Meißen und das weiße Gold

Meißen und das weiße Gold

Die sächsische Stadt Meißen ist untrennbar mit dem weißen Gold, dem Porzellan verbunden. Seit der Verfügung des Kurfürsten August des Starken wurde ab 1710 erstmalig europäisches Porzellan in Meißen produziert. Doch die Stadt an der Elbe hat weit mehr zu bieten als nur weißes Geschirr. Wer sich Meißen im Elbtal nähert, wird schon von Weitem den beeindruckenden Domfelsen mit der Albrechtsburg und den markanten Doppeltürmen des Doms zu Gesicht bekommen. Dieser Beitrag soll einige Besuchstips für Meißen offerieren.

Meißen – Gründungsort von Sachsen vor über 1000 Jahren

Die Stadt Meißen hat eine lange Geschichte von fast 1100 Jahren. Vielleicht auch schon deutlich länger. Denn als der Ostfränkische König Heinrich I. „der Vogler“ im Jahr 929 auf dem Burgberg seine Feste errichten ließ, gab es bereits ein slawisches Dorf mit Namen Meisa am Fuße des Bergs. Der Bau der Burg gilt auch als Gründungsereignis für das Land Sachsen, welches seitdem in unterschiedlicher staatlicher Konstitution – mal als Kurfürstentum, mal als Königreich oder auch als Republik bestand hat – also ebenfalls fast 1100 Jahre.

Missionierung im Meißener Land

Auf den König folgte die Kirche – ab 968 ist Meißen Sitz des gleichnamigen Bistums. In der Folgezeit entstanden mehrere Klöster – ein Benediktinerinnenkonvent, ab 1205 das Augustiner Chorherrenstift St.Afra sowie nördlich im Elbtal etwas außerhalb das Kloster Zum heiligen Kreuz der Zisterzienserinnen gegen Ende des 12. Jahrhunderts. Auch der Franziskanerorden war ab 1263 mit einer Kustodie für seine Provinz „Saxonia“ vertreten.

Heinrichbrunnen vor der Franziskanerkirche in Meißen
Heinrichsbrunnen vor der Franziskanerkirche

Der Dombau auf dem Burgberg begann 1250. Im Laufe der Zeit entwickelte sich am Burgberg die Stadt Meißen, das Stadtrecht ist für 1323 belegt. Ab 1470 gesellt sich neben den Meißner Dom die Albrechtsburg. Bauherr ist Arnold von Westfalen, der mit der Albrechtsburg keine Burg als Festung, sondern den ersten Schloß – Bau im deutschen Sprachraum schafft. Doch so richtig hat man keine Verwendung für den Bau – die Albrechtsburg steht die meiste Zeit leer.

Die Stadt Meißen entwickelt sich zuerst als Tuchmacher – Stadt. Davon zeugt noch das Tuchmachertor hinter der Frauenkirche. Im Jahr 1539 erreicht die Reformation Meißen. Die Klöster werden in der Folge aufgelöst. Im Franziskanerkloster zieht eine Stadtschule ein. St.Afra wird zur „Fürstenschule“ (und ist bis heute Elite – Gymnasium). Der Dreißigjährige Krieg hinterläßt auch in Meißen seine Spuren. Insbesondere die Tuchmacherei verliert dabei seine Bedeutung.

Ein neues Gewerbe für Meißen – Porzellanmacherei

Auf Dekret des Kurfürsten August der Starke wird die Meißener Albrechtsburg ab dem Januar 1710 Sitz der Sächsischen Porzellanmanufaktur. Genauer gesagt, der „Königlich-Polnischen und Kurfürstlich-Sächsischen Porzellanmanufaktur“, denn August der Starke war gleichzeitig König von Polen. Meißen ist somit der erste Ort, in welchem in Europa Porzellan hergestellt wird. Die Technologie war allerdings in China schon lange voraus bekannt. Doch der sächsischen Porzellan – Produktion geht ein wahrer Krimi voraus.

Bereits Anfang der 1700er Jahre hatte ein gewisser Johann Friedrich Böttger, seines Zeichens Alchemist, behauptet, Gold herstellen zu können. August der Starke ließ den vorlauten Quacksalber daraufhin in die Dresdener Jungfernbastei einsperren und verlangte die Vorführung der Wunderkünste. Leider war an dem Gerede nicht viel dran und so drohte dem Goldmacher die Kürzung um Haupteslänge. Doch Walter von Tschirnhaus hatte wohl ein Erbarmen und ließ Böttger an seinen eigenen Forschungen zur Porzellanherstellung teilnehmen. Dieses Steinzeug war damals ebenfalls sehr wertvoll, weil niemand in Europa es herstellen konnte. Mit der Erfindung der Porzellanproduktion gelang es dem Alchemisten Böttger, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

Im Zeichen der Schwerter - Markenzeichen für Meißener Porzellan
Im Zeichen der Schwerter

Porzellan von der Albrechtsburg

Die Wahl der Albrechtsburg als erster Sitz der Königlichen Porzellanmanufaktur in Meißen war ebenfalls nicht zufällig. Damit wurde nicht einfach einer leerstehenden Immobilie etwas Leben eingehaucht, sondern der Burgberg galt als einigermaßen sicher und kontrollierbar. Denn man wollte das Geheimnis der Porzellan – Produktion möglichst wenig teilen und so den Wert des weißen Goldes erhalten. Nur ein kleiner Kreis an Eingeweihten kannte die genaue Rezeptur, die meisten Beteiligten wußten nur über Bruchstücke der Porzellanherstellung Bescheid.

Die Geheimhaltung gelang allerdings nur für rund 8 Jahre, dann setzte sich einer der Insider nach Wien ab. Seit 1718 wurden in einer Wiener Manufaktur nun ebenfalls Porzellan produziert.

Der wichtigste Rohstoff für Porzellan, das feine Tonmaterial Kaolin, wird übrigends in Kaolingruben in der Nähe des nordsächsischen Mügeln abgebaut.

Tierfiguren, Skulpturen und Geschirr für den sächsischen Hof

Von Anfang an stand auf der Warenliste der Porzellanmanufaktur nicht nur hochwertiges Geschirr, für das der sächsische Hof in Dresden und später auch auf der Hubertusburg in Wermsdorf einen immensen Bedarf hatte. Hergestellt wurden aus Porzellan in Meißen Skulpturen und Plastiken, darunter Prunkfiguren und Tierplastiken.

Porzellan Elefant neben dem Porzellan Museum

Die Dekoration von Porzellangeschirr erfolgte mithilfe selbstentwickelter Keramfarben. Zur Gestaltung wurden verschiedene Dekormuster wie Laubbänder, Tiermotive und Bandelwerk entwickelt. Außerdem begann man, ganze Landschaften auf Porzellan abzubilden.

Heute ist die Porzellanmanufaktur eine der Anlaufstellen für neugierige Meißen – Besucher. In der Meißener Talstraße neben der Manufaktur steht das Porzellanmuseum und ein Besucherzentrum mit dem Museum of Meissen Art. In dem modernen Gebäude (2005) ist auch eine Schauwerkstatt untergebracht sowie eine umfangreiche Sammlung. Historisches Meißner Porzellan aus den Zeiten August des Starken, also kurz nach der Gründung der Manufaktur, ist außerdem im Dresdner Zwinger zu bewundern. In Meißen gibt es neben mehreren Ausstellungen (zeitweise auch auf der Albrechtsburg) überall im Straßenbild Beispiele für die Porzellan – Tradition der Stadt wie den Kändlerbrunnen an der Altstadtbrücke oder das Glockenspiel im Turm der Frauenkirche am Markt.

Brunnen am Kändlerpark / Altstadtbrücke in Meißen mit Helm - Kasuar aus Porzellan
Kändler Brunnen an der Altstadtbrücke mit Helm – Kasuar aus Porzellan

Spaziergänge in Meißen

Für die Besucher am interessantesten ist die Altstadt von Meißen, die linkselbisch (also auf der Westseite) liegt. Trotz zweier Hochwasser 2002 und 2013, die alle bisherigen Höchststände der Elbe übertrafen und große Teile der Stadt betrafen, ist die Altstadt mit ihren kleinen Häusern, Geschäften, Gaststätten und Künstlerateliers ein gut erhaltenes Kleinod. Ein großer Teil davon ist Fußgängerzone und verkehrsberuhigt.

Heinrichsbrunnen und Stadtmuseum

Von der Altstadtbrücke sind es nur wenige Schritte bis zum Heinrichplatz mit dem Heinrichbrunnen. Dieser mittelalterliche Marktbrunnen ist von der Figur des Stadtgründers Heinrich dem I. gekrönt und wird von einigen schattigen Bäumen überragt.

Stadtmuseum - Alte Klosterkirche der Franziskaner
Stadtmuseum in der Franziskaner – Kirche

Schräglinks geht es am Stadtmuseum in der ehemaligen Franziskaner – Klosterkirche St. Peter und Paul vorbei in Richtung Roßmarkt. Hinter der Stadtbibliothek im Durchgang zur „Roten Schule“ hängen ebenfalls Porzellan – Fliesen. Diese entstammen allerdings nicht der Meißner Manufaktur, sondern sind weitgereist. Sie wurden in der Partnerstadt Arita-ćho in Japan gefertigt, die ebenfalls eine Tradition in der Porzellan – Herstellung aufweisen kann. Meißen bekam die japanischen Fliesen aus Anlaß der 25 – jährigen Städtepartnerschaft mit Arita cho.

Am Roßmarkt finden sich Reste der alten Stadtmauer, allerdings ziemlich unspektakulär – einfach als ein Stück Mauer ohne Türme, Zinnen oder sonstigem Beiwerk, was Stadtmauern in anderen Städten ja immer recht eindrucksvoll daherkommen läßt.

Aber auch hier gibt es viele alte und ansehnliche Gebäude aus unterschiedlichen Epochen, die insgesamt die lange Geschichte der Stadt als Handels – und Handwerkerzentrum vermitteln. Vom Roßmarkt aus sind es wenige Schritte in die Martinstraße hinein und über das kleine Flüßchen Triebisch zur historischen Pianoforte – Fabrik Thürmer. Heute ist darin neben einem Kunst- & Auktionshaus ein Museum zur Pianoforte – Produktion in Meißen zu finden (Martinstraße 12).

Wandfliesen aus Porzellan der Partnerstadt Arita-cho
Wandfliesen aus Porzellan von der japanischen Partnerstadt Arita – chò
Hochwassermarken an der Triebisch in Meißen - Martinbrücke
Hochwassermarken 2002 (o.) und 2013 an der Martinbrücke
Thürmer Pianoforte Fabrik von 1834 - Pianoforte Museum Meißen
Thürmer Pianoforte Fabrik an der Triebisch

Marktplatz und Frauenkirche

Sowohl vom Roßmarkt als auch vom Heinrichplatz aus kannst Du durch weitere enge Altstadtstraßen zum Meißener Marktplatz laufen. Dieser wird an der Nordseite vom Renaissance – Rathaus mit Balkon und Sonnenuhr geprägt. An der Südwest – Ecke steht die spätgotische Kirche „Unseren lieben Frauen“, kurz Frauenkirche, mit einem Porzellan – Glockenspiel im Kirchturm. Das Glockenspiel klingt zu jeder Viertelstunde kurz an, zur vollen Stunde mit einer kleinen Melodie. Am Markt befindet sich die Touristen – Information von Meißen. Auch der Kunstverein Meißen hat – in der Burgstraße 2 – sein Domizil dicht am Markt. Hinter der Frauenkirche steht das Tuchmachertor und in der Webergasse kannst Du mit dem Patrizierhaus ein typisches bürgerliches Wohnhaus der Renaissance besichtigen.

Renaissance Rathaus Meißen
Renaissance Rathaus

Mehrere Straßen gehen vom Markt aus ab, auch ein Treppenaufstieg zum Burgberg über die „Frauenstufen“ neben der Frauenkirche beginnt hier. Ich entscheide mich für die Burgstraße, die noch eine relativ moderate Steigung hat. Am Ende der Straße erhebt sich steil voraus der Burgberg mit den eindrucksvollen neugotischen Türmen des Meißner Doms. Neben Restaurants, Weinstuben und Cafés gibt es auch in dieser Straße kleine Lädchen mit Künstlerischen Angeboten. Auf dem kleinen Platz am Ende verzweigen sich die Wege.

Historische Sattlerei Lehmann in der Burgstraße
Frühere Sattlerei in der Burgstraße
Die Bergstraße mit Blick zum Dom
Die Bergstraße mit Blick zum Dom

Viele Anstiege zum Burgberg

Zur Albrechtburg bieten sich viele Möglichkeiten des Aufstiegs – in Serpentinen um den Berg herum oder über steile Treppen, aber auch im weiten Bogen über schmale Gassen und die „Freiheit“. Da ich gerade nicht so „treppenfähig“ bin und auch das Umfeld der Burg genauer erkunden möchte, wähle ich die Leinewebergasse, über die ich letztlich auf die „Freiheit“ stoße.

Fachwerkerker am Hof Freiheit Nr.6 Das Haus wurde 1346 erbaut
Fachwerk – Erker am Hof Freiheit 6

Das ist eine Straße etwa parallel zum Kamm des Burgbergs, an dem verschiedene Höfe liegen sowie die Kirche St. Afra und das St.Afra Gymnasium. Bereits beim Aufstieg kann ich den Fachwerk- Erker am Hof Freiheit Nr.6 bewundern. Das Haus wurde 1346 erbaut und war ehemals der Domherrenhof. Auch das Pfarrherrengut von St. Afra ist ein sehenswerter Gebäudekomplex.

Kunst hinter Gittern in der Leinewebergasse
„Kunst hinter Gittern“

Schon vor meiner Anreise nach Meißen hatte ich vom „Buchstabenstein“ an der Freiheit 10 gelesen, weshalb ich die Freiheit auf der Suche nach selbigem ‚voll auskoste‘. Dieser ehemalige Tor – Schlußstein weist in verschnörkelten Schriftzügen Kapital – Buchstaben auf. Möglicherweise die Initialen des früheren Immobilienbesitzers. Je nach Phantasie und Schreibgewohnheiten soll man in den Schnörkeln des Steins sämtliche Buchstaben des Alphabets wiederfinden.

Buchstabenstein an der Freiheit 10
Das ganze Alphabet? – Buchstabenstein
Portal an der Freiheit Meißen
Portal an der Freiheit

Albrechtsburg und Meißner Dom

Doch zurück in Richtung Albrechtsburg und Dom. Ich laufe nun auf der Freiheit wieder in Gegenrichtung, an der St. Afra Kirche vorbei und biege am Jahnaischen Hof ab, wie es wohl schon seit Hundert Jahren an der Mauer ausgewiesen ist.

Torhäuser für das „Burgfeeling“

Drachentöter St. Georg am mittleren Burgtor
Drachentöter St. Georg

Die schmale gepflasterte Straße läuft offenbar am Berghang entlang und gibt über die teilweise zinnenbekrönte Mauer Blicke auf die Dächer der Meißener Altstadt frei. In der hellen Morgensonne leuchtet die Stadt am Hang, der sich zur Triebisch und zur Elbe herabsenkt. Zwei Tordurchfahrten bieten die passende Kulisse für den Burgzugang. Das äußere Tor dient mir gleich mal als „Bilderrahmen“ für ein weiteres Burg- und Dombild. Am Mittleren Burgtor sind Mosaik – Bilder angebracht, die den Drachentöter St. Georg und den Evangelisten Johannes zeigen. Ein „inneres Burgtor“ scheint es nicht mehr(?) zu geben.

Portalblick auf den Dom Meißen durch das Burgtor
Mittleres Burgtor der Albrechtsburg mit Heiligen - Mosaiken
Mittleres Burgtor mit Heiligen – Mosaiken

Auf dem Domplatz

Einmal noch um die Ecke und ich stehe auf dem Domplatz. Vor mir erhebt sich das Domportal mit den Doppeltürmen, die das Stadtbild von Meißen prägen. Der Quellstein davor erinnert an die Gründung der Burg und des Landes Sachsen 929 durch Heinrich I., den König des Ostfrankenreichs. Links vom Dom liegt ein morgens schattiger Platz, an dessen Ende die Schloßgebäude der Albrechtsburg stehen. Wie schon beschrieben, was dies der erste Schloßbau überhaupt und ab 1710 auch der erste Sitz der Meißener Porzellanmanufaktur. Das Schloß ist heute Museum. An der Nordseite des Domplatzes steht außerdem das Kornhaus von 1494. Dieses verharrt allerdings noch etwas im Dornröschenschlaf. Es wurde als Kornspeicher gebaut und teilweise auch als Pferdestall für bis zu 80 Pferden genutzt. Später war es Teil der Produktionsanlagen der ersten Meißner Porzellanmanufaktur.

Dom zu Meißen
Dom zu Meißen

Rechts am Dom vorbei liegen an der Plateaukante das Domherrenhaus und das Amtsgericht. Heute sind die Gebäude am Domplatz auch Hotel und Gaststätte, wobei das Amtsgericht nach wie vor Gerichtsstätte ist. Dort besteht über einen Durchgang und wieder steilen Treppen, den Amtsstufen, ein Abgang zur Stadt. Vom Hof des Amtsgerichts kann man über die Talmauer runter zur Elbe, auf den rechtselbischen Stadtteil Cölln und weit flußabwärts ins Elbtal mit seinen Weinhängen sehen.

Auch der Zugang zum Dom liegt hier auf der Südseite neben dem Amtsgericht. Die Kasse ist im alten Kreuzgang des Doms, der mit der Allerheiligenkapelle einen kleinen Hof bildet, untergebracht. Wer sowohl Albrechtsburg als auch Dom besuchen möchte, kann dafür eine Kombikarte erwerben.

Schloß Albrechtsburg Meißen
Schloß Albrechtsburg

Viele Wege um den Berg

Bist Du gut zu Fuß, kannst Du auf verschiedenen Pfaden um den Burgberg herum wandeln – auch am Berghang unterhalb der Burgmauern entlang. Dadurch kannst Du wechselnde Aussichten auf die Stadt Meißen, auf die Elbe, das Elbtal und die umgebende Hügellandschaft genießen.

Wer allerdings ernste Schwierigkeiten mit dem Anstieg, ob nun über eine der vielen Treppen oder über die Serpentinen der Straße hat, kann den Burgberg mit dem Domplatz inzwischen auch über einen Panorama – Aufzug erreichen. Dieser startet allerdings auf der stadtabgewandten Nordseite des Burgbergs von der Meisastraße. Dort gibt es ein Parkdeck, auf dem auch behindertengerechte Parkflächen angeboten werden.

Ein kleines Zwischen – Fazit zum Besuch in Meißen

Die Porzellan – Stadt an der Elbe ist auf jeden Fall mindestens einen Besuch wert. Dafür spricht die herrliche Ansicht mit dem Elbtal, der am Berghang liegenden Altstadt von Meißen und dem Burgberg mit Albrechtsburg und Dom. Die vielen ansehnlichen geschichtsträchtigen Häuser, die abwechslungsreichen Straßenzüge, Franziskaner – und Frauenkirche, Rathaus, Freiheit…. all das macht einen Bummel durch die Stadt zum Streifzug durch eine lange Geschichte. Eine reichhaltige Gastronomie sorgt für die nötige Stärkung und Entspannung zwischendurch. Der Besuch auf dem Burgberg mit der Albrechtsburg, die kleine Andacht im Dom und bei Lust und Laune eine Visite im Museum der Burg sind quasi unverzichtbare Meißen – „must have’s„. Das Besucherzentrum der Porzellanmanufaktur ist sicher nicht nur für Liebhaber des weißbunten Geschirrs oder von Figuren und Skulpturen aus Porzellan interessant, sondern mit der Schauwerkstatt auch für Freunde von Handwerk und Technik.

Königlich Sächsisches Zollamt am Heinrichplatz - historisches Gebäude in Meißen
Königlich Sächsisches Zollamt am Heinrichplatz

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Abstecher in die DDR Rockmusik

Vor allem in den 70er Jahren spielte in der Stadt eine der bedeutendsten Bands der DDR – Rockgeschichte – die Sterncombo Meißen (später nur noch Stern Meißen). Die bekannteste LP der Sterncombo ist – wie könnte es anders sein – Weisses Gold*. In diesem Konzeptalbum von 1978, welches dem Art Rock zugeordnet wird, wird die Legende des Goldmachers Johann Friedrich Böttger, der schließlich mit der Porzellan – Herstellung seinen Kopf aus der Schlinge ziehen kann, musikalisch verarbeitet.

Reisetips für Meißen

Museen in Meißen

  • Albrechtsburg Bereits seit 1881 Museum. Ausstellung „Baukunst, Macht und Porzellan“ – Die Burg und die Geschichte Sachsens (Geöffnet Mo-So 10-18 Uhr; Nov. – Februar 10-17 Uhr)
  • Dommuseum Meißen (Domplatz 7, Mo-So 9-18 Uhr)
  • Porzellanmuseum in der Porzellanmanufaktur „Museum of Meissen ART (Talstraße 9, Mo-So 09 – 17 Uhr Einschließlich Schauwerkstatt, Porzellanausstellung, Führungen und Veranstaltungen..)
  • Stadtmuseum in der Franziskaner – Klosterkirche (Heinrichplatz 3, Di-So 10-18 Uhr) Heimatgeschichtliche Exponate wie Weinpresse von 1788, Elbfischerboot mit 11m Länge, Bilder der Romantik…
  • Kunstverein Meißen Kunsthaus (Mi-Sa 12 – 18 Uhr während laufender Ausstellungen, Eintritt frei) Wechselnde Ausstellungen
  • Thürmer Pianoforte – Museum (Martinstraße 12 – Mo-Fr 11-18 über Kunst-Auktionshaus; Sa, So 10-14 Klingeln in der Durchfahrt): Piano – Fabrik von 1834 – viele Exemplare aus der Produktion dieser Fabrik, kleiner Kammermusik – Saal mit Aufführungen, Neu- und Gebrauchtpianos zum Kauf
  • Patrizierhaus Webergasse 1 (Sa, So 10-17 Uhr) – Typisches Haus von Kaufleuten der Renaissance, Ausstellung zur bürgerlichen Wohnkultur in Renaissance und Barock
  • Klosterruine Zum heiligen Kreuz – Hahnemannzentrum (an der B6 nördlich Meißen Ri. Oschatz/ Leipzig)
Besucherzentrum der Porzellanmanufaktur Meißen
Moderne Erweiterung des „Museum of Meißen ART“ – Besucherzentrum der Porzellan Manufaktur
Ruine Kloster Heilig Kreuz
Ruine Kloster Heilig Kreuz

Anreise

Per Rad nach Meißen

Da die Porzellanstadt rund 25km nördlich von Dresden an der Elbe liegt, ist die schönste Anreiseempfehlung der Elberadweg. Wer von Norden her kommt – südlich von Riesa (Bahnhof) beginnt bei Diesbar Seußlitz der schönste Abschnitt des Elberadwegs im sächsischen Elbtal. Und dort liegt dann auch Meißen.

Radboxen und Schlauch - Automat am Kändlerpark / Altstadtbrücke
Radboxen und Schlauch – Automat am Kändlerpark

Für Radwanderer auf dem Elberadweg ein Tip: Am westlichen Ende der Altstadtbrücke unterhalb vom kleinen Kändlerpark und noch einmal am Roßmarkt links neben dem großen Toilettenhaus findet Ihr abschließbare Fahrradboxen. Dort geht ein ganzes vollgepacktes Fahrrad rein, samt Reisegepäck. Die Nutzung ist kostenfrei, man braucht nur einen € oder Einkaufswagen-Chip sozusagen als Pfand für den Schlüssel. So kannst Du unbeschwert den Stadtbummel und die Museen oder Kirchen genießen – Dein Gepäck ist trocken und sicher verstaut! An der Altstadtbrücke steht auch Werkzeug, eine Luftpumpe, ein Schlauch – Automat und eine Ladestation 220V für Akkus (mit eigenem Ladegerät) zur Verfügung, eine der Boxen hat auch Stromanschluß für Pedelecs.

Mit der Bahn

S-Bahn Dresden - Meißen auf der Elbbrücke
S Bahn auf der Elbbrücke

Die Anreise nach Meißen mit der Bahn* ist am Einfachsten über Dresden. Die Dresdener S – Bahnlinie S1 verkehrt bis Meißen Triebischtal (Endstelle). Von dort kann man gut zur Porzellanmanufaktur zurücklaufen. Ansonsten in Meißen Altstadt aussteigen. Der Hauptbahnhof von Meißen liegt auf der rechtselbischen Seite in Cölln. Um von dort zur Altstadt zu gelangen, kann man entweder über die Bahnbrücke laufen oder über die Altstadtbrücke (Autoverkehr).

Tip: Wer in der Sächsischen Schweiz Urlaub macht und schnell mal Lust auf Stadt und Kultur hat, kann mit der S-Bahn S1 außer nach Dresden direkt von den Bergen nach Meißen durchfahren. Die Endstelle der S1 in südlicher Richtung liegt nämlich in Schöna und damit am Tor zur Böhmischen Schweiz (Fähre nach Hrensko, CZ).

Mit dem Auto

Nach Meißen mit dem Auto geht es über die Autobahn A4 (Chemnitz – Dresden Abfahrt Wilsdruff – S177) oder A 14 (Leipzig – Dresden, Abfahrt Nossen Ost) und die B 101. Eine Alternative der etwas gemütlicheren Art ist die gute alte F6 (heute B6) von Leipzig nach Dresden, die passiert Meißen parallel zur Elbe. Mietwagen* gibt es sowohl in Dresden als auch in Leipzig im Stadtzentrum und an den Flughäfen.

Wohnmobil - Stellplatz an der Elbe unterhalb der Albrechtsburg
Caravan Stellplatz unter der Albrechtsburg

Parkplätze gibt es in Meißen vor allem neben der Elbuferstraße (B6). Dort unterhalb des Burgbergs direkt an der Elbe sind auch Wohnmobil – Stellplätze zu finden. Die idyllische Lage auf den Uferwiesen der Elbe macht den Platz für Wohnmobil* – Fans zu einem der beliebtesten Caravan – Sites im Elbtal.

Aufzug zum Domplatz
Aufzug zum Domplatz

Wie oben schon geschildert gibt es auch ein Parkhaus in der Meisastraße, von dem aus der Panoramaaufzug zur Albrechtsburg auch von bewegungs- eingeschränkten Besuchern erreicht werden kann (Parkdeck Meisastraße).

Per Dampfschiff nach Meißen auf der Elbe

Für Abenteuerlustige bietet sich eine weitere Möglichkeit zur Anreise nach Meißen wie vor 100 Jahren – das Dampfschiff. Meißen liegt an der sächsischen Weinstraße und auch die Dresdener Weiße Flotte betreibt eine Weinstraßen – Linie, die von den Schaufelrad – Dampfern befahren wird. So kannst Du also von oder nach Meißen zumindest für eine Strecke das Dampfschiff wählen und ggf. flexibel zurück mit der S-Bahn fahren. Oder später noch zum Barockschloß in Diesbar Seußlitz.

Das sächsische Elbtal nördlich von Meißen
Das sächsische Elbtal nördlich von Meißen

Weitere Ausflugsziele an der oberen Elbe

Startpunkt der Sächsischen Weinstraße – Barockschloß und Garten Diesbar – Seußlitz

Böhmische Schweiz: Rund um das Prebisch – Tor

Eine grüne Oase für Musik und Kultur – Pfarrgarten Saxdorf

Schon im dem Porzellan – Fieber?

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