Diesbar Seußlitz – Barockschloß und Weingüter an der Elbe

Diesbar Seußlitz – Barockschloß und Weingüter an der Elbe

Wenn Du auf dem Elberadweg in südlicher Richtung unterwegs bist, beginnt hinter dem Chemiewerk von Nünchritz mit dem Höhenzug der Leckwitzer Schanze das Elbhügelland und damit der schönste Abschnitt des Elberadwegs überhaupt. Zumindest für alle, die ausgedehnte Ebenen weniger mögen und mehr Abwechslung in der Landschaft lieben. Sozusagen als Einstieg in das Elbtal von Meißen kommt das kleine Örtchen Diesbar Seußlitz mit einem barocken Schloß, Schloßgarten und dem anschließenden Naturschutzgebiet Seußlitzer Grund. Dort lädt eine Idylle zwischen Weinhängen zu einer längeren Rast an der Elbe ein.

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Diesbar und Seußlitz – zwei Örtchen an der Elbe

Für den Besucher gibt es sicher mehr Zusammenhängendes als Trennendes zwischen Diesbar und Seußlitz, obwohl die beiden Dörfer an der Elbe ursprünglich eigenständige Orte waren. Seit 1953 gehören beide aber als Diesbar – Seußlitz zusammen und sind durch eine Straße, dem Elberadweg und den Elbe – Strom direkt verbunden. Doch auch sonst führen Wege von Seußlitz nach Diesbar und umgekehrt – als Wanderwege oder geologische Erkundungspfade, auf archäologischer Spurensuche und als Beginn der Sächsischen Weinstraße, die in Seußlitz beginnt, über Diesbar und Meißen nach Dresden führt und in Pirna am Rande der Sächsischen Schweiz ihren südlichen Endpunkt hat.

Historisch gesehen erscheint Seußlitz als der interessantere Ortsteil mit Barockschloß, ehemaliger Klosterkirche, französischem Garten und englischem Landschaftspark. Gastronomisch ist Diesbar wohl spannender, da hier mehrere Weingüter und Elbeufer – Restaurants zu finden sind. So hat jeder der Ortsteile, die etwa 1,5 km „Stromlänge“ auseinander liegen, seine Vorzüge.

Das Barockschloß Seußlitz

Im rechtselbischen Kerbtal Seußlitzer Grund liegt das gefällige Ensemble mit dem Barockschloß Seußlitz und weiteren Gebäuden, welches unbedingt einen Stop auf jeder Elberadtour wert ist.

Das Gelände gehörte im 13. Jahrhundert dem Meißnerischen Markgrafen Heinrich dem Erlauchten (1215 – 1288), der sich Seußlitz als Jagdresidenz erschloß. Nach dem frühen Tode seiner zweiten Frau Agnes, immerhin eine Tochter des Böhmischen Königs Wenzel I., begründete Heinrich der Erlauchte zum Andenken auf diesem Grund das Klarissenkloster Seußlitz. Das Nonnenkloster St. Afra ging 1272 in Betrieb. Nach der Reformation wurde das Kloster 1541 aufgelöst. Der kursächsische Kanzler Simon Pistorius erwarb den Grund und baute die Anlage um, so daß Seußlitz 1552 erstmals als Rittergut Erwähnung fand. Bis 1720 blieb Seußlitz im Besitz der Familie Pistorius.

Barock Schloß Seußlitz an der Elbe
Barockschloß Seußlitz

Die barocke Umgestaltung begann, nachdem Heinrich von Bünau (1665 – 1745) das Gut 1722 erworben hat. Es handelt sich hier um den Kanzler Heinrich von Bünau am kursächsischen Hofe August des Starken. Das ist wichtig zu erwähnen, da die Familie von Bünau in Sachsen weitverzweigt war und zudem die männlichen Erstgeborenen aus einer Familientradition heraus meist den Namen Heinrich erhielten. Insofern ist dieser Heinrich von Bünau nicht identisch mit dem namensgleichen Erbauer des Schlosses in Dahlen.

Für den Umbau von Schloß, Kirche und der Parkanlagen in Seußlitz konnte Heinrich von Bünau einen gut bekannten Architekten gewinnen: George Bähr, der heute vor allem als Erbauer der Dresdner Frauenkirche berühmt ist. So entstand bis 1733 ein barockes Gebäudeensemble in Seußlitz, wie es weitgehend noch heute zu bewundern ist.

Das Schloßgebäude

Das Schloßgebäude steht auf einer Terrasse quasi wie ein Riegel vor dem Seußlitzer Grund mit Blick auf die vorbeiströmende Elbe. Eine Freitreppe mit barocken Sandsteinbalustraden gewährt den Zugang zum hölzernen Portal. In einem wappenähnlichen Medaillon im Dreiecksgiebel über dem Türbogen ist noch der Herr von Bünau als Hausherr vermerkt.

Das Schloß Seußlitz ist zweigeschossig, das Mansarddach gewinnt durch eine Reihe von Gauben an Struktur.

Barockschloß Seußlitz - Freitreppe

Leider ist das Schloß selbst heute nicht zugänglich und zeigt bei näherem Hinsehen bereits einige Verfallsspuren. Das Gebäude ist während der DDR – Zeit und noch bis zum Jahr 2000 als Altersheim genutzt worden. Danach erfolgte die „Re-Privatisierung“, bei einer Versteigerung erwarb ein westdeutscher neuer Eigentümer das Anwesen. Seitdem steht das Schloß Seußlitz ungenutzt.

Die Schloßkirche Seußlitz

Hinter dem Schloßgebäude wurden zwei Flügel angebaut, die einen kleinen Hof einschließen. In den Südflügel ist die Schloßkirche integriert, die von George Bähr auf den Mauern der alten gotischen Klosterkirche errichtet wurde. Stilistisch ist sie allerdings vollkommen dem barocken Ensemble angepaßt. Mehrere Emporen umschließen den Innenraum. Ein marmorierter Kanzelaltar ist der wichtigste Blickfang im Kirchenraum, dahinter befindet sich die Orgel.

Die Schloßkirche Seußlitz verfügt über fünf Glocken, darunter zwei, deren Guß bereits auf die Entstehungszeit des Klosters im 13. Jahrhundert datiert wird. Zwei Glocken wurden 1956 in der Apoldaer Gießerei Schilling gegossen.

Schloßkirche Diesbar Seußlitz
Schloßkirche am Französischen Garten

Auf dem Kirchhof sind mehrere Grabstätten zu finden, die teilweise noch aus der Zeit des Klosters im 13. Jahrhundert stammen. Der Graf von Bünau sowie seine Frau fanden ihre letzte Ruhestätte ebenfalls auf dem Kirchhof Seußlitz.

Die Besichtigung der Schloßkirche ist tagsüber möglich, von 10 – 17:00 Uhr (ggf. jahreszeitlich eingeschränkt). Um zur Schloßkirche Seußlitz zu gelangen, muß man links neben dem Schloß vorbei die Gasse aufwärts laufen und vor dem Haus des Gastes rechts einen engen Durchgang passieren. Der Eingang an der Nordseite kann dann über den kleinen Kirchhof erreicht werden.

Kanzelaltar und Orgel in der Schloßkirche Diesbar Seußlitz
Kanzelaltar in der Schloßkirche

Der Schloßgarten von Seußlitz

Frei besucht werden kann der Schloßgarten am Barockschloß Seußlitz über mehrere Zugänge. Südlich der Schloßkirche liegt ein Barockgarten im französischen Stil mit einer Terrasse entlang der Gebäudefront, Sandsteinskulpturen, Blumenbeeten und beschnittenen Heckenelementen. Die Skulpturen wurden übrigends vom bekannten sächsischen Barockkünstler Balthasar Permoser geschaffen und sollen den jahreszeitlichen Wandel personifizieren.

Der Garten geht in südlicher Richtung in eine Anhöhe mit Weinterrassen über, auf deren Spitze George Bähr ein Gartenhaus errichten ließ – die „Heinrichsburg“.

Seußlitz: Französischer Garten mit Heinrichsburg
Französischer Garten mit Heinrichsburg

Nach Osten zu und damit dem Talseinschnitt folgend schließt sich ein englischer Landschaftspark mit kleinem Teich und vielfältigen Baumbestand aus verschiedensten Baumarten wie Gingko, Silberahorn, Sumpfzypresse u.a. an.

Am östlichen Ende des englischen Gartens steht eine Villa mit Fachwerk – Obergeschoß. Diese wurde vom Leipziger Kunstsammler und Kunsthistoriker Fritz von Harck um 1895 für seine Eltern als Wohnhaus errichtet. Die Familie Julius von Harck hatte das Schloß Seußlitz bereits um 1880 erworben und als Familienwohnsitz genutzt. Die Villa im östlichen Garten des Schloßparks diente am Ende des 19. Jahrhunderts sozusagen als Auszugshaus für die elterliche Familie. Nach einer Nutzung als Kindergarten während der DDR – Zeit ist das Haus heute wieder privatisiertes Wohnhaus mit Mietwohnungen.

Auszugsvilla Familie Julius von Harck im Schloßpark Seußlitz
Auszugsvilla der Familie von Harck

Das Luisenschlößchen und die Heinrichsburg

Wie schon erwähnt, bildet das Schloß Seußlitz quasi einen Querriegel vor dem Seußlitzer Grund, ein östliches Seitental der Elbe. Auf dem Hang nördlich neben dem Schloß befinden sich Weinterrassen – und weit oben ein einstöckiges barockes Winzerhaus mit Walmdach: das Luisenschlößchen bzw. die Luisenburg. Dieses wurde 1725 erbaut.

Praktisch gegenüber, auf einer Anhöhe am südlichen Ende des französischen Schloßgartens, erhebt sich, wie oben bereits erwähnt, die Heinrichsburg. Das Gartenhaus ließ George Bähr ebenfalls 1725/ 26 zweistöckig errichten, der Name entstammt, wie leicht zu vermuten, dem damaligen Schloßherrn Heinrich von Bünau. Von der Terrasse vor der Heinrichsburg kannst Du einen weiten Blick ins Elbtal sowie die Aussicht auf Garten und Schloßkirche genießen. Sie ist auch Station auf einem der Wanderwege um Seußlitz. Der Weinbauverein nutzt die Heinrichsburg gelegentlich als Ausstellungsraum. Die bei meinem Besuch aktuelle Ausstellung zum Weinbau kann Sonntags von 14 bis 17 Uhr besucht werden.

Thront über dem Weinberg: Luisenburg in Seußlitz an der Elbe
Luisenschlößchen im Weinberg

Das Haus des Gastes neben dem Schloß Seußlitz

In dem Gebäude der zum Schloß gehörenden Weinpresse von 1819 befindet sich seit Mitte der 90er Jahre das Haus des Gastes Diesbar Seußlitz. Die Räume werden u.a. für Kunstausstellungen genutzt. Bei meinem Besuch zum Beispiel für Malerei und Graphik auf klassischen Materialien sowie moderner Öl auf Acryl von regionalen Künstlern aus dem Elbtal.

Angeblich mit der Auflösung des Nonnen – Klosters vor rund 500 Jahren einher ob des „Überschusses an hochzeitsreifen Frauen“ geht die Tradition des Seußlitzer Heiratsmarktes. Für einen Tag kann sich dort jeder am Himmelfahrtstage trauen lassen. Ob die Verbindung später auch länger hält, dafür ist wohl jede und jeder selbst verantwortlich.

Alte Weinpresse am Schloß - Heute Haus des Gastes in Seußlitz
Haus des Gastes hinter dem Schloß

Die Umgebung von Schloß Seußlitz

Wandern im Seußlitzer Grund

Wenn Du länger Zeit hast, dann genieße die ruhige Wanderung durch den Seußlitzer Grund! Hinter dem Englischen Schloßgarten kommt noch ein Spielplatz mit Picknick – Tisch und der Gondelteich, ein aufgestauter kleiner Teich mit Wasser vom Seußlitzer Bach. Daran schließt unmittelbar das Naturschutzgebiet Seußlitzer Grund an. Dort wird es still und selbst im Sommer angenehm unter Buchenmischwald, um die Lößlehmhänge des Seußlitzer Tals zu erkunden. Wer Glück hat, kann sogar den Schwarzspecht entdecken.

Es gibt drei empfohlene Wanderwege bei Seußlitz mit gelbem, blauen und rotem Zeichen. Der gelbe ist mit 1,5 km der kürzeste vorgeschlagene Weg über den „Dobschützer Kirchsteig“. Diese Route macht nur einen kleinen Schlenker durch den Seußlitzer Grund.

Gondelteich im Seußlitzer Grund
Im Seußlitzer Grund

Über den blauen Weg kannst Du weit durch den Grund laufen, immer am Seußlitzer Bach entlang, bis die Route hinauf zum Gut Radewitz abbiegt und an der Goldkuppe (173m) einen alten Burgwall aus der Bronzezeit erreicht. Von der Goldkuppe öffnet sich ein weiter Blick über das Elbland. Zurück geht es über die Heinrichsburg. Die Streckenlänge liegt bei ca. 3km.

Der rote Weg ist der längste und führt zuerst an der Elbe entlang nach Diesbar. Somit praktisch eine erste Etappe auf der sächsischen Weinstraße. Über eine weite Schleife an Weinhängen entlang geht es bergauf ebenfalls zum Gut Radewitz. Von dort erfolgt der Abstieg in den Seußlitzer Grund. Dieser Weg ist etwa 5km lang.

Elbtal Landschaft von der Goldkuppe gesehen
Blick von der Goldkuppe über die Elbtal – Landschaft

Da sich alle drei Wanderwege unterwegs treffen, ist natürlich auch eine individuelle Kombination möglich bzw. eventuell eine Verkürzung, wenn’s denn doch zu viel werden sollte. Die Wege sind alle leicht auch für Ungeübte zu bewältigen, Schwierigkeiten liegen nur in kurzen Anstiegen aus dem Tal heraus (bzw. Abstiegen in der Gegenrichtung).

Archäologischer Wanderweg Diesbar – Seußlitz

Den Archäologischen Wanderweg habe ich zwar nicht so recht mit Wegemarkierung gefunden, doch einige (leider schon etwas verwitterte) Tafeln machen den zeitgeschichtlichen Aspekt in der Region kenntlich. Wer also historisch interessiert ist, kann sich einige archäologisch relevante Orte im Gebiet um Diesbar Seußlitz erwandern.

Eine vermutlich älteste Station dabei ist die schon erwähnte bronzezeitliche Burgwall – Anlage auf der Goldkuppe. Das muß eine umfangreiche Befestigung gewesen sein, denn der längste Wall ist immerhin 1 km lang und an einer Stelle im Südosten türmt sich der Wall auch heute noch auf gut 18m Höhe. Im Umfeld gab es mehrere Siedlungen. Es ist die größte bekannte vorgeschichtliche Wallanlage in Sachsen. Weitere Wallbefestigungen sind bei Löbsal weiter östlich und auf dem gegenüberliegenden Elbufer beim Gut Göhrisch zu finden.

Bei Diesbar lag die Rauhe Furt. Diese stellte schon früh eine Möglichkeit dar, die Elbe zu queren. Die Bezeichnung Rauhe Furt deutet darauf hin, daß es wohl nicht so ganz einfach war über diesen Weg. In der Region gab es mehrere Furten, die vom Fernhandel mit Osteuropa genutzt wurden. Dabei wurden auch Zölle erhoben. An der Rauhen Furt versuchten wohl einige Händler, den Zahlungen zu entgehen und gingen dafür ein größeres Risiko bei der Flußquerung ein. Eine Burganlage auf dem linkselbischen Felsen beim Gut Göhrisch diente auch der Überwachung der Elb – Passage.

Rauhe Furt Göhrisch an der Elbe
Rauhe Furt und linkselbische Wallanlage Göhrisch

Der Böse Bruder

Zwischen Diesbar und Seußlitz liegt ein Berg, der nur zum Teil mit Weinhängen bedeckt ist. Obenauf die schon mehrfach genannte Goldkuppe. Zur Elbe hin sind die felsigen Wände abgeschnitten – sie wurden als Steinbruch bis in die 1970er Jahre bearbeitet. Dort gab es mal eine Felsformation, die einem Gesicht ähnelte – der Böse Bruder genannt. Der Legende nach sollen zwei Brüder in dasselbe Mädchen verliebt gewesen sein. Doch die Jungfer konnte nur einen lieben und vergrämte den anderen. Der verschmähte Liebhaber stürzte seinen Bruder vom Felsen und verwandelte sich angesichts seiner Untat in Stein.

Bereits in den 30er Jahren wurde das Felsengesicht allerdings mit dem fortschreitenden Steinabbau gesprengt.

Steinbruch Böser Bruder bei Diesbar
Steinbruch „Böser Bruder“ unterhalb der Goldkuppe

Weingüter in Seußlitz und Diesbar

Wie schon erwähnt, beginnt in Seußlitz die Sächsische Weinstraße. Außerdem wird fast jeder kleine Hang entlang des Elbtals für den Weinanbau genutzt. Dazu zählen auch die Hänge rechts und links von Schloß Seußlitz mit dem Luisenschlößchen und der Heinrichsburg. Eines der zum Schloß gehörigen Wirtschaftsgebäude in Seußlitz ist jetzt das Wein Reich. Auch an der Straße in Richtung Diesbar gibt es noch ein Weingut Lehmann.

Weingut Lehmann in Seußlitz an der Elbe
Weingut Lehmann
Weinpresse in Diesbar an der Elbe
Weinpresse in Diesbar

In Diesbar selbst ist das Weingut Jan Ulrich sozusagen der Platzhirsch. Dort kann man auch auf einer Terrasse sitzen und mit dem Weinglas in der Hand der träge dahinfließenden Elbe zusehen.

Vor dem Weingut steht eine alte hölzerne Weinpresse aus dem Jahre 1842. Dabei handelt es sich um eine „unterständige Doppelspindelpresse“, mit der auf einmal 3 Tonnen Wein ausgepreßt werden konnten. Für das dazumal hochmoderne Gerät wurden dicke Eichenpfosten verwendet. Die Spindeln selbst bestehen aus Apfelholz.

Möchtest Du sächsische Elbtalweine mit italienischem Speisengenuß verbinden, findest Du in einem der Nebengebäude am Schloß Seußlitz eine Trattoria. Schließlich mag nicht jeder die kulinarischen Standards der sächsischen Küche.

Elbehochwasser

Im August 2022 jährt sich das Elbehochwasser von 2002 zum 20. Mal. Es gilt als „Jahrhunderthochwasser“, obwohl 2013 bereits ein weiteres, ähnlich hohes Hochwasser die Region an Elbe und Mulde traf. Zumindest an der Elbe waren die Schäden wegen des inzwischen erfolgten Deich – Ausbaus allerdings deutlich geringer.

Elbe Hochwassermarke Augusthochwasser 2002 in Leckwitz
Glück gehabt! Hochwassermarke in Leckwitz

In der Region finden sich überall Hochwassermarken an Häusern und Mauern. Eine gute Gelegenheit, mal selbst zu vergleichen, da auch Marken von früheren Hochwassern zu entdecken sind. Und sich vorzustellen, wie weit die Fluten in der Fläche reichten – denn oft stehst Du vor den Hochwasser – Markierungen und schaust hinauf!

Bei Diesbar Seußlitz wurde der höchste Elbepegel am 17.August 2002 gemessen mit 9,40 m. Bis dahin lag der Höchststand aus dem Jahr 1845 bei 8,45 m – also fast einen Meter weniger.

Wie kommst Du nach Diesbar Seußlitz?

Mit dem Fahrrad

Am Schönsten ist die Anreise per Fahrrad auf dem Elberadweg. Diesbar Seußlitz liegt rechtselbisch im Abschnitt zwischen Meißen und Riesa. In Meißen und Riesa sind auch jeweils die nächstliegenden Elbe – Brücken. Wer grad linkselbisch unterwegs ist, kann in Niederlommatzsch die Fähre nach Seußlitz nehmen (nur Fußgänger und Radfahrer).

Treidelpfad (Leinpfad) an der Elbe bei Leckwitz
Auf dem Leinpfad (Treidelpfad) bei Leckwitz

Kommst Du von Riesa, wirst Du bei Leckwitz den alten Treidelpfad passieren. Keine Angst, dieser Bruchsteingepflasterte Abschnitt ist nur etwa 120m lang, aber historisch. Auf dem sogenannten Leinpfad wurden elbeaufwärts fahrende Handelsschiffe von den „Bommätzschern“ an Seilen gegen die Strömung gezogen. Ebenfalls interessant anzusehen ist ein alter Turmdrehkran in Merschwitz, mit dessen Hilfe die geflößten Baumstämme für ein Sägewerk gehoben wurden.

ElbFähre Seußlitz - Niederlommatzsch
Fähre nach Niederlommatzsch

Mit dem Auto

Wer mit dem Auto, Mietwagen* oder Wohnmobil* unterwegs ist, kann ab Meißen rechtselbisch die S 88 nordwärts benutzen, die entlang der Elbe auch Diesbar und Seußlitz verbindet. Die Anfahrt nach Meißen ist über die Autobahn A 4 (Erfurt – Dresden) oder A14 (Leipzig – Dresden) möglich. Von Leipzig aus ist auch die landschaftlich recht schöne alte F6 (heute B6) nach Dresden zu empfehlen.

Elektroauto Ladesäule in Diesbar Seußlitz
Elektro-Auto Ladesäule in Seußlitz

In Seußlitz wurde ein Besucher- Parkplatz an den Elbewiesen eingerichtet. Im hinteren Teil zur Elbe hin ist Platz für Wohnmobile. Für Nutzer von Elektro – Autos gibt es eine Ladestation mit zwei Ladeplätzen.

Wohnmobil - Stellplatz an der Elbe bei Seußlitz
Wohnmobil – Stellplatz an den Elbwiesen

Auf der Elbe mit der Weißen Flotte

Es gibt eine Linie „Sächsische Weinstraße“ der Weißen Flotte auf der Elbe. Die nördlichste Station ist Seußlitz. So läßt sich Dampfschiffromantik mit dem Besuch im Barockgarten und auf dem Weingut verbinden.

Schaufelrad - Dampfer Pillnitz der Dresdener Weißen Flotte auf der sächsischen Weinroute zwischen Diesbar - Seußlitz und Meißen
Schaufelrad – Dampfer „Pillnitz“ auf der Elbe bei Diesbar Seußlitz

Unterkünfte in Diesbar Seußlitz und Umgebung

Um die interessante Schloßanlage, den barocken Garten und die Elbtal – Landschaft in und um Diesbar Seußlitz genießen zu können, bietet sich ein Aufenthalt von zwei oder drei Tagen an. Selbst im Herbst oder Winter hat die Gegend ihren Reiz und eine Wanderung durch den Seußlitzer Grund ist auch möglich, wenn Schnee die Wege bedeckt – steile Stiege sind hier nicht zu befürchten. In der Saison von Ostern bis Oktober ist es natürlich von Vorteil, daß auch Ausstellungen und Veranstaltungen z.B. in der Schloßkirche oder im Haus des Gastes einen kulturellen Rahmen bieten. Mit knapp 10km ist auch die Stadt Meißen mit Porzellanmanufaktur und Albrechtsburg nicht allzu weit entfernt.

Eine Ferienwohnung im Grünen* für zwei Erwachsene findet sich in Neuseußlitz an der Straße nach Merschwitz. Diese gut ausgestattete Unterkunft mit Blick auf die Burg Hirschstein am gegenüberliegenden Elbufer liegt im Erdgeschoß und ist dadurch auch für bewegungseingeschränkte Gäste geeignet.

Das Weingut Jan Ulrich* in Diesbar bietet nicht nur erlesene Elbtal – Weine, sondern auch Ferienzimmer, Apartments und eine Ferienwohnung in verschiedenen Größen von der Einzelunterkunft bis zum 4 – Gäste – Apartement mit zwei Schlafzimmern. Von der Terrasse oder dem Balkon kann man auf die Weinberge oder die Elbe blicken. Fahrradabstellmöglichkeiten sind vorhanden, so daß auch Radfahrer auf dem Elberadweg im Weingut Ulrich eine Übernachtungspause einlegen können.

Diesbar an der Elbe: Weingut Jan Ullrich
Weingut Jan Ullrich in Diesbar

Das Jägerheim Löbsal* ist eine der bekannteren Gaststätten in der Umgebung von Diesbar Seußlitz, bietet aber auch mehrere Zimmer und Ferienapartments für seine Gäste. Wenn Du nicht mit dem Auto unterwegs bist, kannst Du nach Löbsal sogar von Diesbar aus über den „Schulweg“ wandern durch den südlichen Teil des Schutzgebiets Grund. Zur Elbe hin liegen mehrere Aussichtspunkte, die bei einer Waldwanderung erkundet werden können. Das Jägerheim Löbsal findet sich am Dorfplatz. Am Jägerheim können kostenfrei Fahrräder ausgeliehen werden. Eigene Fahrräder können in der Garage sicher abgestellt werden. Für Hunde und andere Haustiere fallen ggf. einmalige Gebühren an.

Ebenfalls in Löbsal befindet sich die Ferienwohnung Serpina* mit Platz für 3 Gäste im Schlafzimmer. Unter Nutzung der Schlafsofas im Wohnbereich kann die Kapazität bis auf 7 Übernachtungsgäste erhöht werden. Diese Ferienwohnung bietet eine Terrasse, die Mitbenutzung des Gartens sowie einen Außenpool. Da sich das Apartment im Erdgeschoß befindet, ist die Unterkunft für bewegungseingeschränkte Gäste, ggf. auch für Rollstuhlfahrer geeignet.

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Elbe bei Diesbar Seußlitz

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