Von Mauern umgeben – Óbidos, die „Stadt der Königinnen“

Von Mauern umgeben – Óbidos, die „Stadt der Königinnen“

Die kleine Stadt Óbidos liegt etwa in der Mitte von Portugal, bezogen auf die Nord – Süd- Ausrichtung. Sehenswert wird Óbidos durch einen gut erhaltenen historischen Altstadtkern, der vollständig von einer Stadtmauer umgeben ist. Und diese Stadtmauer ist begehbar! Du kannst also fast komplett um das sehenswerte Zentrum von Óbidos herumlaufen und in die Stadt sehen – wenn Du einigermaßen schwindelfrei bist. Dieser Stadtkern ist weitestgehend autofrei.

Durch die Stadttore von Óbidos in ein Kleinod

Den Zugang zum attraktiven Stadtkern von Òbidos bildet ein Stadttor – ein richtiges Torhaus mit versetzt hintereinander liegenden Torbögen. Innen ist diese Tordurchfahrt teilweise mit Azulejos – Mosaiken ausgestaltet. Ein Balkon über der Durchfahrt läßt bei mir die Vermutung aufkommen, daß von dort Zollbeamte den Inhalt der Wagen auf dem Weg in die Stadt geprüft haben…

Torhaus in der Stadtmauer von Óbidos
Das Torhaus in der Stadtmauer mit Azulejo – Mosaik

Dahinter findet sich ein hübsches ansehnliches Städtchen vorwiegend in weiß mit Pflasterstraßen, kleinen Steintreppen, Blumenkästen, Kleinkunst – und Souvenirläden. Also, die Hauptfarbe ist weiß, ansonsten sind die Häuser“rahmen“ meist mit Ocker – Bändern aufgelockert und an manchen Stellen auch mit Blau, was gut zu den allgegenwärtigen Azulejos paßt. Fenster- und Türeinfassungen hingegen werden üblicherweise durch offenliegenden Naturstein gebildet. So ist schon diese erste Erscheinung von Óbidos recht attraktiv.

Die alte Stadt am Berg

Dieser alte Teil von Óbidos liegt an einem Berghang, wobei die Hauptstraße, die Du durch das Stadttor betrittst, etwa auf halber Höhe liegt. Rechts geht es nochmal weiter hinunter, bevor die Stadtmauer das Viertel abschließt, links geht es hügelan – das teilweise nur über schmale Gäßchen und schiefe Stein-Treppen. Und auch dort oben ragt dann die hohe Stadtmauer über den Dächern empor. Anfangs verläuft die Hauptstraße auch relativ auf einer Höhe, zum Ende hin steigt sie zunehmend stark an und bildet noch einmal einen Platz, hinter dem die Burg Castelo de Óbidos aus dem 13. Jahrhundert steht.

In der Hauptstraße sowie in einigen Seitengäßchen links und rechts davon sind vor allem die kleinen Läden zu finden, die ihr Geld durch den Tourismus verdienen. Die meisten anderen Straßen sind davon weitgehend unberührt. Das hat den Vorteil, daß Du beim Spaziergang viele kleine recht authentische Eindrücke entdecken kannst mit Details, die dort wohl schon seit Jahrhunderten zu finden sind – eine Glocke an der Rückseite der Kirche, Balkone mit rustikalen Eisengittern, Blumenkästen, steinerne Türfassungen, Laternen, Azulejo – Bilder…

Rua Direita im Altstadtkern von Óbidos in Portugal
Altstadt und Stadtmauer mit Umland
Portugal: Burganlage Castelo de Óbidos aus dem 13. Jahrhundert
Burganlage Castelo de Óbidos

Santa Maria von Óbidos – die Kirche der Königinnen

Etwa in der Mitte der Hauptstraße öffnet sich die Bebauung für einen Platz, an welchem die Kirche Santa Maria steht. Diese ist ursprünglich bereits im 12. Jahrhundert gebaut worden. Im Jahr 1444 erlebte sie eine königliche Hochzeit mit Isabel von Portugal und König Alfons d. V. Seit König Alfons der II. die Stadt an seine Frau Urraca verschenkt hat, wurde dieses „Ritual“ von vielen Königen wiederholt. Deshalb wurde Óbidos zeitweise „Stadt der Königinnen“ (Vila das Rainhas) genannt.

Erhöht und gegenüber der Kirche Santa Maria am Rande der Hauptstraße steht der Schandpfahl, welcher gleichzeitig ein Symbol für das Stadtrecht von Óbidos ist.

Kirche Santa Maria von Óbidos
Kirche Santa Maria
Praca de Santa Maria - Kirchplatz Santa Maria mit "Schandpfahl" in Óbidos, Portugal
Kirchplatz „Santa Maria“ mit „Schandpfahl“

Ist Dir das zuviel Lauferei über das historische Pflaster, kannst Du in eine Charrete, eine Pferdekutsche umsteigen und so den Stadtkern erkunden. Wer aber noch gut zu Fuß ist, sollte auf jeden Fall wenigstens ein Stück auf der Stadtmauer von Óbidos laufen. Diese entstand 1527. Der Blick in die Stadt läßt weitere wunderbare Detailansichten zu, der Blick über die Zinnen der Mauer offenbart die landschaftliche Einbettung in die Hügel der Umgebung.

Außerhalb der Stadtmauern ist noch ein Aquadukt aus dem 16. Jahrhundert zu sehen, der die Wasserversorgung von Òbidos gesichert hat und bis heute fast vollständig erhalten ist.

Auf der Stadtmauer mit Blick in die Umgebung
Weg auf der Stadtmauer von Óbidos
Óbidos Attraktion: kleine Stein - Skulptur am Wegrand

Besuchstips für Óbidos in Portugal

Anreise mit Bus, Bahn oder Auto

Óbidos gehört zum Distrikt Leira und ist von dort aus mit Regionalbussen gut zu erreichen. Leira wiederum ist in das Fernbusnetz des portugiesischen Anbieters Rede Expressos eingebunden. Die Alternative zur Direktanreise nach Óbidos ist die Bahn. Die Stadt liegt an der westlichen Eisenbahnstrecke „Linha do Oeste“ und der Bahnhof Óbidos befindet sich nördlich des Stadtkerns.

Wer mit eigenem Auto oder einem Mietwagen* nordwärts nach Porto unterwegs ist, kann die Autobahn A8 an der Abfahrt Óbidos verlassen. Die A15 mündet ganz in der Nähe in die A8. Parken ist nur außerhalb des ummauerten Stadtkerns möglich. Dazu stehen mehrere Parkplätze zur Verfügung, u.a.ein Großparkplatz unterhalb des Aquadukts. Am Beginn des Weges in die Altstadt befindet sich eine Touristen – Information.

Charrete - Kutsche am Stadttor Óbidos
Charrete zur Stadtrundfahrt in Óbidos

Aufenthalt in Óbidos

Für die reine Besichtigung der Stadt einschließlich Burg und einer kleinen shopping – Tour durch die zahlreichen Souvenir-Läden von Óbidos reicht ein Tag sicherlich.

Doch in der Sommersaison etwa von Mai bis September gibt es zusätzliche Veranstaltungen, z.B. im Sommer ein Mittelalter – Markt, der die ganze Altstadt einbezieht. Außerdem hat die Umgebung einige Wanderwege z.B. zur Lagune (Lagoa de Óbidos), einem großen Feuchtgebiet nordwestlich der Stadt, das auch ornithologisch interessant ist. Wer also genügend Zeit für die portugiesischen Regionen mitbringt, kann auch für Óbidos mehrere Tage einplanen.

Da Portugal ein ganzes Stück südlich der Mitteleuropäischen Wetterzonen liegt und maritim beeinflußt ist, muß eine Reise dorthin nicht unbedingt im Sommer liegen. Selbst im Dezember gibt es oftmals Schönwetter – Perioden, die mit blauem Himmel und Tagestemperaturen um die 20°C entspanntes Reisen ermöglichen, wenn die großen Touristenströme verebbt sind. Dann geht es auch in Óbidos trotz Foto- Wetter deutlich ruhiger zu.

Sinnvoll verbinden, da mit 30km Abstand recht nahe beieinander gelegen, läßt sich der Besuch von Óbidos mit dem Abstecher nach Peniche, wo lange surf – Strände und eine Kliff – Küste mit atlantischer Schönheit bezaubern.

Besuchstips für Peniche findest Du im Beitrag unter diesem link.

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