Per GPS und openstreetmap – Karte zur Sonntagspizza

Per GPS und openstreetmap – Karte zur Sonntagspizza

Es ist Sonntag und ich möchte mir mal ausnahmsweise eine dicke eher europäische Mahlzeit gönnen. Auch wenn ich in Thailand bin und es vielerorts gutes Thai-Essen gibt. Irgendwie ein wenig Abwechslung in den Speiseplan bringen. Nun, ich habe schon ein Idee… eine kleine Runde Pizza-caching 😉

Direkt zu openstreetmap-fähigen GPS Navigations-Geräten

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Inhaltsübersicht

Alltagsnavigation modern – mit GPS Navigationsgerät und openstreetmap – Karte

cyclemap auf openstreetmap-Basis mit track auf Garmin etrex GPS Navigations Gerät
cyclemap Frankreich auf openstreetmap – Basis mit track – Anzeige

Mein Garmin – GPS Navigationsgerät ist mit einer openstreetmap-Karte für Thailand bespielt und soll mir bei der Suche nach der Pizza helfen. Da kann ich gleich mal gucken, wie gut die Gegend „gemapped“ ist und was die openstreet-Mapper so an Interessantem gefunden haben.

Das smartphone zeigt Dir Deinen Weg und verfolgt Dich über den Tag

Ich weiß, der Großteil von Euch würde einfach das smartphone nehmen und ggf. bei tripadvisor suchen …. Doch sowas habe ich nicht. Bewußt nicht. So lange es noch keine smartphones mit freier software gibt (wie z.B. Linux für laptop und PC), die annähernd das gleiche bietet, was derzeit die üblichen Apps können und meinen Ansprüchen an Datensicherheit/ Privatsphäre genügt, werde ich mir so eine Taschenwanze nicht einstecken. Denn die Dienstleistungen von „Tante goggel“ sind zwar weitgehend kostenlos, aber nicht umsonst. Mit Deiner Bequemlichkeit erkauft sich dieser Konzern (und einige andere dazu, samt der wachsenden Gefahr staatlichen Mißbrauchs) Deine Daten, Deinen Lebenslauf, Deine Gedankenwelt, Deinen Freundeskreis und vor allem die Macht, Deine Zukunft vorauszusagen und zu verändern.

Paranoid? Bisher hat sich leider bei allem, was zu „Big Data“ und deren Auswertung bekannt geworden ist, gezeigt, daß die Wahrheit noch viel schlimmer ist, als sich unsere Phantasie das vorstellen mag. Die großen Datensammler gog, fakeb, amz und viele zugehörige subfirmen mit Zugriff auf den Datenschatz haben die Macht, über ihre Plattformen und die Ergebnisse der Suchmaschinen die Denkrichtung von Menschenmassen zu verändern – und damit Zukunft zu steuern. Demokratie ist in Gefahr! In Zukunft wird Wahlen gewinnen, wer die Ressourcen dazu hat, Wählergruppen über social media – Kanäle und Such – Ergebnisse zu beeinflussen. Ich denke, den meisten Menschen sind die Schattenseiten der Digitalisierung nicht im Ansatz bewußt.

Projekt openstreetmap – eine freie Weltkarte zum mitbasteln

Aber das hier nur am Rande. Es entstehen auch Gegenbewegungen (auch wenn sie sich nur in Teilen tatsächlich als „Gegen-„Bewegungen begreifen) Die open source – Szene gehört dazu. Ein Teil dieser wiederum sind die openstreetmap – Aktivisten. Mit openstreetmap (osm) ist eine freie Weltkarte entstanden, an der viele hunderttausende Menschen auf der ganzen Welt mitarbeiten. Die Datenbasis wird immer dichter – in einigen Städten wie z.B. in Leipzig, wo sehr viele Aktive mitmachen, ist beinahe jeder Straßenbaum, jeder Briefkasten, jeder „Schlauch-o-mat“ usw. gemappt und Straßenbaustellen sind oftmals tag-genau eingetragen.

Mittlerweile gibt es schon Spezialkarten, die auf osm – Karten basieren und verschiedene Ämter und Forschungseinrichtungen nutzen die Kartenbasis für ihre Zwecke. Leider gibt es natürlich weiterhin dünn besiedelte, eher „technik-ferne“ Regionen auf der Erde, für die noch so einige Daten fehlen. Das ist allerdings mit offiziellen Karten oftmals gar nicht soviel anders. In den abgelegenen Bergregionen von Laos bin ich mit Osm- Karten durchaus an Grenzen gestoßen. Die Menschen dort haben weisgott anderes zu tun, als die ihnen ja bekannten Bergpfade per GPS-Tracker zu erfassen.

Openstreetmap - Kartenansicht auf PC
Kartenbeispiel openstreetmap

osm Lizenz erlaubt ausdrücklich die freie Nutzung

Ein großer Vorteil an openstreetmap – Karten ist, daß jeder sie frei verwenden kann. Du mußt keine Abmahnung befürchten, wenn Du Deine Firma oder Deine Wandererherberge mit einer OSM-Karte auf Deiner web-site darstellst. Unter Nennung der Quelle ist die Verwendung jederzeit erlaubt. Nicht umsonst ist die Deutsche Bahn dazu übergegangen, die Umgebungspläne ihrer großen Bahnhöfe mit osm- Karten darzustellen. Selbst im „Tatort“ wurde – sehr zur Begeisterung der streetmapper-Szene – bereits eine osm – Karte zur Tatort-Darstellung verwendet. Und die Tagessschau stellt die Ausbreitung des Coronavirus auf der Welt aktuell auf einer osm-Karte dar. Ich verlinke hier ja regelmäßig Orte und Regionen auf der osm- website – wo Du dann mit Rechtsklick Deine Start- und Zielorte markieren und wahlweise als Fußgänger, Radfahrer oder mit dem Auto Deine Wege suchen kannst.

Außerdem erlaubt die Detaildichte, daß Du für Deine Zwecke passende Filter verwenden und z.B. eine Wanderkarte mit Höhendarstellungen, eine Radfahrerkarte u.a. mit Straßenbelägen, Wegeoberflächen oder Reparaturservice-Einrichtungen oder auch eine Autokarte herausfiltern kannst. Und diese dann auf Deinem GPS-Gerät speicherst. Oder wenn Du gerade neu in einen Ort gezogen bist, kannst Du Dir online die Umgebung angucken und schon mal den nächsten Geldautomaten oder Briefkasten heraussuchen…

Vielfalt der Mitmacher stärkt die Detaildichte in Openstreetmap – Daten

Schön ist, daß die Erstellung der openstreetmap – Weltkarte – so in etwa wie bei wikipedia – durch die Aktivität verschiedenster Menschen erfolgt. Jeder kann mitmachen. Das wirkt sich positiv aus, denn jeder setzt für sein Leben andere Schwerpunkte. Der Eine ist vielleicht passionierter Radfahrer und sammelt alles, was ihm als Radfahrer an Informationen wichtig ist. Ein Anderer sitzt möglicherweise im Rollstuhl und erfaßt die entsprechenden Daten, so daß mit passenden Filtern eine Rolli-Karte erstellt werden kann. (Schau dazu in die Karten des Projekts wheelmap.org! )Dazu gibt es z.B. tools wie das kostenlose open-source-Programm josm (java open streetmap editor), mit dem Du Dir den gewünschten kleinen Kartenausschnitt herunterlädst, Deine Änderungen einträgst und diese dann wieder hochlädst. Nach einigen Stunden – die neuen Rohdaten müssen erst „gerendert“, d.h. grafisch aufbereitet werden, sind Deine Ergänzungen eingetragen. Eine demokratisch weiterentwickelte Karte sozusagen.

Allerdings hat das auch Grenzen. In der Genauigkeit wie auch in der „Amtlichkeit“ der Darstellungen. Einen guten und nicht unkritischen Beitrag dazu hat Hans-Wilhelm Hurt 2018 unter radrouting.de (GPS für Fahrrad-Freunde) verfaßt. Er ist gelernter Kartograph und durchaus OSM-freundlich eingestellt, sieht andererseits auch die aktuellen Schwächen des Projekts. Wer technisch mit dem Erstellen passender Garmin-Karten nicht klar kommt, kann diese bei ihm erwerben.

openstreetmap-Karten auf smartphone – Apps

Natürlich gibt es inzwischen mehrere smartphoneApps, die auf openstreetmap – Karten zurückgreifen. Osmand ist ein mir seit kurzem bekanntes Projekt dazu. Die deutschen osmand- Freunde haben eine eigene website. Die App Osmand ist aktuell die wohl am Besten entwickelte app für openstreetmap – Karten. Radfahren, Wandern, Auto -Routing, alles ist mit dem passenden Profil möglich. Entdeckst Du Fehler oder zwischenzeitliche Veränderungen (z.B. Dein Lieblings – Café hat einen neuen Namen), kannst Du quasi live Änderungen in der openstreetmap – Kartenbasis anstoßen. Osmand macht Dein smartphone zum allround – Navigations-System

GPS App oruxmap mit Garmin-Karte
Oruxmap Display (Quelle: openfietsmap.nl)

Schon etwas älter ist die App maps.me. Auch diese verwendet openstreetmap – Kartenmaterial. Die Handhabung ist aber etwas schwerfällig und schöpft die Fülle an Informationen aus openstreetmap nur teilweise aus. Mit beiden Apps kannst Du Dir osm – Karten für Deine Zielregion herunterladen und diese auch offline verwenden. Das ist wichtig für Regionen, in denen Du nicht ständig in irgendwelchen wifi-Netzen unterwegs sein kannst. Die Osmand – App kostet meines Wissens im goggel-Play-Laden 9€, im freien App-Store f-droid ist sie kostenlos.

Die android – App oruxmap kann inzwischen Garmin – Kartenteile darstellen. (also für Garmin erstellte .img – Dateien, s.u.) Diese sind aber nicht routing – fähig, dafür muß auf die oruxmap everytrail.com – Karten zurückgegriffen werden.

openstreetmap-app maps.me display Kartenauswahl aus osm-Karten - Paketen
maps.me – App auf tablet: Auswahl Kartendownload für osm-offline-Karten

Jedoch auch verschiedene GPS Navigations – Geräte sind „osm – tauglich“. Nicht jedes von vorn herein. Manche Hersteller wollen eben nicht nur am Gerät, sondern auch am Verkauf der kompatiblen Karten verdienen. Im Internet findest Du die Information, ob bestimmte Geräte „osm-ready“ sind. Ich benutze seit einigen Jahren ein Garmin eTrex*. Diese sind ab eTrex 20 und höher für openstreetmap- Karten verwendbar.

Allerdings müssen die openstreetmap – Kartendaten in das Garmin-typische Format verwandelt werden. Dazu gibt es verschiedene web- Seiten. Entweder kannst Du dort direkt die passende Karte für Dein Zielgebiet herunterladen oder manchmal auch ein Gebiet auswählen und dann „frisch“ berechnen lassen. Die Karten – Dateien für Garmin Navigations- Geräte heißen gmapsupp.img. (Bei einzelnen älteren Garmin – Navis muß die Kartendatei genau diesen Namen haben, bei den aktuellen Geräten ist der Name beliebig, nur die Endung .img ist obligatorisch) I.d.R. bekommst Du einen .zip-Ordner, in dem die Kartendateien enthalten sind.

Nach dem Entpacken solltest Du die Datei gleich umbenennen, z.B. in radkarte_brandenburg_201912.img oder so. Dann weißt Du immer, was in der Datei gespeichert ist. Das download-Datum anzugeben macht Sinn, weil Du dann siehst, wie alt die Karteninformationen sind. Die Kartendatei auf der Garmin-SD-Karte speichern, im Menü als Karte aktivieren und los gehts! Es können mehrere Karten aktiviert sein, es ist aber sinnvoll, Regionen, in denen Du gerade nicht bist, zu deaktivieren.

Garmin GPS Navigations - Gerät mit openstreetmap - Freizeitkarte bei Höhenbestimmung am Cliff of Moher
Höchster Punkt am Cliff of Moher (IRL) 204m ü NN

Überhaupt solltest Du darauf achten, daß die Kartenangebote regelmäßig erneuert worden sind – so profitierst Du von den aktuellsten Informationen. Manche computer- affine Wanderfreunde oder Radfreunde erstellen auch speziell gefilterte Karten für ihre Zielgruppen. Ansonsten sind die allgemeinen Karten verwendbar, da alle relevanten Daten enthalten sind. Es kommt dann darauf an, ob Dein Navigations – Gerät die Kartendaten für Deine Zwecke weiter filtern kann. (Bsp.weise für Radfahrer Autobahnen unterdrücken, Schotterwege vermeiden o.ä. ) Garmin verkauft sogar als günstigere Alternative zu seinen eigenen Kartensätzen aufbereitete osm-Karten. (Mit der einschränkenden Bemerkung, daß es sich dabei um nicht geprüfte Kartendaten aus dem Openstreetmap – Projekt handelt und Garmin keine Garantie für die Genauigkeit der Karten übernimmt.)

Sechs Quellen für kostenlose Garmin- openstreetmap – Karten

Hier folgen einige links zu web-seiten, von denen OSM-Karten für verschiedene Regionen und Einsatz – Zwecke heruntergeladen werden können. Diese sind für Garmin – Navigations -Geräte im Format gmapsupp.img vorbereitet (sofern nichts anderes angegeben ist). Für andere GPS-Geräte schau unter bbbike.org (s.u.) oder such‘ doch einfach selbst mal z.B. bei ecosia.org

  • Freizeitkarte-osm.de bietet Karten für Europäische Länder nach eig. Angabe aller 2 Monate aktualisiert, routing-fähig, geeignet für Wanderer, Radfahrer usw., aber auch für Auto-Routen – die allround-Karte!
  • Bei opentopomap gibt es die topografisch aufbereiteten OSM-Karten mit wöchentlicher Aktualisierung jeweils zum Donnerstag. Sehr detailreich z.B. für Wanderer mit Orientierungslauf – Hintergrund.
  • Auf alternativaslibres.de gibt’s die OSM-Basiskarten für fast überall auf der Welt (Einschränkungen sind erläutert), i.d.R. täglich aktualisiert, enthalten die wesentlichen Karten-Informationen von Openstreetmap
  • Eine interessante download – Quelle für openstreetmap-Karten in verschiedenen Formaten ist bbbike.org – nicht nur für Garmin GPS, sondern auch für Osmand und Maps.me – Apps und weitere. Dazu verschiedene „Spezialisierungen“, also Straßenkarte, Fahrrad-, Freizeit- oder Topografische Karte zum Wandern .. Begeistert bin ich von den Möglichkeiten, für viele Regionen „latinisierte“ Ortsbezeichnungen (soweit in den osm-Basisdaten hinterlegt) ausspielen zu lassen – dann hilft die Karte auch in Thailand oder Laos prima weiter, wo ich sonst nicht mal die Buchstaben lesen kann. Es sind ca. 200 Orte weltweit vorkonfektioniert zum sofort-download, wöchentlich aktualisiert. Du kannst Dir Dein Zielgebiet auch individuell auswählen und eine top-aktuelle openstreetmap-basierte Karte taufrisch im GPS-Format Deines GPS-Geräts downloaden. Es wird um eine Spende gebeten, da allein die server-Kosten für das Projekt bei 10€/d liegen.
  • Etwas schwieriger ist das mit velomap.org oder openmtbmap.org . Erstere osm-Karte ist für Straßenradfahrer und Fern-Radler, die zweite osm-Karte für Wanderer und Mountain-Biker (also auch mit kleineren offroad-Pfaden). Beide routingfähig, für Europa wöchentlich aktualisiert. Hier sind aber nur die Desktop-Versionen frei downloadbar. Entweder Du wandelst diese auf dem PC noch in Garmin *.img – Karten um oder Du wirst für ein Jahr/20€ „Premium – Mitglied“ und kannst die fertigen Garmin *.img- Pakete direkt downloaden. Die Ausgabe für Österreich gibt es als Probe gratis in beiden Versionen.
  • Meine häufigste Quelle, da variabel und umfassend ist die niederländische Seite http://garmin.openstreetmap.nl/ Liefert routen-fähige Basiskarten und Radfahrerkarten aus openstreetmap, aber auch (nicht routing-) Marine- Karten aus dem openSeamap – Projekt. Du kannst Länder per Voreinstellung und Regionen aus den – Regionen – Kacheln einer Weltkarte wählen. Verfügbar ist auch eine transparente Höhenlinien – Folie zur Ergänzung anderer Basiskarten ohne Höhenangaben
  • Der OSM-wiki-Eintrag soll nicht fehlen. Wenn auch nicht ganz up-to-date, finden sich in der Tabelle doch einige weitere Quellen für Spezialkarten (Mountain-Bike, Radfahrer, Wandern usw.)
  • Zur Kompatibilität von openSEAmap-Karten auf see-tauglichen Garmin, Lowrance, Simrad und B&G-Geräten hier die Infos von openseamap

GPS Navigations -Geräte – robuste Technik für den outdoor-Gebrauch

Ein weiterer Vorteil am GPS – Navigations- Gerät gegenüber dem smartphone ist, daß sie sehr robust sind. Das Garmin e-Trex ist voll outdoor-tauglich und auf jeden Fall wasserdicht und stoßfest. Es kann auch mit Karten des osm-Ablegers openseamap gefüttert werden und dient dann als See- Navigationssystem und Seekarten-Anzeiger. (Die Kartenlinks für Landansteuerungen Cap Verde und Tobago in meiner Reisegeschichte „Unter Segeln über den Atlantik“ verweisen auf die openseamap – Karten)

Nachteilig ist – aber das ist beim smartphone nicht anders – das Satellitennavigation ziemlich viel Energie frißt und dadurch die Akkus nicht sehr lange mitspielen. Das gilt es zu bedenken, wenn Du irgendwo weit draußen unterwegs bist. Aber beim Wandern oder Segeln oder anderen Aktivitäten fernab der Zivilisation würde ich sowieso auf die gute alte Papier-Wanderkarte zurückgreifen.. wenigstens als backup. Auf See ist die aktualisierte Papier – Seekarte als Navigations-Mittel vorgeschrieben. Elektronische Seekarten dürfen zwar benutzt werden, aber nur im Abgleich mit der nautischen Karte.

Und die e-Trex – Navis haben in gewisser Weise den Vorteil, daß sie ganz normale AA-Batterien verwenden, die es praktisch weltweit überall zu kaufen gibt.

Entscheidungshilfe bei zu vielen Optionen

Cool ist das Navi v.a. dann, wenn es sehr viele Wege gibt. In der Toscana hatte ich noch kein Navigations – Gerät, nur eine ziemlich schlechte italienische „Wanderkarte“. Da bin ich auf meiner Wanderung von Sienna nach Florenz u.a. daran gescheitert, weil ich x-mal in Wege eingebogen bin, die sich nach 500 m dann als Zufahrt zu einem weiteren der verstreuten Wein- Güter entpuppten. Mit dem Navi hätte ich nach spätestens 10 m gemerkt, daß dieser Abzweig der falsche war.

Ausschnitt Italienische Wanderkarte mit unbrauchbarer Wege-Darstellung
„Wanderkarte“ – gestrichelt: Wanderwege

Aber auch sonst ist es praktisch. Gerade in den verwirrenden Orten in Indien oder Südost-Asien markiere ich mir nach der Ankunft vor dem Quartier einen Wegpunkt, einfach, um leichter zurückzufinden. Bei den nicht vorhandenen oder nicht lesbaren Straßennamen-Schildern (wer kann sowas wie Thai oder Malajalam lesen?) hilft mir das ungemein.

Basisfunktion – Wo bin ich?

Ein GPS Navigations – Gerät hilft Dir auch dann, wenn es keine Wege mehr gibt. Klar, dann geht das „routing“ nicht mehr, welches Dir über Straßen und Pfade den schnellsten oder je nach Voreinstellung kürzesten oder sichersten.. Weg errechnet. Doch das GPS-Navi zeigt dann immer noch, wo Du bist, ggf. mit der Kartengrundlage drunter. Du kannst Dir je nach Relief und Hindernissen einen (Aus-)Weg basteln, indem Du für einzelne Teilstrecken Wegpunkte setzt und darauf zu läufst. So geht das auch auf See – Wegpunkte, die Etappe für Etappe angesteuert werden.

Oder, wenn ich in einem fremden Land mit Bus oder Zug unterwegs bin, schaue ich immer mal, wo wir gerade langfahren und wie weit es noch bis zum Ziel ist.

Nützliche Zusatzinformationen

Garmin GPS Navigations - Gerät für Wanderer und Rad-Reisende mit  openstreetmap
Reisecomputer

Der Reisecomputer des Navigations-Gerätes zeigt mir neben Geschwindigkeit, Ortshöhe u.a. „technischen Daten“ auch die Zeit bis zum Sonnenuntergang. Das ist beim Segeln oder v.a. beim Winterwandern wichtig, um etwa einschätzen zu können, ab wann es dunkel wird und wieviel Weg noch geschafft werden kann.

Wie war das nun mit der Pizza?

Ich gehe auf „Zieleingabe“ Dort sind verschiedene Unterpunkte wie „alle POI“ (points of interest), Sehenswürdigkeiten, Essen und Trinken, Verkehrsmittel….

Garmin GPS Navigations Gerät  und openstreetmap - Basisdaten zur Suche nach points of interest
Menü-Auswahl für Zielkategorien

So habe ich schon manches Kleinod am Wegesrand entdeckt, indem ich mir die POI’s der näheren Umgebung angesehen habe. Z. B. eine weitere, allerdings inzwischen aufgegebene Höhle in der Nähe der Tham Lot in Thailands Norden.

Dann kommen i.d.R. Unterpunkte, wie z.B. bei „Essen und Trinken“ dann „alle“, „amerikanisch“, „asiatisch“, „Barbecue“, „Schnellimbiß“ usw. Ein bißchen davon abhängig, was die Mapper so an Klassifizierungen getroffen haben. Pizza sollte sich unter .. „italienisch“ finden, oder? Leider hier mal Fehlanzeige. Aber einige Felder weiter folgt noch „Pizzeria“ – Treffer! Rund 880 Meter Fußweg – das schaffe ich gerade noch.

Mit Garmin GPS  Navigations- Gerät und openstreetmap- Basiskarte ein Pizza-Restaurant entdecken
Sie haben ihr Ziel erreicht

Und wunderbar – es gibt richtig Pizza aus dem Holzofen! Mitten in Thailand, in Neu-Sukothai! Die Tische sind voll – jede Menge chinesische Familien haben sich zum „Chinesischen Neujahrestag“ hier eingefunden. Aber für mich ist noch genug Platz und diese Pizza schmeckt auch ziemlich italienisch 🙂 So mache ich das öfters, wenn ich in einer fremden Stadt bin – einfach mal Pizza – caching.

Aktuelle outdoor GPS Navigations-Geräte für jeden Anspruch

Das Einsteigermodell ist das eTrex 25 Touch*. Mittlerweile haben die Garmin- GPS-Geräte alle einen touch-screen erhalten, der die Bedienung um einiges erleichtert. Ansonsten hat sich zumindest beim einfachsten Gerät der Baureihe nicht allzu viel verändert. Die Bauweise ist bewährt robust, das Gehäuse wasserdicht, weiterhin werden zwei AA-Batterien (oder Akkus) verwendet. Die Ausdauer wird mit bis zu 16 Stunden angegeben. Neu ist, daß eine Fahrrad – Lenkerhaltung zur Grundausstattung dazugehört genau wie eine bereits aufgespielte Basiskarte „topoAktiv“ für Europa. Der interne Speicher von 8GB läßt sich mit einer microSD-Karte erweitern.

Geocaching – Fans werden es lieben: Äußerlich fast gleich, allerdings mit einigen zusätzlichen Features im Detail kommt das eTrex touch 35* daher. Das sind insbesondere 250.000 vorinstallierte GeoCaches sowie die Möglichkeit der Koppelung mit dem smartphone. Dieses kann bei nassem Wetter geschützt im Rucksack bleiben, denn die Nachrichten werden auf dem wassergeschützten outdoor-Navi eTrex 35 angezeigt. Gewicht wie beim eTrex 25 touch 159 Gramm mit Batterien.

Eine Liga höher spielt das Garmin Oregon 700* Navigations-Gerät. Bei diesem ist v.a. die Koppelung mit dem smartphone weiter ausgebaut – es ist wifi- und bluetooth – fähig. Dadurch ist es möglich, auch unterwegs unkompliziert weitere Geo-caches nachzuladen. Außerdem sind eMail und sms– Nachrichten sowie der auf dem smartphone eingestellte Alarm übertragbar. Auch das Wetter-Radar kann dargestellt werden, so daß Du unterwegs über die Wetterlage Deiner Umgebung auf dem Laufenden bist. Zur Stärkung der Grundfunktion wurden die Antennenleistungen nochmals verbessert. Zusätzlich Verfügbar ist ein Ni-MH-Akkusatz mit 2x2000mAh*, der über USB z.B. von einer Powerbank im Gerät aufgeladen werden kann.

High-end für Profis – das Garmin GPSMAP 66i*. Dieses verfügt neben den sehr guten GPS – Funktionen zusätzlich über Möglichkeiten zur zwei-Wege-Kommunikation über das globale Iridium-Netzwerk sowie eine Notruf-Funktion, über die im GEOS-Notfallzentrum Alarm ausgelöst werden kann. All das unabhängig von den landgestützten Kommunikationswegen wie Mobilfunknetze o.ä. Damit wird es zum unabdingbaren Begleiter auf Exkursionen fernab der nächsten Zivilisation. Die Akkulaufzeit kann durch Energiesparmodi auf bis zu einer Woche verlängert werden.

Praktische Tips – Radtouren und Wanderungen mittels GPX-tracks vorbereiten

GPS – Track am Rechner vorbereiten und downloaden

Praktisch ist die Nutzung von GPX-tracks (Format .gpx) für Wander – oder Radtouren auf den Navigationsgeräten. (Geht natürlich auch mit Auto…) Ich verwende dazu maps.openrouteservice.org als Quelle. Dieses routing-System basiert auf openstreetmap- Karten und kann Dir tracks vorschlagen, die Du als .gpx – Datei dann auf Dein GPS-Gerät spielen und anzeigen lassen kannst. Genutzt habe ich das u.a. für meine Radtouren durch Frankreich und Irland.

GPX-track von openrouteservice analysieren
gpx-track mit Höhen-Darstellung und Straßenbelag – Mauszeiger an beliebiger Stelle

Gerade dort, wo es keine sowieso ausgewiesenen Radfernwege gibt, bekommst Du eine optimierte Wegeführung. In Irland z.B. sind extra – Radwege noch selten (ich kenne nur den Green-way bei Waterford und den Blue-way bei Tipperary). Es liegen allerdings abseits der Fernstraßen jede Menge kleine Straßen, die die verstreuten Siedlungen verbinden – und insgesamt ein gutes Radwegenetz darstellen. Dort ist wenig Verkehr, oftmals wächst aus der Straßenmitte bereits wieder ein Grünstreifen. Als ich 2003 mit einem Freund zum ersten Mal in Irland war und ebenfalls mit dem Rad unterwegs, hatten wir nur eine schlechte Straßenkarte mit viel zu großem Maßstab und ansonsten Hinweise der Anwohner am Wegesrand – die uns leider immer wieder zur nächsten großen Fernstraße schicken wollten. Typisch Autofahrer – über die Schnellstraßen geht es am leichtesten… Gerade diese wollten wir aber möglichst vermeiden.

Heute suche ich mir bei maps.openrouteservice.org mit der Einstellung „Radfahrer“ den besten Weg z.B. von Tipperary nach Kilkee an der Atlantik-Küste. Auch dafür gibt es natürlich weitere Optionen – kürzester Weg, schnellster Weg oder wenn Du Zeit hast und das Land erkunden willst, den empfohlenen Weg. Dann werden vorhandenen Radwege, soweit sinnvoll, mit eingebunden. Das ist zwar i.d.R. ein Stück weiter, erschließt dafür aber oftmals wirklich schöne Gebiete und ist, so gut es geht, radfahrerfreundlich.

openrouteservice Erklärung gpx-Track download
Upload und download – Symbole

Natürlich kannst Du auch noch einige Wegpunkte dazwischen festlegen, wenn Du irgendwo unbedingt hinwillst. Außerdem bekommst Du eine grafische Höhendarstellung eingeblendet. Auf dieser kannst Du mit der Maus die Höhen – und Tiefpunkte ansteuern und siehst auf der dahinterliegenden Karte, wo die größten Steigungen zu erwarten sind. Falls Dir das zuviel ist, verschiebst Du die Strecke ein wenig und bekommst einen zwar weiteren, dafür aber vielleicht etwas leichteren Weg. Gleichzeitig wird der Straßenbelag mit erwähnt. Planst du Deinen trip mit einem superleichten Straßen-Rennrad, kannst Du die Strecken mit Kiesbelag oder grobem Pflaster so von vorn herein ausplanen und umfahren.

Unterwegs am .gpx – Track orientieren

Den .gpx – Track lädst Du Dir auf Deinen Rechner runter und dann in das Track-Verzeichnis auf Deinem GPS Navigations-Gerät. Wähle Dir vor dem Runterladen einen aussagekräftigen Dateinamen, z.B. Roscoff-Brest_direkt_xxxkm.gpx ! So findest Du im Trackmanager leicht Deine gewünschte Route.

outdoor- navi Garmin etrex Menü - Trackmanager
etrex – Menü – Trackmanager
outdoor Navigations-Gerät Garmin eTrex Track-Auswahl
track-Auswahl im etrex – Trackmanager

Stehst Du am Startpunkt Deiner Reise, suchst Du die Trackdatei im Trackmanager aus und läßt sie Dir auf der Karte anzeigen. Echtes „routing“ geht auch, also wie beim Navi üblich, den Weg mit Abbiegehinweisen usw. anzeigen lassen („nächster Kreisverkehr 3.Ausfahrt„). Das ist aber meines Erachtens beim Radfahren oder Wandern nicht nötig und ich schätze, daß dies ein energieintensives Vergnügen ist. Denn Deine Strecke wird ständig nach Abweichungen abgesucht und ggf. erfolgen permanente Neuberechnungen, nur weil Du mal 30m links zum Eisstand gefahren bist.

Auf jeden Fall kannst Du mit Hilfe dieser Tracks ein Land sehr gut kennenlernen und schöne Radtouren fahren, auch wenn es keine ausgewiesenen Radwege gibt. Lediglich die ersten Kilometer hinter Verkehrsknotenpunkten und in bzw. aus Städten hinein oder heraus können anstrengend sein, wenn nicht sowieso gute Radrouten bestehen. Die Euroroute 1 in Irland von Rosslare-Harbour westwärts an der Küste entlang besteht z.B. nur aus kleinen Ortsverbindungsstraßen ohne „extra“-Radwege, sind aber kaum befahren.

outdoor- Navigations - Gerät GPS Garmin etrex - 12km-Zoom
Trackanzeige 12km-Zoom, Karte cyclemap
GPS-track - Anzeige zoom auf  etrex Display Radroute
etrex: Track – Anzeige 300m-Zoom

Der Track funktioniert auch ohne routingfähige Karte oder sogar ganz ohne anzeigbare Kartengrundlage. Im Dreiländer-Eck Frankreich-Lux-D geriet ich auf einmal in ein Gebiet, daß von meinen verfügbaren Karten auf dem Garmin Navi nicht abgedeckt war. Der Track wurde trotzdem angezeigt. Ich habe den Zoom so weit aufgezogen, daß ich allein anhand der track-Markierung meinen Weg finden konnte. Hat bestens funktioniert, bis ich sozusagen im Blindflug wieder auf der nächsten Karte gelandet bin.

Gerade in diesem Fall, aber auch sonst ist es wichtig, die passende Vergrößerung der Anzeige auf dem outdoor GPS- Gerät auszuwählen. Auf dem kleinen Display von Garmin eTrex – Navis sind das 300, 500 oder 800m pro cm Anzeige für Radfahrer. Das mußt Du am Anfang ein wenig ausprobieren, was für Dich am Besten paßt. Wählst Du die Zoom-Stufe zu grob, wirst Du desöfteren am richtigen Abzweig vorbeifahren. Als Wanderer auf schmalen Pfaden mußt Du die genaueste Zoom-Stufe wählen, sonst werden möglicherweise nicht alle Pfade angezeigt und parallele Weganfänge sind schwer zu erkennen. Mit der Zeit wirst Du Dein Optimum aber finden und Spaß am Spiel mit Deinem persönlichen Touren – track finden.

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