Florenz – die Wiege der Renaissance

Florenz – die Wiege der Renaissance

Für Kulturliebhaber ist eine Stadt der Toscana ein unbedingtes „muß“ – Florenz. Denn dieses ehemalige römische Heerlager erlebte in der Renaissance eine Blütezeit, wie keine andere europäische Stadt. Mit dem Aufstieg der Florentiner Kaufleute, allen voran die Familie der Medici, entstanden hier Kunstwerke in Malerei, Bildhauerei und Architektur, die bis heute zum Ruhm und der Attraktivität von Florenz beitragen.

Kunst und Kultur im Überfluß – wo in Florenz überhaupt anfangen?

Wo liegt Florenz?

Die Stadt Florenz liegt in Italien in einer mittelitalienischen Region, die für ihre Landschaft weithin bekannt ist – die Toskana. Diese grenzt im Norden an den Gebirgszug des Appenin und erstreckt sich in einem hügeligen Becken bis ans Mittelmeer. Der wichtigste und bekannteste Fluß in der Toskana ist der Arno, der auch Florenz durchquert. Die toskanische Hügel- und Berglandschaft ist bekannt für ihre Weingüter, Herkunft der Chianti – Weine, für sonnige Berghänge mit typischen Reihenpflanzungen von Säulen – Zypressen, kleinen Kirchen und abgelegen Dörfern. Florenz ist mit knapp 400.000 Einwohnern die Hauptstadt der Region Toskana.

Es begann mit einem Römerlager – die Geschichte von Florenz

Auch wenn der Blick auf Florenz heute zumeist vor allem der Renaissance gilt, möchte ich doch ganz kurz den gesamten Bogen spannen. Denn dieser geht immerhin bereits auf das Jahr 59 vor Christus zurück, als die Römer hier unter Julius Caesar ein Heerlager mitten im Siedlungsgebiet der Etrusker errichteten. Mit dem Namen „Florentia“ ist eine blütenreiche Entwicklung wohl vorgezeichnet gewesen. Die Grundstruktur des Lagers ist sogar heute noch erkennbar – in strenger Nord – Süd – Ausrichtung verlaufen die Straßen in einem Quadrat, welches etwa die Piazza della Repubblica zum Mittelpunkt hat. Der Piazza della Signora liegt am südlichen, die Kathedrale am nördlichen Rand dieses Areals. Wie bei den Römern üblich gehörten zum Heerlager auch Vergnügungseinrichtungen wie Amphitheater und Thermen für erholsame Bäder und wellness – Anwendungen. Bereits damals lag Florentia am Kreuzungspunkt zweier wichtiger Straßen, der Etruskerstraße Volterana und der Verbindung zum Meer über Pisa, deshalb Pisana genannt.

Allerdings geriet Florenz während der byzantinischen Kriege erstmal ziemlich „unter die Räder“ und wurde weitgehend zerstört. Erst nach der Völkerwanderungszeit begann ein neuer Aufschwung. Etwa um 1000 herum verlegte der karolingische Markgraf Hugo seinen Sitz nach Florenz. Das verlieh der Entwicklung einen neuen Schub. Unter dem Einfluß von Erbfolge – Streitereien zwischen Papst und lokalen Fürsten erstarkte die Bürgerschaft von Florenz, was zur Bildung einer Städterepublik im 12. Jahrhundert führte.

Florenz – Stadtstaat der reichen Kaufmannsfamilien – Handel quer durch Europa

Bittere fünf Jahre mußte Florenz zwischen 1347 und 1352 erleben, als die Pest etwa 40% der Bevölkerung dahinraffte. Doch danach gewann ein Aufschwung an Fahrt, der bis ins 16. Jahrhundert anhielt. Dazu trug vor allem die Medici – Bank bei, die Handwerk und Handel der Stadt Florenz erstarken ließ und die Familiendynastie der Medici zu einer der reichsten Familien dieser Zeit machte. Insbesondere unter Cosimo de Medici (1389 – 1464), der eine führende Rolle in der republikanisch verfaßten Stadt innehatte und geschickt ein politisches Netzwerk entwickelte, wuchs die Bedeutung von Florenz in der europäischen Handelswelt enorm an.

Die Medici – Bank finanzierte Kaufleute, Politiker und den Klerus, sie waren die Privatbank, auf die selbst der Papst zurückgriff. Geld sicherte den Medici auch den Einfluß in der Stadt und in den südeuropäischen Beziehungen. Formal akzeptierte Cosimo de Medici die republikanische Verfassung des Stadtstaates Florenz, doch er nutzte seine Macht durchaus für Veränderung und Weiterentwicklung. Zu anderen einflußreichen Familien der Stadt war das Verhältnis deshalb recht ambivalent. Teilweise nutzten sie selbst die Medici – Bank zur Finanzierung ihrer Geschäfte und unterstützten ebenfalls die Entwicklung, andererseits gab es immer Spannungen. So wurden in Florenz mit dem Vasarikorridor sogar Geheimgänge angelegt, auf denen die Medici von ihrem Palast die Häuser der städtischen Macht sicher und unbemerkt aufsuchen konnten, ohne sich über die normalen Straßen zu bewegen.

Ponte Vecchio in Florenz bei Nacht
Ponte Vecchio mit Vasari-Korridor

Reiche Kaufleute fördern Kunst und Wissenschaft

Andererseits führte die Blüte der Stadt auch dazu, daß sich Künstler und Wissenschaftler ansiedeln und relativ frei entfalten konnten, was wiederum zum Reichtum und der Entwicklung von Florenz beitrug. So wurde die Renaissance überhaupt erst möglich. Berühmte Namen sind da zu nennen: Galileo Galilei, Leonardo da Vinci, Michelangelo, Boticelli, Macchiavelli… Die meisten dieser herausragenden Figuren der Renaissance waren Universalisten, d.h. nicht nur auf einem Gebiet genial. Galilei war z.B. Mathematiker, Physiker, Astronom und Ingenieur, Michelangelo Dichter, Maler, Bildhauer und Architekt. Leonardo da Vinci firmiert als Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom und Naturphilosoph. Es ist deshalb alles andere als erstaunlich, daß von der Diskussion mit diesen Berühmtheiten, von der Rezeption ihrer Werke und dem weitreichenden Wirken die gesamte Stadtgemeinschaft von Florenz profitierte.

Die reichen Kaufmannsfamilien waren immer auch die Förderer von Wissenschaft und Kultur. Sie beauftragten die Künstler, sie nahmen Mathematiker, Architekten und Astronomen in ihre Dienste. Daher blieben zahlreiche Kunstwerke in der Stadt – zunächst oft in privaten Galerien, die aber später in allgemein zugängliche öffentliche Ausstellungen umgewandelt wurden. Heute gibt es in Florenz Galerien, Sammlungen, Skulpturen und Baudenkmäler in einer Dichte wie sonst nur selten auf der Welt.

Eine Kuppel ohne Gleichen dieser Zeit – der Dom von Florenz

Auch in der Baukunst kann Florenz eine ganze Stadtstruktur aus dieser Zeit aufweisen. Zahlreiche Palazzi, die Kaufmannshäuser der reichen Familien in der Stadt bilden die Kulisse für eine Historie, die heute noch in Florenz greifbar scheint. Berühmt ist weithin die Brücke Ponte Vecchio über den Arno. Am Markantesten ist jedoch die Kathedrale Santa Maria del Fiore mit ihrer riesigen Dom -Kuppel von Filippo Brunelleschi. Dieser Dom wurde im 12. Jahrhundert begonnen und bis ins 14. Jahrhundert gebaut und vereint romanische und gotische Elemente.

Sehenswürdigkeit Dom Santa Maria dell' Fiore in Florenz
Dom Santa Maria dell‘ Fiore

Ein kleiner, aber interessanter Fakt für mich ist, daß bereits 1786 in Florenz Folter und Todesstrafe abgeschafft wurden.

Im 18.Jh. gelangt Florenz unter den Herrschaftsbereich der Habsburger und gerät in die Kriegswirren zwischen diesen und französischen Truppen.

Einen neuen wirtschaftlichen Aufschwung bringt das 19.Jh. auch durch beginnenden Tourismus. Dabei standen bereits Bildungsreisen im Mittelpunkt. Für wenige Jahre wurde Florenz sogar Hauptstadt des Vereinigten Italiens, bis diese Rolle 1871 an Rom fiel. Doch Industrialisierung und Fernhandel ließen Florenz neben dem weiter wachsenden Tourismus bis ins 20.Jahrhundert hinein wieder erstarken. Auch die Bevölkerungszahlen wuchsen. Eine wichtige Branche wurde die Modeindustrie mit der Marke Gucci, andere italienische Marken richteten in Florenz Niederlassungen ein.

Bereits 1982 wurde die Innenstadt von Florenz Weltkulturerbe der UNESCO, was dem Tourismus weiteren Auftrieb verschaffte.

Florenz individuell entdecken

So eine gewaltige Anzahl an Kulturgut, Kunst und Stadtensemble wie in Florenz macht es ziemlich schwer, einen ausgewogenen Überblick zu vermitteln. Womit soll man anfangen und wo aufhören auf einer doch begrenzten blog – Seite? Ich will versuchen, hier einen ersten Überblick zu geben, auf einige besondere Orte hinweisen und eventuell einzelne Ziele in späteren Beiträgen gesondert behandeln.

Der Rundgang beginnt am Bahnhof

Vermutlich wirst Du Florenz per Bahn oder mit einem Fernbus erreichen (die Innenstadt ist für fremde Autofahrer weitgehend tabu). Dann setzt Du den Fuß als Erstes sehr wahrscheinlich am Bahnhof Santa Maria Novella auf die Piazza della Stazione. Dieser Platz hat eine fast dreieckige Form. Gegenüber dem Bahnhof ist links die Basilica die Santa Maria Novella zusehen (die Rückseite), neben der ein guter Zugang zur Altstadt liegt. Genau dort befindet sich auch eine Tourist Information, wo Du Dich gleich mal mit einem der kostenlosen Stadtpläne ausstatten lassen kannst.

Sehenswürdigkeit Kirche Santa Maria Novella
Santa Maria Novella

An der Basilica vorbei kommst Du schon zur Piazza Santa Maria Novella. Der weitläufige Platz mit einer Grünanlage in der Mitte bildet zur Basilica den großzügigen Vorplatz. Das ist ein beliebter Treffpunkt für einheimische, aber auch viele Touristen sind unterwegs. An der Mauer zum Kirchengelände wie auch auf den ersten Metern auf dem Platz gibt es diverse Souvenirstände und so manchen Krimskrams wie Sonnenbrillen, Taschen usw. Das ist zum Glück nicht überall in der ganzen Stadt so.

Von der Piazza Santa Maria Novella zweigen einige Straßen ab, über die Du weitere Ziele erreichst. Etwa in der Mitte vom Platz kommst Du in Richtung Osten direkt zur Kathedrale Santa Maria del Fiore (ca. 450m).

Gehst Du stattdessen die schräg abzweigende Straße weiter, kommst Du nach 300m zum Palazzo Strozzi. Auch dieser ist oftmals Schauplatz für Ausstellungen. Ein Blick in den säulenumstandenen Innenhof lohnt sich schon mal.

Florenz Sehenswürdigkeiten - Innenhof des Palazzo Strozzi
Innenhof des Palazzo Strozzi

Der Arno durchfließt die Stadt und erlaubt Einblicke

Alle Straßen nach Süden führen letztlich ans Ufer des Arno. Dieser fließt in etwa von Ost nach West mit leichtem „Einschlag“ nach Nordwest durch das Stadtzentrum von Florenz. Oder im Grunde südlich des Kerns, also des alten Römerlagers vorbei. Für mich ist so ein Fluß in einer fremden Stadt immer hilfreich zur Orientierung. Deshalb empfehle ich, da gleich erstmal hinzulaufen. Am Fluß öffnet sich der Blick, Du kannst recht weit durch die Stadt sehen und verschiedene markante Gebäude und Türme schon mal mit Hilfe des Stadtplans zuordnen. Gegenüber am Südufer ist z.B. die Renaissance – Kirche Santo Spirito gut zu erkennen. Von dort aus findest Du später leicht den Palazzo Pitti.

Renaissance Basilika Santo Spirito in Florenz
Basilika Santo Spirito

Ponte Vecchio – Brücke mit Geheimgang

Flußauf ist eine der nächsten Brücken über den Arno die Ponte Vecchio, leicht an den bunten Häuschen erkennbar, die praktisch an den Balustraden der Brücke zu hängen scheinen.

Die Brücke Ponte Vecchio ist wohl das berühmteste Bauwerk von Florenz. Natürlich gibt es zu fast allen Tages – und Nachtzeiten einiges Gedrängel an und auf der Brücke. Die späten Medici hatten es da einfacher, denn im „Obergeschoß“ der Brückenaufbauten verläuft der Vasarikorridor von 1565, über den die Mächtigen von Florenz unbeobachtet vom Palazzo Vecchio und den Uffizien zum Palazzo Pitti gelangen konnten. In den Häusern auf dem Ponte Vecchio sind vor allem Juwelier – und Uhrengeschäfte für teure Markenware zu finden.

Sehenswürdigkeit Ponte Vecchio in Florenz
Ponte Vecchio Oberhalb der Häuschen verläuft der Vasarikorridor

Wenn Du vorerst nicht über die Brücke gehst, sondern in der entgegengesetzten Richtung in die Straße und dann nach rechts abbiegst, erreichst Du die Piazza della Signora. Das ist sozusagen der Marktplatz von Florenz. Die Signora war in der Städterepublik eines der wichtigsten Entscheidungsgremien (vergleichbar mit einem Stadtrat). Heute findest Du auf und um die Piazza della Signora viele der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Florenz.

Gedränge am Zugang zur Sehenswürdigkeit Ponte Vecchio in Florenz
Gedränge am Zugang zur Ponte Vecchio

Palazzo Vecchio – Machtzentrum der Städterepublik Florenz

Hier steht der Palazzo Vecchio. Dieser war schon immer so eine Art Rathaus von Florenz und wurde ursprünglich eben auch Palazzo della Signora genannt. Bereits 1299 wurde mit dem Bau begonnen, 1314 war der Palazzo Vecchio vollendet. Das sind bis heute bereits über 700 Jahre! Im Palazzo Vecchio saßen die Zunftmeister sowie die verschiedenen Organe des ausgefeilten Machtsystems der Städterepublik. Außerdem war er die Residenz des Großherzogs der Toskana. Vor dem Palazzo Vecchio stehen zwei marmorne Skulpturen – der David von Michelangelo (in Kopie). Das Original ist inzwischen in der Academia di Belle Arti zu finden. Gegenüber dem David am Palazzo Vecchio stehen Herkules und Cacus von Baccio Bandinelli. Das Hauptportal des Palazzo hinter den Skulpturen wird das „Löwentor“ genannt. Warum? Naja, schau das Bild genauer an 😉

Florenz Sehenswürdigkeit Michelangelos David - Statue sowie Herkules und Cacus am Palazzo Vecchio
David – Statue sowie Herkules und Cacus

Auf der Piazza della Signora findest Du auch den berühmten Neptunbrunnen von Bartolomeo Ammanati. Eines der Gebäude hinter dem Neptunbrunnen beherbergt ein Museum des haute couture – Labels Gucci, das seine Heimat in Florenz hat.

Vom Platz aus sind die Uffizien zugänglich. In dieser Galerie, bereits 1581 von Francesco I. de Medici gegründet, befinden sich zahlreiche Meisterwerke vom 13. bis 18. Jahrhundert italienischer und europäischer Maler.

Florenz Sehenswürdigkeit Neptunbrunnen auf dem Palazzo della Signora
Neptunbrunnen auf dem Palazzo della Signora

Viel Gedränge an der Kathedrale Santa Maria del Fiore

Die drei Straßen, die von der Piazza della Signora in nördlicher Richtung abgehen, führen Dich immer zur Kathedrale Santa Maria del Fiore, einer der Haupt – Sehenswürdigkeiten von Florenz. Neben dem Dom, der am Ostende durch die riesige Kuppel überwölbt wird, steht ein Campanile – der weitgehend freistehende Turm zum Dom. Östlich der Domkuppel an dem kleinen Platz findest Du das Museo dell’Opera di Duomo (Dommuseum). Das Gebäude ist die ehemalige Dombauhütte. Heute enthält sie eine umfangreiche Skulpturensammlung mit Werken von Michelangelo, Donatello usw.

Sehenswürdigkeit Dom von Florenz
Der Dom von Florenz aus Fußgängerperspektive

Das war im Schnelldurchlauf der innere Kern des Altstadt – Zentrums von Florenz. Natürlich gibt es überall noch viel mehr zu entdecken, auch in weiteren Palazzi und an kleinen Stationen. So steht in einer der Gassen ein alter, (inzwischen weitgehend „eingehauster“) Olivenbaum. Dieser ziemlich gerupft aussehende Baum erinnert an einen Bombenanschlag von 27.Mai 1993, den die Olive mit ihrer starken Triebkraft überleben konnte.

Olivenbaum als Denkmal für Autobombenanschlag in Florenz 1993
Olivenbaum als Denkmal

Florenz südlich des Arno

Wenn Du den Arno auf der Ponte Vecchio oder einer der anderen Brücken überquerst, kommst Du ins Viertel Santo Spirito. Auf dem gleichnamigen Platz vor der Kirche finden gelegentlich (sonntags?) Regionalmärkte statt, auf denen Kleinerzeuger von Gemüse, Käse, Kräutern und Cremes über Brot und Brötchen bis zu Körben, Hüten und Kopfschmuck alles Mögliche anbieten. Der Markt ist auch für „Nichtkonsumenten“ interessant, da er ein Stück der lebendigen Stadt und lokaler Kultur widerspiegelt, die in der Toskana noch gut verankert ist. An der Piazza Santo Spirito findet sich auch meine gleichnamige „Lieblings – Osteria“.

Auf dem Wochenmarkt Santo Spirito in Florenz
Auf dem Wochenmarkt Santo Spirito
Backstand auf dem Wochenmarkt Santo Spirito in Florenz
Hutmacherin auf dem Wochenmarkt Santo Spirito in Florenz
Hutmacherin auf dem Wochenmarkt

Der Palazzo Pitti – ein Palast der Kunst

Nicht weit von Santo Spirito steht der Palazzo Pitti. Dieser ist äußerlich nicht gerade eine Schönheit, wie übrigens viele der Palazzi in Florenz. Die Kaufleute der Renaissance bauten lieber festungsartige Erdgeschoß – Anlagen mit wenigen hochliegenden engen Fenstern, wohinter sich ihre Warenlager befanden. Das sollte Diebe abhalten und die großen Warenbestände vor Bränden schützen. Leider wirkt das auf Besucher manchmal auch ein wenig abschreckend. Kannst Du einen Blick in die Innenhöfe erhaschen, ist das dafür umso angenehmer. Denn das sind oft Atriumanlagen mit Säulen und Bögen, verspielten Höfen, manchmal Springbrunnen oder Skulpturen.

Im Palazzo Pitti sind gleich mehrere Galerien untergebracht. Dabei handelt es sich um die Privatsammlungen der Medici mit Renaissance – Kunst, z.B. d’Arte Moderna, del Cstume, Palatina, Museo degli Argenti. Hinter dem Palazzo Pitti befindet sich der Giardino di Boboli (Boboli – Garten), ein weitläufiger Landschaftsgarten mit vielen Skulpturen.

Gute Aussichten von der Piazzale Michelangelo

Wenn Du zurück am Arno in östlicher Richtung am Flußufer entlangläufst, findest Du auch einen Aufgang zur Piazzale Michelangelo. Von dort oben aus hast Du einen hervorragenden Blick auf die nördliche Altstadt von Florenz. Das ist vor allem der „viewpoint“ für die berühmte Ansicht mit dem Dom Santa Maria del Fiore, in der die unglaublichen Größenverhältnisse zwischen einfachen Stadthäusern und der riesigen Domkuppel sichtbar werden.

Garten und Parklandschaft in Florenz südlich des Arno
Garten und Parklandschaft südlich des Arno

Zu sehen ist von diesem Aussichtspunkt auch die gotische Basilika Santa Croce am gegenüberliegenden Flußufer des Arno. Ein Besuch in dieser Kirche ist vor allem interessant, weil Du dort die Grabmäler von Florentiner Berühmtheiten wie Michelangelo, Galileo Galilei, Gioachino Rossini und anderen findest. Selbst diese Grabstätten sind z.T. schon wieder eigene Kunstwerke! Siehst Du vom Aussichtspunkt am Piazzale Michelangelo aus ein großes Kirchenschiff, Seitenschiffe und Turm in graubraunem Naturstein, ändert sich der Charakter vollkommen, wenn Du aus dem Stadtzentrum auf das Westportal der Santa Croce zuläufst. Dieses ist im hellgrauen Renaissancen – Stil vorgesetzt. Einmal um die Ecke bist Du gleich zweihundert Jahre in der Geschichte zurückgehüpft. Das ist in Florenz an mehreren Kirchen so zu sehen, z.B. auch an der Santa Maria Novella gegenüber dem Bahnhof. Manchmal wird es richtig schwer zu glauben, daß man vor dem gleichen Gebäude steht.

Kirche Santa Croce in Florenz mit Grabmälern von Michelangelo, Rossini und vielen anderen
Kirche Santa Croce

Insgesamt gibt es im Stadtteil Santo Spirito südlich des Arno viel mehr grün. An den Hängen wurden Gärten und Parks angelegt und verschiedene Wege machen einen Spaziergang zum angenehmen Vergnügen. Sicher findest Du dabei auch noch den einen oder anderen Fotospot zum individuellen Bild von Florenz.

Museen in Florenz

Museen und Galerien gibt es in Florenz eine Menge. Eine vollständige Übersicht werde ich hier wohl nicht hinbekommen, auch wenn ich immer wieder mal etwas ergänzen werde.

  • Bereits erwähnt wurde der Palazzo Pitti mit den Privatsammlungen der Medici: d’Arte Moderna, del Cstume, Palatina, Museo degli Argenti
  • Ebenfalls schon erwähnt die Uffizien mit dem Museum für klassische Kunst und italienische Malerei
  • Die Accademia di Belle Arti beherbergen das Kunstmuseum Galleria dell‘ Accademia, in dem u.a. die originale David – Statue von Michelangelo zu sehen ist. Außerdem gehören zur Accademia die Opificio delle Pietre Dure. Das ist ein Museum der florentinischen Restaurierungswerkstätten – interessant, daß bei so vielen Kunstschätzen sogar deren Erhaltung und Restaurierung schon wieder Thema für ein extra Museum wird.
  • Dem Wissenschaftler und Künstler Galileo Galilei ist ein extra Museum am Arno – Ufer gewidmet
Florenz - Museum für Galileo Galilei
Museum Galileo Galilei
  • Im Palazzo del Bargello (auch Palazzo del Podestà) ist ein Museum mit Werken der Bildhauerkunst untergebracht. Dort sind neben Donatella, Giambologna und Michelangelo auch Skulpturen und Gemälde von namentlich nicht bekannten Meistern zu sehen.
  • Oben schon genannt, das Museo dell’Opera di Duomo (Dommuseum) östlich der Domkuppel
  • Auch ein archäologisches Museum gibt es in Florenz, daß Museo Archeologico Nazionale
  • Im Palazzo Strozzi wechseln die Ausstellungsinhalte – es gibt auch moderne Themen mit Gegenwarts – Künstlern
Florenz Palazzo Strozzi
Palazzo Strozzi

Kultur am Abend – Oper in Florenz

Wem am Abend die Beine wehtun, der kann bequem im Sitzen weitererleben: Die Opera di Firenze lädt im neuen modernen Opernhaus „Nuovo Teatro dell‘ Opera“ neben der Stazione Leopoldia zum Genuß italienischer Opern in Originalsprache und aktueller Inszenierung ein. Wer des italienischen nicht mächtig ist und das Libretto nicht sowieso kennt, kann den Inhalt über eingeblendete englische Untertitel verfolgen. Karten gibt es u.a. auch am Ticketautomaten vor dem Opernhaus (Bezahlung per Kreditkarte). Der Besuch lohnt sich, allerdings nicht auf den billigsten Plätzen, die für nur 5 Euro angeboten werden. Mein Fehler beim ersten Versuch: Diese Plätze liegen auf Seitenrängen und man schaut dummerweise auf eine Betonwand, die Bühne ist eher nicht zu sehen. Wer mehr investiert, wird in der Opera di Firenze mit einer opulenten Inszenierung belohnt.

Kultur am Abend: Opera di Firenze
Opera di Firenze

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Reisetips für Florenz und die Toskana

Anreise in die Toskana

Florenz ist auch der beste Ort und Ausgangspunkt für eine Tour durch die Toskana. Denn hier kommen die verschiedenen Verkehrsmittel zusammen und es gibt gute regionale und internationale Verbindungen.

Karte Toskana Florenz
Toskana in Mittelitalien

Per Bahn nach Florenz

Das geht relativ einfach. Florenz gehört auch noch zu den europäischen Orten, für die sogar die Deutsche Bahn* Verbindungen und teilweise Fahrscheine ausstellen kann. Bei der relativ kurzen Strecke und der guten Anbindung ist die Bahn tatsächlich ein sehr bequemes Verkehrsmittel für die Tour nach Florenz.

Florenz train station Santa Maria Novella
Florenz Stazione Santa Maria Novella

Mit dem Fernbus

Mit dem Fernbus nach Florenz

Fernbus – Verbindungen aus Mitteleuropa gibt es vor allem über die Brenner – Autobahn über München. Selbst aus Mitteldeutschland ist die Anreise mit dem Fernbus über Nacht möglich und recht angenehm, zumal dann langsam die Landschaft Italiens auftaucht. So kann man sich wie Goethe oder Franz von Anhalt-Dessau auf Italienreise fühlen! Die haben solche Strecken sogar noch per Postkutsche zurückgelegt. Ein Anbieter ist Eurolines Polska, die aus dem Nordwesten Polens bis Neapel allnächtlich eine Verbindung anbieten.

Über Tschechien mit Umstieg in Prag und weiter über Wien und Venedig sorgt der tschechische Fernbusanbieter RegioJet* für bequeme Verbindungen und das sogar mit etwas Service am Platz wie heiße und kalte Getränke und kleine snacks.

Um nach weiteren Fernbusverbindungen oder auch Bahnanbietern zu suchen, kannst Du omio als online-Vermittler* nutzen.

Der Fernbus – Hof von Florenz liegt westlich des Bahnhofs Santa Maria Novella in der kleinen Straße Via Santa Caterina da Siena, praktisch in einem Hinterhof, der durch eine Tordurchfahrt angesteuert wird.

Fernbus - Station Florenz busitalia autostazione
Fernbus – Station Florenz

Mit dem eigenen Auto oder Mietwagen nach Florenz

Scooter sind Hauptverkehrsmittel

Natürlich geht auch das. Italien ist schon lange ein beliebtes Reiseland vor allem für Süddeutsche, Österreicher und Schweizer. Vor allem mit dem Auto (oder Mietwagen*), da die Entfernung relativ gering ist. Erstere werden i.d.R. über den Brennerpaß und Südtirol anreisen. Die Verbindungen über Autobahnen sind gut ausgebaut, Florenz liegt wie zu Römerzeiten auch heute noch an wichtigen Fernstraßen: E45 / A1 Mailand – Rom und A 11 Pisa – Florenz.

Allerdings mußt Du beachten – Florenz hat ein strenges City-Mautsystem bzw. die Innenstadt ist zu den meisten Zeiten nur für Anwohner geöffnet (zona a traffico limitato). Wer in die gesperrten Bereiche unberechtigt einfährt, wird automatisch erfaßt und bekommt ein dickes Bußgeld aufgebrummt. Deshalb ist es besser, ein Quartier mit Parkmöglichkeit außerhalb zu buchen und die Stadtbusse oder die Straßenbahn zu benutzen.

Florenz per Flugzeug

Florenz hat einen kleineren Flughafen (IATA-Code FLR). Dieser wird sogar von Lufthansa* angeflogen. Das ist sicher bequem (wenn man den Startflughafen vor der Nase hat), aber nicht gerade klimafreundlich. In Florenz fährt sein wenigen Jahren die Straßenbahn – Linie 2 vom Flughafen in ca. 20min direkt zum zentralen Bahnhof Stazione Santa Maria Novella.

Wetter in Florenz und beste Reisezeiten für Florenz

Ein Besuch in Florenz macht natürlich am meisten Spaß, wenn die Sonne lacht und blauer Himmel die orange-roten Dächer leuchten läßt. Deshalb ist die Reise nach Florenz vor allem am dem Frühjahr ab Ende März und bis in den Herbst – eventuell Oktober – zu empfehlen. Im Winter kann es auch dort kühl und vor allem häufiger naß werden. Doch die Sommermonate Juli und August solltest Du meiden! Denn dann können Temperaturen bis über 40°C auftreten, was in der Stadt zu Gluthitze führt und kein Vergnügen mehr bereitet.

Außerdem sind zu dieser Hauptreisezeit (dann wohl sogar schon ab Ende Mai) die wichtigsten Museen oftmals über Tage ausgebucht. Für entspannte Galerie- Besuche ist also die Nebensaison im Frühjahr oder Herbst sogar zu bevorzugen. Möchtest Du ausschließlich in Häusern unterwegs sein, weil Du die Stadt und die Gärten schon kennst, ist es sogar besser, gezielt den Winter zu nutzen – dann wird der Kunstgenuß auch in Florenz einigermaßen entspannend. Ein paar Sonnenstunden für den „Lichtblick“ wird es auch in dieser Jahreszeit noch geben.

Mal rustikal Essen in Santo Spirito

Natürlich gibt es in Florenz jede Menge Osterias und Restaurantes, von ganz einfach bis gehobener Gastronomie. Ein richtiger Genuß waren für mich die Käse-Gnocchis in der Osteria Santo Spirito zusammen mit einem Gläschen Chianti – Rotwein aus dem Weinanbaugebiet südlich zwischen Florenz und Sienna. Bei meinem ersten Florenzbesuch in den letzten zwei Stunden eher zufällig entdeckt, habe ich diese einfach, rustikale Osteria mit rauhen Steinfußböden und halbhohen Holztäfelungen beim nächsten Mal gleich wieder aufgesucht. Die Gnocchis frisch zubereitet, im erstem Moment sehr heiß und sehr würzig im Geschmack waren das Ende aller Möchtegern-Pasta aus deutschem Italia- Streetfood.

Florenz Osteria Santo Spirito
Osteria Santo Spirito
Gnocchi - Essen mit Chianti - Wein in der Osteria Santo Spirito
Leben wie ‚Gott in Italien‚ – Gnocchi und Chianti Wein in der Osteria Santo Spirito

Auf der gleichen Flußseite kurz hinter der Brücke Santa Trinita ißt das Auge am Eisstand mit! Diese Gelateria Santa Trinita schmilzt sich in Dein Ortsgedächtnis mit einem sanft fruchtigen Gletscher über Deine Zunge ein. Leckere Berge diverser Sorten sind bei Einheimischen wie Touristen beliebt.

Italienisches Eis! - Eistheke der Gelateria Santa Trinita

Reiseführer und Bücher für Florenz

Baedecker Florenz

Nicht sosehr die Aufzählung verschiedener Sehenswürdigkeiten und Attraktionen von Florenz stehen im Mittelpunkt des Baedecker Reiseführers Florenz*, sondern mehr die Geschichten darum und dahinter. Aufstieg der Medici, der Nimbus der Macht, Intrigen, Seifenopern, Widersacher… all das gab es in dieser legendären Epoche der Stadt Florenz. Doch hinterlassen haben die Protagonisten dieser Zeit vor allem eine reiche Kultur, ungeheuere Kunstschätze und große Fortschritte in der Wissenschaft, die Florenz bis heute prägt. So spannt der Baedecker einen weiten Bogen aus der Renaissance in die Gegenwart und lädt die Leser zur Entdeckung der Stadt ein.

Verborgenes Florenz

Bienen zählen am Denkmal Ferdinand des I. oder Beten in einer Gefängniskirche, unbekannte Meisterwerke abseits der Touristenströme bewundern oder den Trubel der Straße über Kinder – Fensterchen beobachten… wer Florenz mal anders als auf den üblichen Touristenrouten kennenlernen möchte, kann seine „Geheimtips“ zur toskanischen Metropole aus diesem Buch „Verborgenes Florenz“* von Rinaldi Niccolo beziehen. Ein Reiseführer anderer Art, der sich mit den kleinen Geschichten und Wundern am Rande beschäftigt und weniger die sowieso schon zahlreich wiederholten Attraktionen im Blick hat.

DuMont Kunstreiseführer Florenz

Um sich der Vielzahl an Kunstschätzen in Florenz Stück für Stück anzunähern, empfiehlt der Autor Klaus Zimmermanns im DuMont Kunstreiseführer*Spaziergänge durch die Stadt, jeweils zu bestimmten Orten der Kultur. So geschieht die Erschließung der Werke, das Eintauchen in die Zeiten der Entstehung bereits auf dem Weg dahin. Von den großen Orten wie dem Dom Santa Maria del Fiore hin zu den kleineren Kirchen der „Bettelorden“ Santa Maria Novella und Santa Croce bis zu den Palazzi in Florenz sowie in der nahen Umgebung führt der Weg. Der Autor Zimmermanns ist als freiberuflicher Kunsthistoriker ein profunder Kenner der toskanischen Kunst und von Florenz, er begleitet seit vielen Jahren Studienreisen und Seminare in der Region.

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