Radtour durch die nördliche Dahlener Heide

Radtour durch die nördliche Dahlener Heide

Ein weiterer „Jahrhundert – Sommer“ liegt hinter uns. Die lähmende Hitze ist vorbei, die beständigen Sonnentage leider auch. Was uns geblieben ist, ist die Dürre, auch wenn gerade mal ein paar erbärmlich dünne Schauer etwas Frische über den durchgetrockneten Boden breiten.

[*enthält unbezahlte Verweise auf Gastronomie, Geschäfte, Freizeiteinrichtungen usw. und zählt deshalb als Werbung]

Wochenend-Abenteuer bei Leipzig

Nichtsdestotrotz – gerade diese herbstliche Zeit ist für kurze Abenteuer gut genug – Kleine Fluchten aus dem Alltag. Ein Reiseziel für Wochenenden, ja eventuell sogar nur für einen Tag, liegt von Leipzig oder Halle aus erreichbar im Osten – die Dahlener Heide.

Da die Dahlener Heide ein Hügelland ohne steile Anstiege ist (der Schildberg ist mit 217m die höchste Erhebung), können auch Ältere oder Familien mit kleinen Kindern dieses Gebiet ohne allzu große sportliche Herausforderung erfahren. Ein Großteil der Wege sind allerdings Wald- und Feldwege nur mit Split-Schüttung, deshalb empfehlen sich breite Fahrrad-Reifen. Die hier empfohlene Nordroute als Radtour führt von der S-Bahn über Schildau nach Belgern.

Anreise mit S-Bahn und Rad

Mit der Leipziger S-Bahn S4 (der lange Schenkel mit dem fernen Ziel Hoyerswerda) könnt Ihr von Leipzig aus bis Doberschütz fahren. Die Hallenser, die über Delitzsch kommen, steigen in Eilenburg in die S4 zu (oder RE10 im Wechsel) und haben dann nur noch zwei Stationen. Zum Glück ist in den Schienenverbindungen des Verkehrsverbundes MDV die Fahrradmitnahme kostenlos, so daß Ihr Eure eigenen Räder mitbringen könnt.

Mit Fahrradverleih- Stationen sieht es in der Gegend nämlich noch recht düster aus. Und ohne Fahrrad bist Du in Doberschütz auch aufgeschmissen, es sei denn, Dein Interesse gilt weiten Wanderungen.
Ihr braucht auch gar nicht in den Ort hineinzufahren, da nervt sowieso nur die B87 mit all den Auto-Ausflüglern. Besser ist es, ein Stück in der Gegenrichtung die Straße raus zu nehmen und dann links in den Feldweg einzubiegen und Strelln sowie Schöna anzusteuern. Das erste Ziel sollte östlich in der Ferne schon erkennbar sein – der Schildberg bei Schildau mit einem kleinen Buckel auf der Kuppe, welcher den Turm wahrnehmen läßt. (ca. 14,5km) ( Radweg bis Schildberg: https://t1p.de/y06z )

Erste Etappe über Feldfluren zum Schildberg

Zuerst geht es über Feldwege durch offene Landschaften. Ab Strelln kommen Kommunalstraßen, allesamt sehr wenig befahren und bis auf ein paar enge Kurven zwischen Schöna und Kobershain sehr übersichtlich. Von Kobershain aus gibt es zwei mögliche Wege auf den Schildberg. Einer führt noch ca. 1,5km die Straße Richtung Schildau und dann rechts in einen Waldweg hinein, der andere schon in Kobershain auf ansteigenden Wegen und an der Wind- Mühle vorbei.

Schildbergturm
Der Aussichtsturm auf dem Schildberg


Über den Namen des Schildberg läßt sich etwas spekulieren. Einige meinen, dieser käme von der Form eines flachliegenden Schildes. Wahrscheinlicher ist die Zuordnung zur Kleinstadt Schildau, zu deren Fluren der Schildberg-Wald gehört. In einigen Landkarten steht folgerichtig auch „Schildauer Berg“ als Bezeichnung, obwohl das kein Einheimischer so sagt.

Schildberg- Aussicht und versteckte Kleinode

Der Schildberg ist ein Porphyr-Buckel mit einer Höhe von 217m über NN, der in westlicher Richtung noch eine Fortsetzung in den Hohburger Bergen findet. Oben steht ein steinerner Turm, der vom Forst als Feuerwacht-Turm bei Waldbrandgefahr genutzt wird (mittlerweile per Video-Technik). Unter dieser Kanzel befindet sich eine Aussichts-Plattform. Diese ist in der Sommersaison an Wochenenden geöffnet, wenn nicht zu hohe Waldbrandgefahr besteht. Von der Höhe aus kannst Du einen weiten Rundum-Blick genießen: nordwestlich ist der Funkturm Roitzsch in der Dübener Heide zu sehen. In nördlicher Richtung Schloß Hartenfels in Torgau. Östlich liegen vor allem die Waldgebiete der Dahlener Heide, wenn Dein Blick nicht so weit schweift, siehst Du unterhalb des Berges Schildau mit der markanten Stadtkirche sowie dem Rathaus links daneben.

Südöstlich in der Ferne ein weiterer Berg – der Collm bei Oschatz, bei guter Sicht ist ein Funkturm und ein alter Steinturm zu erkennen. Eventuell sogar ein weißes Gebäude – das ist das Observatorium Collm. In südwestlicher Richtung liegen die Hohburger Berge. Wenn das Wetter und der Sonnenstand es zuläßt, dann erkennst Du leicht südlich dieser Berge vielleicht sogar Leipzig mit dem „Weißheitszahn“ und dem Völkerschlacht – Denkmal.

Wegweiser Sandstein
Alter Sandstein-Wegweiser


Leider ist nach dem Wüten insbesondere des Sturms „Friederike“ im Winter 2018, nach dem zweiten Dürre- Sommer in Folge und starkem Borkenkäfer- Befall der Wald hochgradig geschädigt. Das ist von oben an den vielen braunen Baumwipfeln besonders deutlich wahrzunehmen. Hier werden in den nächsten Jahren große Anstrengungen der Forstleute notwendig, um den Waldumbau zu widerstandsfähigeren Laub-Mischwäldern voranzutreiben.

Geschichte auf der Spur

Der Schildberg- Turm wurde in den 30er Jahren durch „Kraft – durch – Freude“- Einsätze gebaut. Eigentlich sollte am Schildberg so eine Art Thing-Platz entstehen mit Freilichttheater am Hang usw. Doch ab 1939 wurde die Kraft nicht mehr für Freude gebraucht, sondern zum Kriegführen, wodurch die ursprünglichen Pläne für nach dem Endsieg aufgeschoben wurden. Die Kräfte, die dann die Macht übernahmen, waren Freunde anderer Freuden und damit waren die Baupläne erledigt.

Verlaßt Ihr das Schildberg – Plateau auf dem Abstieg nach Süden, dann kommt nach ca 50m ein Pfad nach rechts. Dort geht es zum „Napoleon-Stein„. Das ist ein Felsbuckel, der am Westhang des Schildbergs aus dem Waldboden ragt (mit einer der kleinsten Boofen Sachsens 🙂 . Dort soll Napoleon am Vorabend der Völkerschlacht 1813 gelagert haben. Der Pfad dahin führt auch oberhalb eines Steinbruchs entlang (die „Heßler-Schlucht“). Dieser ist inzwischen ein kleines Naturreservat mit Sonnenwänden und Feuchtbiotop.

Waldpilze
Waldpilze sind reichlich zu finden

Ein weiterer Steinbruch (und nicht der einzige ) befindet sich ca. 500m weiter südlich. Dieser ist „abgesoffen“, d.h. weitgehend mit Wasser gefüllt. Der Weg, der die Steinbrüche verbindet, ist heute Kreisgrenze zwischen Nordsachsen und Leipziger Land und war nach dem Wiener Kongreß 1815 die Grenze zwischen dem verkleinerten Königreich Sachsen und dem Königreich Preußen. Sachsen hatte sich mit dem Völkerschlacht – Verlierer Napoleon verbündet und mußte dafür nicht nur Federn lassen, sondern auch einige Quadrat-Kilometer Land an die Sieger abtreten. Südlich vom Schildberg und von Schildau und quer durch die Dahlener Heide finden sich seitdem immer wieder die Grenzsteine mit den Markierungen KP und KS (Königreich Preußen und Königreich Sachsen).

Ein Besuch bei den Schildbürgern

Vom Schildberg führen nun mehrere Wege nach Schildau. Alle haben ihren Reiz, nur auf dem Grenzweg würde ich nicht bleiben, da dieser nicht direkt in die Stadt führt, sondern weit raus nach „Altenhain“ und dann nur die sehr befahrene Staatsstraße (von Wurzen) nach Schildau bleibt.

Lange Besiedlungsgeschichte

Die Ortsbezeichnung „Schildau“ kommt wohl ursprünglich aus dem Slawischen, wo ein Wortstamm „scoldoch“ auf einen eher undurchdringlichen Wald hinweisen soll. Die erste Besiedlung des Gebiets liegt deutlich weiter zurück: Fährst Du nach Süden in den weitgehend „wüsten“ Ortsteil Altenhain und biegst im Wald in Richtung Ochsensaal ab, kommst Du an ein Hügelgräber – Feld aus der Bronze – Zeit. Kontinuierlich besiedelt wurde Schildau aber nachweislich seit 1170, d.h. im Jahr 2020 ist 850 – Jahr – Feier. Zu dieser Zeit zogen Mönche vom Kloster am Petersberg bei Halle (Saale) aus, um weitere Gebiete (mit bis dahin slawischer Besiedlung) urbar zu machen. Dazu rodeten sie die ersten Waldgebiete und begannen, um einen slawischen Wehrturm, der heute noch den unteren Teil des Kirchturms der St. Marienkirche bildet, eine neue Siedlung anzulegen.

Schildbürger – Buch, Schildbürgermuseum und Brunnen

Schildbürger-Museum
Schildbürger (und Gneisenau-) Museum

Schildau ist die Stadt der Schildbürger. Vom Schildbürgerbuch hat vermutlich jeder schon mal was gehört. Nur wissen viele nichts von den Hintergründen und vor allem nicht, daß es den historischen Ort dazu tatsächlich gibt. Deshalb empfiehlt sich ein Besuch im „Schildbürger-Museum“. Leider sind die Öffnungszeiten eine Schildbürger- Geschichte für sich… Naja, das Problem ist, daß der Betrieb nur durch einen „Bundesfreiwilligen“ oder Ehrenamtliche aufrecht erhalten wird. Deshalb sind die Zeiten stark von der Verfügbarkeit der Freiwilligen abhängig. Du kannst entweder Dein Glück herausfordern, auf die Web-Seite schauen oder per Anmeldung versuchen, daß Dein Besuch paßt.
Das Schildbürger – Museum erklärt vor allem auch ein Stück die Entstehung des Buches und hat eine ganze Sammlung von verschiedenen Ausgaben parat.

Schildau Schildbuergerbrunnen
Der Schildbürger-Brunnen


Interessant ist neben dem Museum der Schildbürger – Brunnen, einige Meter westlich die Straße runter. Der Künstler hat in einem Bronze-Guß über 20 der Streiche und Szenen verewigt.. oder versteckt 😉 Da kannst Du eine Weile zubringen und wirst nach und nach immer mehr Details entdecken. Am Besten, Du machst Dir ’ne Liste, was Du alles gesehen hast, besorgst Dir das Buch und versuchst, die Artefakte den Texten zuzuordnen.

Apropos Buch.. unterhalb vom Kirchberg in der Goethestraße gibt es das Geschäft „Foto Kleber“. Wenn geöffnet, lohnt ein Besuch in dem Laden – dort kannst Du Glück haben und nicht nur Schildbürger – Postkarten, sondern vielleicht auch noch eines der Schildbürgerbücher zu ergattern. Nicht das Original von 1598, aber ein überarbeitetes Exemplar der Schildauer Schriftstellerin Ruth Kraft.

Auch ein Schildbürger – Neidhardt von Gneisenau

Auf dem Markt steht ein Rathaus mit besonders großen Fenstern (im Gegensatz zum abgebrannten Schildbürger – Rathaus) und ein Denkmal für Wilhelm Anton August Graf Neidhardt von Gneisenau. Dieser Generalfeldmarschall und Heeresreformer der Preußischen Armee wurde nämlich 1760 in Schildau geboren – und gleich erstmal verloren. Zu Zeiten des 7jährigen Krieges war es üblich, daß die Offiziersfrauen – schwanger hin oder her – im Troß der Heere mitreisen mußten. Und so hat Frau von Gneisenau während einer Rast in Schildau am 27.Oktober entbunden.

Schildau Gneisenaudenkmal
Schildau Denkmal für Graf Neidhardt von Gneisenau

Naja, der kleine Neidhardt wurde in der Stadtkirche getauft und dann ging es auch schon bald weiter. Doch die Mutter war entkräftet und ihr entglitt das zarte Bübchen bereits auf dem ersten Kilometer am Stadtrand. Sie überlebte das Drama nicht, aber der Junge wurde gefunden und nach Schildau zurückgebracht. Dort kam er zu Pflegeeltern, die sich über 8 Jahre mit dem kleinen Blaublüter rumplagen mußten. Die Gneisenaus wollten ihn nämlich so schnell gar nicht zurück, also wurde er als human ressource verwendet und mußte die Weihnachtsgänse der Familie hüten.

In Schildau den Hunger stillen

Schildau Toscanella
Restaurant Toscanella

Wer jetzt hungrig geworden ist, kann auf dem Markt ins Marktstübchen „Zu den echten Schildbürgern“ schauen. Dort gibt es typische deutsche Gerichte, vegetarisch (nicht vegan) auf Nachfrage, wenn „Material dafür verfügbar ist. Die Öffnungszeiten sind ein wenig Wetter-abhängig, da sich Öffnen nur lohnt, wenn genügend Touristen unterwegs sind. Als zweite, stilvollere Möglichkeit sei das indisch-italienische „Toscanella“ empfohlen. Vom Markt aus über den Kirchberg und dann noch ein paar Schritte nach links in die Wurzener Straße hinein. Dieses hat am Wochenende von 11-14 Uhr und von 17 – 20 Uhr geöffnet, Dienstag bis Freitag nur zu den Abend- Öffnungszeiten (Montag ist Ruhetag). Es gibt vor allem Pizza, Pasta und dazu auch eine Auswahl an indischen Gerichten. Mehrheitlich Chicken-Speisen, hier sind aber auch einige vegetarische Optionen (ggf. sogar vegan) möglich. In der Sommersaison (Mai bis August) wäre außerdem der Imbiß in der Strandbar „Hai five“ am Seebad Schildau eine Alternative.

Seebad Schildau – Baden, Campen, Wohlfühlen

Seebad Rutsche
Seebad Schildau – Rutsche

Übernachtungsoptionen gibt es in Schildau ebenfalls – in der Stadt vor allem Fremdenzimmer. Am Seebad im Stadtteil Neumühle sind zwei sehr einfache Bungalows, der Campingplatz oder eine Gruppenunterkunft verfügbar. Diese könnt Ihr über das Fremdenverkehrsamt der Stadt reservieren oder, soweit noch verfügbar, direkt vor Ort am Bad- Einlaß buchen.
Für die Sommersaison ist deshalb auch das Seebad an der Straße Richtung Torgau (ca. 1,5 km nördlich der Stadt) ein gutes Zwischenziel bzw. eine Option für ein Heide-Wochenende. Das Seebad Schildau ist eines der bekanntesten und gut ausgestatteten Freibäder der Region – es verfügt über ein solar erwärmtes „Erlebnisbecken“ mit großer Rutsche, aber auch über einen großen „Natur“-See für alle, die lieber ein paar Meter mehr schwimmen. Natur steht hier absichtlich in Anführungszeichen, da der Neumühlteich wie die meisten Teiche in der Region vor Jahrhunderten künstlich zur Fischzucht angelegt wurde, mittlerweile aber in die Naturlandschaft gut integriert ist. Er ist ein Rastplatz und z.T. auch Brutgebiet für Wasservögel. Östlich schließt sich die Mittelheide als Waldgebiet an, in der noch der Kühle-Grund-Teich liegt und für eine abwechslungsreiche Waldstruktur sorgt.

Auf Wege-Varianten von Schildau nach Belgern

Wer nicht am Seebad Rast und Quartier sucht, kann die Radtour von Schildau aus östlich in Richtung Sitzenroda fortsetzen. Der Radweg führt an einer der Tongruben vor bei, aus denen bis in die 70er Jahre Ton für die Schildauer Ziegelei gewonnen wurde. Zwei oder drei sind inzwischen wertvolle Feuchtbiotope in der Feldlandschaft, andere leider noch bis in die 90er Jahre mit Bauschutt verfüllt worden.

Klausen in Sitzenroda, Reiten in Taura

In Sitzenroda lädt die Biberklause „Zum Biber“ als Quartier und auch zum Essen ein, Du solltest aber rechtzeitig reservieren. Auf der Speisekarte steht je nach Verfügbarkeit sehr oft Wild aus der Region.

Ab der Belgerner Straße gibt es mehrere Möglichkeiten, weiter in die Dahlener Heide einzutauchen. So geht nach links weg zwischen den Gebäuden des Christlichen Sozialwerks hindurch ein Feldweg in Richtung des Heidedorfs Taura.

reiterhof
Am Reiterhof Taura

Dort kommen Reitfreunde auf ihre Kosten – ein Reiterhof „Heideland“ freut sich auf Gäste, die die Heide auf dem Pferderücken erkunden wollen. Außerdem lockt ein Ferien-Park mit Gastronomie, einer Gartenbahn-Anlage und im Herbst meist mit einer Pilz – Ausstellung. Wer in der freien Natur kein Glück oder keine Geduld hat, kann im Wildgehege einige Tiere der Region sehen. Da in Taura eines der Forstämter von „Sachsenforst“ sitzt, wurde als „umweltpädagogisches Angebot“ eine Waldscheune eingerichtet. Diese ist vor allem für Schülergruppen an Projekttagen interessant. Wenn Du Interesse an einem Besuch hast, mußt Du das individuell mit dem Forstamt vereinbaren.

Wald, Wald, Wald…

Sowohl von Sitzenroda als auch von Taura könnt Ihr dann Belgern auf verschiedenen Wegen als östlichstes Ziel unserer Erkundung der Dahlener Heide (Nord) ansteuern.

Waldheide
Waldheide bei Taura


Dazwischen liegt vor allem Wald – teilweise als Kiefernforst, teilweise als Buchenmischwald, ab und zu Lichtungen, Hügelketten, Quelltäler und Quellteiche… Besondere Punkte im Wald, die Du noch besuchen solltest, gibt es in diesem nördlichen Teil der Dahlener Heide so nicht. Doch es ist ein großes, zusammenhängendes Waldgebiet, welches nur von einer befestigten, aber schmalen Straße durchschnitten wird. Wenn Du also Zeit und Muße hast, suche Dir einen ruhigen Platz und genieße die Abgeschiedenheit.

Achtung – Wölfe

Wichtig zu wissen – die Dahlener Heide ist Wolfs-Gebiet! Insbesondere sollten Hunde an der Leine dicht beim Mensch geführt werden. Sonst kann es zu Kämpfen kommen, die für die Hunde (Konkurrent) nicht selten tödlich enden. Außerdem mußt Du mit Plagegeistern rechnen – Mücken und Zecken. Gegen letztere empfehle ich Mückenspray mit DEET und im Ernstfall die Zeckenzange oder -Karte in Deinem Erste-Hilfe-Set.

Belgern – der weiße Berg an der Elbe

Markt Belgern
Marktplatz Belgern mit Rathaus und Roland (links)

Belgern ist dann das östliche Ende der West-Ost-Strecke durch die Dahlener Heide. Auch hier hat der Stadt-Name slawische Wurzeln: Bela Gora, der weiße Berg. Da in Belgern Ton abgebaut wurde, kann man vermuten, daß offenliegende Kaolien- Brüche die Bezeichnung begründeten. Seit 2013 mit Schildau in einem Städteverbund „Belgern-Schildau“ vereint, liegt Belgern auf einem Hochufer an der Elbe und bietet damit einen Anknüpfungspunkt an den Elbe-Radweg. Hier besteht also die Möglichkeit, die Radtour an der Elbe entlang fortzuführen. Meine Empfehlung – Richtung Süden! Denn von Belgern aus beginnt der schönste Teil des Elbe-Radwegs durch das Elbtal bei Meißen, Dresden und die Sächsische Schweiz. In der Gegenrichtung, von Belgern nach Schildau und dann weiter nach Wurzen, liegt sogar eine der „offiziellen“ Verbindungsspangen zum Mulderadweg. Und dieser ist im Abschnitt von Wurzen Richtung Norden landschaftlich wesentlich interessanter als der Elbe-Radweg.

Mit dem Roland von Belgern Eis essen

In Belgern könnt Ihr dann in der Sommersaison im Eiscafè am Markt einen Eisbecher genießen. Dieses kommt aus traditioneller hauseigener Produktion der Familie Gehring. Am Rathaus von Belgern steht ein Roland als „Schutzpatron“, es gibt auch einen „Rolandpark„, in dem Nachbildungen der Rolande aller anderen „Rolandstädte“ zu finden sind. Über die Elbe führt eine Gierseil- Fähre, welche die Fortsetzung der Radtour ins brandenburgische Gebiet der Schwarzen Elster oder auf dem ostelbischen Radweg ermöglicht. Die Gierseilfähre kommt übrigens mit der Energie des Flußes aus. Durch ein oberhalb am östlichen Ufer befestigtes Gierseil und ein veränderliches Seildreieck an der Fähre selbst kann der Fährmann den Bootskörper jeweils so im Winkel gegen die Strömung stellen, daß die Fähre, am Seil treibend, das andere Ufer erreicht. So kann die Fähre mehrere PKW oder sogar Mähdrescher und Traktoren über den Fluß bringen.

Elbfähre Belgern
Elbfähre Belgern

Elsterauen, Elberadweg oder Süd-Heide – wo geht’s weiter?

Belgern bietet in mehreren Pensionen Unterkünfte, welche vor allem die Radtouristen auf dem Elberadweg nutzen. Es bieten sich also verschiedene Optionen, um nach einem (oder auch zwei) spannenden Tagen im Nordteil der Dahlener Heide und Quartier in Belgern, die Radtour fortzusetzen: Im Südteil der Dahlener Heide mit Schmannewitz und Dahlen, auf dem Elberadweg oder mit der Fähre rüber und weiter im Brandenburgischen….

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