für eine Fastenzeit eingesperrt und erst Wochen später wieder „herausgelassen“ Damit sie nun schnell wieder an Kräften gewinnen und aus Dankbarkeit, stecken die Bewohner ihnen die „care-Pakete“ in der Morgenfrühe zu.

Mae Sariang North-West-Guesthouse in Thailands Norden
Mae Sariang North-West-Guesthouse

Kleine familiäre Guesthouses in Mae Sariang

Es finden sich nur relativ wenige Guesthouses in Mae Sariang, diese sind klein und familiär. Ich war im North-West – Guesthouse, was ich sehr empfehlen kann. Wenige einfache Zimmer ohne oder mit Klimaanlage verteilen sich im ersten Stockwerk des Holzhauses (Gemeinschaftsbad), darunter zwischen den dicken Pfosten des offenen Holzständerwerks ist der Gastraum bzw. die Gäste- Terrasse(?). Dort kannst Du günstig essen, die Besitzerin spricht gut englisch, macht alles Mahlzeiten frisch und kümmert sich um Deine Wünsche. Mopeds und etwas klapperige Fahrräder gibt#s auch zum Ausleihen. Trekkingtouren oder Bootstouren werden vermittelt oder eventuell vom Mann des Hauses angeboten.

Sawadee Bar in Mae Sariang
Die Sawadee Bar in Mae Sariang mit deutschem Koch.

Gegenüber ist eine kleine Wäscherei, wo ich an einem Tag gleich mal meine Klamotten „professionell“ habe waschen lassen. Das „River Guesthouse“ befindet sich in der Nähe. Überhaupt ist diese Straße entlang des Flusses Yuam sozusagen das touristische Zentrum, mit 1, 2 weiteren Restaurants, einem Eiscafé und den Guesthouses. Für den Abend empfehle ich Dir schräg gegenüber die Sawadee – Bar und Restaurant. Dort ist ein deutscher Koch mit seiner Thai – Frau der Gastgeber, vor allem an Wochenenden trifft sich ein internationales Publikum. Nicht etwa Traveller, sondern Mitarbeiter verschiedener Hilfsorganisationen, die in dieser Grenzregion die Camps der Flüchtlinge aus Myanmar betreiben und die lokale Bevölkerung einbeziehen. Zur Flußseite hin hat das Restaurant einen Balkon bzw. Terasse. Mitten im Gastraum steht ein Billard-Tisch, wo es schon mal heiß hergehen kann.

1864 – eine Zahl schlägt Wellen

Es gibt eine Zahl, die im Nordosten, insbesondere zwischen Pai und Mae Hong Son, für Furore sorgt – auf T-Shirts, Postkarten und sonstigen Souvenirs. 1864 Das ist nicht etwa eine Jahreszahl , die für ein besonderes historisches Ereignis steht. Das ist die Zahl der Kurven, die bei der einmaligen Umrundung der Mae Surin Berge am River Pai und Mae Surin Nationalpark zu absolvieren sind. Demzufolge ist die Region auch ein Mekka der weltweiten Zweirad-Gemeinde, die z.T. mit eigenen, meist aber mit geliehenen Motorrädern auf den Straßen unterwegs sind. Leider nicht immer im angemessenen Stil und häufig ohne Helm, so daß es jährlich schwere Unfälle gibt und die Kurven ihre Opfer fordern.

Mae Hong Son

In etwa die Hälfte der kurvenreichen Strecke der Hauptstraße 1095 liegt Mae Hong Son am Rande der Mae Surin Bergen, zu erreichen mit Linienbussen von Mae Sariang oder aus der anderen Richtung von Chiang Mai über Pai.

Der Tempelsee von Mae Hong son in Thailands Norden
Der See in Mae Hong Son

Ein kleines Regionalzentrum mit Tempel-Anlage am See, wo sich auch die meisten der backpacker- Guesthouses, einige sehr schöne nicht nur auf westliche Touristen ausgerichtete Restaurants und Cafés sowie eine Straße mit Souvenirshops, Kunsthändlern und Trekking-Touren-Anbietern befinden.

In den Bergen in Thailands Norden
Nam von Sawasdee Trekking Tours

Individuelle Trekking Tour

Hier lernte ich Nam von Nam Rin Sawasdee Tours kennen, die ein- und mehrtägige Hikes durch die Berge führt. Da ich etwas vor der Saison unterwegs war, bekam ich von Ihr meine private Tages-Tour in den Bergen an der Grenze zu Myanmar einschließlich Besuch im Karen -Dorf, Mittagessen am Lagerfeuer mit Kräutertee im Bambusrohr zubereitet und Visite bei einer befreundeten Bauernfamilie. Sie bestach mit ihrem Wissen über die dortige Tier- und Pflanzenwelt und wurde nicht müde, mir Dinge zu zeigen, an denen ich vermutlich unerkannt vorbeigelaufen wäre.

Karendorf in Thailands Norden
In einem Karendorf
Karendorf in Thailands Norden
Long-Neck-Figuren im Karen-Dorf

Die Karen sind eine der vielen indigenen Volksstämme, die in der Region in kleinen Dörfern leben. Bekannt ist vor allem eine Untergruppe (Padaung) der Karen als „longneck“, da die Frauen von Kindheit an mit Halsspiralen die Hälse strecken und das Schulterskelett deformieren. Seit den 80er Jahren sind in der Region mehrere „Schaudörfer“ entstanden, wo die Padaung – Frauen als ethnische Attraktion „vorgeführt“ werden. Damit konnten diese Familien zwar etwas ihre finanzielle Lage verbessern, das große Geld verdienen allerdings andere. Zu Recht wurde diese Praxis u.a. von der UNO verurteilt.

Trekking in Thailands Norden
Schmarotzerpflanze an einem Baum
Spinne in Thailands Bergwäldern
Spinnennetz im Bergwald
Bergtour in Thailands Wäldern
Lagerfeuer zur Mittagsrast
Thailands Landbevölkerung
Besuch bei lokalen Bauern

Thailändischer Nachtmarkt am See

Am See von Mae Hong Son versammeln sich abends viele lokale Familien und Gruppen zu einen einheimischen für Thailand typischen Suppenküchenmarkt. (night market) Auch wenn hier immer einige Touris mit durchschlängeln – das ist den Thai ein Fest! Viele der Familien kommen mit ihrer Koch-Ausrüstung, bauen zu Beginn der Dämmerung ihren Stand auf unter Gaslichtern und Lichterketten und dann wird gekocht, gebrutzelt und geschmort, ausgeschenkt, gekostet, geschlemmt, gefachsimpelt…

Thailands Nachtmarkt am See
Nachtmarkt in Mae Hong Son

Um auch die Umgebung erkunden zu können, habe ich mir für mehrere Tage ein Moped ausgeliehen. Das war wirklich eine gute Entscheidung, weil die wahren Schätze sonst nur mit organisierten Führungen und Tagesfahrten zu erkunden sind.

Einige km südlich an der Straße nach Khun Yuam und Mae Sariang liegt rechterhand ein „Thermalbad“ Pha Bong Hot Spring.

Die Anlage an sich war bei meinem Besuch ziemlich heruntergekommen, das große Becken abgelassen und am Boden zeigten sich große Risse. Aber es war möglich, in Badewannen in Einzelkabinen das heiße Bodenwasser zu genießen, auch Behandlungen werden angeboten. Das hatte irgendwas von Bade-Kuren in den Sechziger und Siebziger Jahren.

Für mich wie immer interessant nutzte ich das Angebot der Thai-Massage, von dem dort weniger Touris, sondern vor allem Einheimische regen Gebrauch machen. Der Laden war gut besucht, ich mußte sogar ca. 1/2 Stunde warten, obwohl rund 5 Plätze zur Verfügung standen. Kostenmäßig war es die günstigste Massage, die ich in ganz Thailand hatte, trotzdem gut und von freundlichen, kundigen Masseusen offeriert.

Der Mae Sakut Nature Trail – 3 Stunden spannende Wanderung

In den Bergen um Mae Hong Son liegen mehrere Nationalparke. Am Mae Surin NP bekam ich dann auch mal ohne Führer und Organisation das, was ich immer gesucht habe – eine Skizze mit einem Rundweg, der Mae Sakut Nature Trail, der in ca. 3-4 Stunden gut zu laufen war und von Wasserfällen (wäre am liebsten gleich duschen gegangen, aber die Mücken!) über unterschiedliche Baumarten und Vegetationstypen bis zum Fernblick vom Kammweg eine Reihe interessanter Einblicke in die ökologische Struktur der nordthailändischen Bergwälder erschloß. Info-Tafeln erläuterten an mehreren Punkten die Vegetation und Bedeutung. Der abschließende Höhepunkt war der dreistufige Maekut Long Wasserfall. Genau solche lehrreichen Angebote waren für meinen Geschmack noch zu selten.

Schlammbad und Fish Cave – Ziele nördlich von Mae Hong Son

Auch nördlich von Mae Hong Son sind mehrere kleine Erkundungs-Ziele „versteckt“. In einem staatlich ausgezeichneten Schlammbad (Phu Klon Mud Spa) kannst Du die heilende Wirkung von Modder testen.

Thailands Phu Klon Mud Spa
Schlammbad in Phu Klon

Noch ein Stück in die Berge im Norden führt der (ausgeschilderte) Weg zu einem weiteren Wasserfall. Aufpassen, die Grenze zu Myanmar ist nicht mehr weit und beschreibt dort einen Bogen nach Osten.

Thailands Mud Spa
Schlammkur im Mud Spa

An der Hauptstraße 1095 bei Ban Huai Pha schwärmen die Thai für eine Attraktion – die „Fisch Cave„. Dort fließen einige Bachläufe und kleine Teiche, in denen Karpfenartige in größerer Zahl leben. Eine Grotte ist unterirdisch mit dem Teich verbunden, so daß die Fische dort hineinschwimmen können. Für die Einheimischen ist es ein Vergnügen, Futterpellets in das kleine Bassin am Boden der Grotte zu werfen, so daß sich die Fische dort hineindrängeln und wie in der Sardinenbüchse übereinander um das Futter „prügeln“, so daß das Wasser brodelt.

Thailands Fish Cave
Fischgrotte nördlich von Mae Hong Son

Pang Mappa (Soppong) – Tham Höhle

Auf der Hälfte der Strecke nach Pai (Hauptstraße 1095) in der Nähe von Pang Mapa (Soppong) liegt einige Kilometer nördlich der Straße die Höhle Tham (-Lot).

Thailands Norden Tham Lot Höhle
Eingang zur Tham Lot

Das ist ganz gut organisiert, damit nicht alle überall hin trampeln. Es werden einheimische Führer zur Verfügung gestellt (alle entsprechend angelernt, hatte ein wenig den Charme von ABM-Maßnahmen), die Touristen einzeln oder in kleinen Gruppen in die Höhle begleiten. Diese tragen große Petroleum – Lampen, die werden vor der Höhle entzündet. Am Eingang wieder die übliche Thai-Attraktion: Fischfutter-Pellets in den Fluß werfen – dann prügeln sich da hunderte von Karpfen (oder sowas ähnliches) drum, das bringt die Thai regelrecht in Verzückung.

Tham Lot – die Höhle mit den Tropfstein – Figuren

Dahinter kommt der Höhleneingang, in dem der Fluß etwas aufgestaut ist. Die Touris müssen dann auf Bambus-Flößen Platz nehmen und werden ein paar Meter in die Höhle hinein gestakt. Gute Idee zur Besucherlenkung und -beschränkung! In der Höhle gibt es einige schöne Felsformationen und Tropfsteine, auf die die Führer hinweisen.. soweit sie es denn auf englisch können. Da meist mehrere Führer zusammentreffen, helfen sich alle gegenseitig.. und halten lustige Schwätzchen, von denen ich leider nix verstanden habe.

Tham Lot In Thailands Norden
In der Tham Lot

Mein Garmin (mit openstreetmap-Kartenmaterial) zeigte mir in der Nähe als „point of interest“ noch eine weitere Höhle. Die wollte ich natürlich auch noch ansehen. Halt war dafür ausgerechnet an einem Militär-Checkpoint. Aber man hat mich unbehelligt gelassen. Es ging ein Stück einen Trampelpfad hinauf, dort stand ein alter verwahrloster Pavillion. Daneben ein großes Loch im Boden – der Eingang zur Höhle. Alles zugewachsen und überwuchert. Irgendwann gab es sicher auch mal einen Besucherzugang, denn in das Loch führten Reste einer in sich zusammenfallenden Treppe hinunter. Was ich spannend gefunden hätte, wäre ein abendlicher Besuch hier, denn diese Höhlen sind i.d.Regel das Tagquartier für Massen an Fledermäusen, die in der Abenddämmerung ausschwärmen. Doch leider war es noch viel zu früh am Tage, so daß ich noch Stunden hätte warten müssen…

Fluß an der Tham Lot in Thailand
Durch die Höhle Tham strömt der Fluß

Pai

Die backpacker- Hochburg im Norden schlechthin. Keine Ahnung, wie so ein Ort so einen hype entwickeln kann – mit allen guten und schlechten Seiten, die das hat. Wenn Du „ursprüngliches Thailand“ suchst, bist Du dort falsch. Wenn Du mal wieder Kontakt zu vielen Westlern und der „backpacker – Szene“ brauchst, die Seele baumeln lassen willst, Party feiern, Meditieren, Fish-Spa und andere wellness- Moden genießen, auf Autoreifen den Fluß hinabraften, eine Trekkingtour, Elefantencamp, Kletter- oder Höhlenspot (z.B. Tham Lot mit Anfahrt) oder Deine Weiter- und Abreise organisieren oder einfach nur konsumieren willst, bist Du dort richtig. Yoga, Kochkurse, Thai Chi und Qui Gong – alles ist möglich an diesem Ort.

Thailands Pai River
Tubing auf dem River Pai

Locals unter Fremden

Natürlich leben in Pai auch Einheimische. Ein Tempel und eine Moschee dicht beieinander und viele entsprechende Besucher waren deutliche Hinweise (wobei die Muslime mit mehreren Läden im backbacker- Viertel kräftig mitmischen). Da der populäre König Bhumibol gerade gestorben war, haben die Einheimischen auf dem wichtigsten Platz der backpacker-Straße eine abendliche Trauerfeier organisiert, was selbst vielen Westlern nahe gegangen ist. Nur dominiert v.a. allabendlich genau diese Szene das Straßenbild wie an keinem anderen Ort im Nordwesten Thailands.

Pai hat demzufolge eine Reihe an Unterkünften. Von ganz guten Hotels bis zu einfachen Bambus-Hütten findest Du eine große Spannbreite für alle Preislagen. Einige der guesthouses liegen direkt an der Hauptstraße gleich neben der Busstation, viele als „ressorts“ am Fluß. Ist Dir soviel Zivilisation auf einmal nicht recht, gibt es in der näheren und weiteren Umgebung noch abgelegene ruhige Unterkünfte.

Thailands Hauptverkehrsmittel
Scooter sind Hauptverkehrsmittel

Mit dem Scooter in die Umgebung

Auch in Pai gibt es viele Moped-Vermieter mit Massen an Rollern vor der Tür. Da habe ich nicht lange gezögert, um mir die Umgebung anzuschauen. (Einfache Automatik für 3€/Tag)

Thailands Weltkriegsbrücke
Weltkriegsbrücke bei Pai

Denn die Umgebung ist ein schönes, von Flüssen durchzogenes Hügelland. Als Ausflugsziele propagiert wird ein „Canyon“ und die „Weltkriegs-Brücke„. Der Canyon ist so eine Art Mini-Ausführung des Grand Canyon. Durch Auswaschungen haben sich schmale Grate ergeben, von denen Steile Abhänge in die Tiefe führen. Es ist schon ein Kleinod der Natur, wenn auch bei weitem nicht soooo spektakulär. Nur ein kleines Stück weiter findet sich eine historische Eisenträger-Brücke, die Word War II Memorial Bridge (8km südl von Pai). Diese ist für die Thai ein Wahrzeichen aus dem 2. Weltkrieg, da sie gegen die Japanischen Invasoren verteidigt worden ist.

Thailands Canyon in Pai
Canyon in Pai

Die Hauptstraße verläuft inzwischen auf einer breiteren Betonbrücke daneben, doch immerhin ist den Thai die alte Brücke so wichtig, daß sie nicht abgerissen wurde. Die etwas vergleichbare Brücke der „Begegnung“ an der Elbe“ 1945 zwischen sowjetischen und amerikanischen Soldaten bei Torgau wurde Anfang der 90er Jahre doch schnell gesprengt, aller historischen Bedeutung zum Trotz.

Chinesisches Dorf und Wasserfall – Rutsche

Westlich von Pai befindet sich ein „Chinesisches Dorf„. Thailand war, wie schon erwähnt, immer wieder Ziel von Flüchtlingen aus den umliegenden Ländern wie Birma, China, Laos oder Vietnam wegen der dort stattfindenden Kriege, Unruhen und harten Diktaturen. So kamen z.B. auch Chinesen, die sich in der Nähe von Pai ansiedeln konnten. Das Chinesische Dorf ist z.T. jetzt so etwas wie ein Museumsdorf, in dem es „traditionelles chinesisches Leben“ zu bewundern gibt, man chinesisch essen kann und natürlich gibt’s Souvenir-Shops usw. Auf diese Art haben doch einige der Exil- Chinesen eine Einkommensquelle erschlossen. Wenn Du dort unterwegs bist, lohnt es sich, mal anzuhalten und reinzuschauen.

Und dann zieht da noch der Wasserfall Mor Pang die backpacker in Scharen an. Man kann ein wenig in den Wasserbecken plantschen, viele nutzen aber die felsige Wasserrinne auch zum Rutschen. Das ist so eines der Vergnügen für die internationalen Touri- Massen aus Pai.

Der weiße Buddha und die Elefanten-Carports

Rund 3km von Pai entfernt östlich grüßt ein weißer Buddha aus den Bergen. Dieser gehört zum Wat Nam Hu, wo Du über viele Stufen hinauf steigen kannst. Belohnt wird das mit einem guten Fernblick in das Tal des Pai River.

Elefanten-Carport
Elefanten-Carport bei Pai
Elefantenreiter-Tussi
Touristinnen lieben Elefantenreiten

Leider bin ich auf der Tour um Pai mehrmals an „Elefanten-Reitstationen“ vorbeigekommen, wo mir das Vergnügen von vorn herein vergangen ist. Ob die Touristinnen (meist habe ich Mädels gesehen, die sich elefantenreitend fotografieren ließen) völlig ausblenden, wie die Elefanten dort gehalten werden? Die Tiere stehen, wenn sie nicht gebraucht werden, angekettet in einem „Elefanten-carport„: Auf nacktem Beton unter einem Dach aus Bambus-Stützen mit einer Kette um einen Vorderfuß! Artgerechte Haltung ist das bestimmt nicht. Doch solange sich Touristen finden, die sowas nachfragen, wird sich da wohl nichts ändern.

Thailands Elefanten-Camps: Fußfessel eines Elefanten
Fußfessel eines Elefanten

Chiang Rai

Da ich Chiang Rai nur auf der Durchfahrt erlebt habe, möchte ich diese Stadt nur erwähnen. Wenn Du auf der Suche nach historischen Städten bist oder buddhistische Tempel liebst, lohnt sich der Besuch für 1, 2 Tage bestimmt. Denn schon auf der Durchfahrt habe ich dort eine der beeindruckendsten Tempelanlagen außerhalb Bangkoks entdeckt. Chiang Rai erreichst Du per Bus von Chiang Mai aus. Du kannst aber auch von Pai aus einen „direkten“ Bus (alle fahren erst nach Chiang Mai) in einem der kleinen Reisebüros buchen, die Touris an die laotische Grenze (Chiang Khong) bringen.

Thailands Grenze am Mekong
Mekong an der Grenze zu Laos (Chiang Khong)

Für besseren Umgang mit Elefanten

Elefanten sind das Symbol Thailands, das landestypische Bier ist das Chang, was Elefant heißt – und doch leben die meisten Elefanten in mehr oder weniger schlechter Qualhaltung.

Möchtest Du ein schönes Erlebnis mit Elefanten haben und dabei bewußt auf das Reiten verzichten, freut sich der Elephantnaturepark auf Deinen Besuch. Rund 60km nördlich von Chiang Mai wurden von der Enthusiastin Sangduen Chailert (Lek) bisher 840 Hektar Land gekauft, auf denen inzwischen 84 Elefanten leben. Diese wurden sämtlich aus quälender Gefangenenhaltung „freigekauft“ und dürfen nun hier wie in Freiheit leben. Während die Reitelefanten der Camps als Baby von ihren Artgenossen getrennt und mit Schreien, Schlägen und Schmerzen psychisch gebrochen werden, haben hier die Mahout keinen Haken, sondern allenfalls schmackhafte Leckereien. Die Tiere finden sich auf dem Gelände in Herden zusammen, lernen, sich zu helfen und zu unterstützen und beginnen, ihre psychischen Verwundungen zu verarbeiten. Die Einnahmen aus den Touristenbesuchen helfen, diesen Elefantenpark zu erhalten und zu erweitern. Mittlerweile sind in dem seit 1992 bestehenden Park sogar fünf Elefantenbabies geboren worden.

Ein Kontaktbüro findet sich in Chiang Mai am Rande des Altstadt-Viertels, wo Du Tagestouren oder auch Übernacht- Aufenthalte im Elefantenpark buchen kannst: Elephant Nature Park Office, 1 Ratmakka Road, Phra Sing, Chiang Mai 50200

Kleines Fazit

Die karstigen Berge in Thailands Norden verbergen eine Menge Wasserfälle und auch einige Höhlen (Lot). Irgendwann hatte ich schon keine Lust mehr auf noch einen Wasserfall… Aber die Landschaft ist insgesamt reizvoll und abwechslungsreich. Abgelegene Dörfer sind oft nur über unbefestigte Wege zu finden, manchmal mit Furten durch oder Bambus-Brücken über Bäche.

In der Tham Lot in Thailand
Wasserlauf in der Höhle Lot

Es sind einige, die dort auch mit Fahrrädern touren, bisher aber eher eine Minderheit. Die Wege führen oft mit Serpentinen in die Höhe und v.a. die Hauptstraßen sind relativ stark befahren. Wo es flach ist (Flußauen) und viele Dörfer sind, macht Radfahren Spaß. Ausleihen kann man Räder an vielen Stellen, oft bieten die Guesthouses für wenig Geld einfache Alltagsfahrräder an. Mountain-Bikes oder andere Sport – Fahrräder sind nur in Chiang Mai und eventuell in Pai erhältlich – also dort, wo sich ständig viele Westler rumdrücken. Ansonsten wirst Du irgendwann nicht daran vorbeikommen, ein Moped auszuleihen. Viele Guesthouses bieten ein paar davon aus dem eigenen Bestand an, in den wichtigsten Orten finden sich oft Vermieter mit einem größeren Angebot. Es besteht links-Verkehr und die Fahrweise vieler Thai ist chaotisch! Mir wurde vor Ort erzählt, das es in Thailand bisher keine Führerscheine und demzufolge auch keine Fahrschulen gäbe. Also Vorsicht!

Alternativ bleibt für die Erkundung der ländlichen Regionen die Buchung einer organisierten Trekking-Tour (Tage oder für mehrere Tage mit Übernachtung in Bergdörfern), was An- und Abfahrt einschließt. Auch solche Touren werden entweder über Dein Guesthouse vermittelt oder in größeren Orten von kleinen lokalen Trekking- Anbietern organisiert.

Reiseliteratur / Reiseführer

Als Reiseführer für Fernreisen empfehle ich Dir, soweit es sie gibt, die Stefan Loose – Ausgaben. Willst Du Thailands Norden, Laos, Kambodia und Vietnam besuchen, ist der ideale Begleiter die Ausgabe „Südostasien – Die Mekong Region*“. Diese gibt es sowohl als Buch als in der leichteren Form als eBook. Bangkok ist als „Landing Point“ ausführlich mit beschrieben. Die Stefan Loose Reiseführer enthalten umfangreiche gut recherchierte Informationen mit vielen Details zu Reiseverbindungen, Besonderheiten vor Ort, Historie, spezielle Tips und präzise Angaben. Für mich ein ständiger Begleiter auf allen Ferntouren außerhalb Europas.

Möchtest Du stattdessen nur in Thailands Norden und außerdem auch in den Süden, jedoch nicht in die Nachbarländer, dann ist die Stefan Loose – Ausgabe „Thailand*“ die bessere Wahl. Leider ist diese nur als Buch zu erhalten.

Falls Dir die Bilder hier noch nicht ausgereicht haben und Du Dir noch mehr visuelle Eindrücke verschaffen möchtest, findest Du diese im BildbandSehnsucht Thailand – Im Königreich der goldenen Pagoden*“ . Dieser ist als Gebundenes Buch erhältlich.

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