Ostseeradweg – Radtour im Südosten der Insel Rügen

Ostseeradweg – Radtour im Südosten der Insel Rügen

Viele zieht es an die Ostsee. Immer wieder. Ab und zu mag ich das auch. Allerdings nicht, um am Strand zu liegen und zu baden – das ist mehr oder weniger Beiwerk. Mich interessiert diese außergewöhnliche Landschaft, der Übergang vom Land zur See, die Inseln und Bodden. Und natürlich die Naturschönheiten, die kleinen Dörfer, Dorfkirchen und Höfe. Und die Städte, die beständig Zeugnis ablegen vom Wechselspiel der Menschen an den Küsten mit der See als Fischer, Händler und Seefahrer.

Heute erzähle ich von einer Ostseeradtour im Süden und Südosten der größten Insel – Rügen – sowie am Greifswalder Bodden und dem Strelasund, der den Bodden mit Stralsund und der Ostsee an der Insel Hiddensee verbindet.

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Inhaltsübersicht

Stralsund, Hansestadt und Weltkulturerbe

Beginnen können wir in Stralsund (korrekt liegt die Betonung auf dem a, der -sund wird kurz und wenig betont gesprochen). Das Gebäude des Hauptbahnhofs macht schon einen einladenden Eindruck – nicht zu groß und unpersönlich, aber auch nicht ganz klein. Ein Backsteinbau mit szenischer Malerei im Inneren sowie dem, was man im Bahnhof an Geschäften so braucht. In einem Nebengebäude am Bahnhofsplatz gibt es sogar einen Bio-Laden mit Imbiß – Angebot, für alle, die auch bei der Reiseverpflegung auf besondere Qualität achten.

Ostsee-Radweg Stralsund
St. Nikolai in Stralsund

Ein kleiner Stadtrundgang in Stralsund

Der Bahnhof liegt etwa 500m vom Stadtzentrum entfernt, der direkte Weg dorthin führt zwischen zwei Seen entlang. Die Hansestadt Stralsund ist zusammen mit der Hansestadt Wismar Weltkulturerbe der UNESCO.

Stadtzentrum in Backstein- Gothik und mit Meereskundemuseum

Das Zentrum ist vor allem geprägt durch mehrere große Backstein – Kirchen und zum Großteil gut restaurierter Häuser verschiedener Stilepochen. Interessant für Besucher ist vor allem das Meereskunde- Museum. Der Markt wird geprägt durch das Rathausportal aus der Backstein- Gothik und der dahinterliegenden riesigen Kirche St. Nikolai.

Ostsee-Radweg Hafen Stralsund
Hafen Stralsund
Ostsee-Radweg Ozeaneum
Ozeaneum in Stralsund

Die Stadt gewinnt natürlich besonderen Charme durch das Hafenviertel, in dem sich Yachten tummeln, Fahrgastschiffe zu Rundfahrten aufbrechen, die Gorch Fock als Dreimast-Rahsegler an der Pier liegt und ein weiter Rundblick über den Strelasund möglich ist. Die Front der alten Speichergebäude, meist rote Backsteinbauten, wird durchbrochen von der weißen geschwungenen Fassade des Ozeaneums, in dem in teils riesigen Aquarien die Unterwasserwelt der See erkundet werden kann.

Rügen – Hochbrücke und Rügendamm

In Richtung Südost am Hafen fällt der Blick auf die neue Rügen- Brücke, eine Hochbrücke, die seit einigen Jahren den hauptsächlichen Autoverkehr über den Strelasund auf die Insel aufnimmt. Dahinter liegt die alte Rügendamm-Brücke, die von Radfahren, Fußgängern, der Eisenbahn und wenigen Autofahrern weiter genutzt wird. Diese verbindet seit Oktober 1936 die Insel Rügen mit dem Festland, vorher verkehrten Fähren zwischen Stralsund und Altefähr. Regelmäßig wird der Mittelteil der Brücke geöffnet, um Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. Vor allem sind es Segler auf dem Rund Rügen – Törn.

Ostsee-radweg Rügen - Brücke
Rügen – Hochbrücke und Ziegelgraben – Brücke

Ich benutze aber diesmal die Brücke erst für die Rücktour, denn beginnen will ich meine Radfahrt auf dem Ostseeküstenradweg entlang des Strelasund. Also verlasse ich Stralsund vorerst in Richtung Greifswald.

Ostseeradweg am Strelasund

Um näher am Strelasund fahren zu können, benutze ich ab dem Stadtteil Andershof nicht mehr den Radweg entlang der alten F96 (Fernverkehrsstraße, heute meistens Bundesstraße), sondern fahre erstmal in Richtung Devin. Doch leider liegt hinter dem letzten Stralsunder Ortsteil der Deviner See, so daß ich doch zumindest bis Brandshagen zurück auf den eigentlichen Ostseeradweg muß. Dieser verläuft hier auf der gepflasterten F96. Das ist sozusagen eine der Sehnsuchtsstraßen für viele ältere DDR – Bürger, die die gesamte DDR vom ostsächsischen Zittau bis nach Saßnitz (und damit dem Fährhafen nach Schweden und Bornholm) durchquert und dazumal mit unendlichen Trabbi – Kolonnen alle Ostsee-Süchtigen in den Norden gebracht hat. Denn die Ostsee-Autobahn gab es noch nicht.

Ostsee-Radweg F96
Die alte F96

Zwischenzeitlich hat man einfach eine neue breitere Asphalt-Straße als B96 zum großen Teil neben die alte F96 gebaut und auf der alten Piste sind jetzt nur noch ein paar Anwohner und die Radtouristen unterwegs. Da mir das Pflaster auf die Dauer nicht gefällt, biege ich hinter Brandshagen schon ab nach Niederhof. Der Weg ist eher nach meinem Geschmack – wenig benutzt, kaum ausgebaut, einfach ein schmaler Pfad, zum Bodden hin auch noch recht abschüssig. Nichts für die schwerbeladenen Radfernfahrer, die glatte gerade „Radobahnen“ brauchen. An die wenigen Häuser von Niederhof grenzt ein Wald, der als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Gleich am Ortsrand die Reste eines verwüsteten Gutshofs. Besondere Attraktion – eine große Kormoran – Kolonie, die auf mehreren Bäumen lebt und vor allem im Sommer zur Jungenaufzucht einen ganztägigen ununterbrochenen Geschwader – Flugbetrieb in Richtung Boddengewässer aufrecht erhält.

Ostseeradweg - Radweg am Strelasund
Radweg Niederhof – Stahlbrode am Strelasund
Ostsee-Radweg Strelasund
Am Strelasund

Stahlbrode – Fischereihafen und Rügenfähre

Der Radweg bleibt ein schmaler Pfad und führt, meist zwischen Feld und Sundufer, nach Stahlbrode hin. Das ist ein kleines Dorf mit Fischerei- und Kommunalhafen, Wasserwander-Rastplatz, ein paar Ferienhäusern und einem Zeltplatz am Sund. Baden kann man einfach am Sund. Essen geht etwas gehobener in der Fährdiele oder an ein, zwei Imbißständen wie der Molenstube im Kommunalhafen (gleichzeitig Hafenmeister-Büro und Caravan-Stellplatz-Verwaltung). Auch die örtliche Fischereigenossenschaft betreibt einen Fischverkaufsstand mit frisch geräuchertem Fang.

Vom Hafen Stahlbrode verkehrt von April bis Oktober eine Fähre über den Strelasund nach Rügen – die zweite mögliche Zufahrt auf die Insel. Die nehmen wir.

Rügen-Radweg Fähre Stahlbrode
Fähre Stahlbrode

Im Sommer fahren tagsüber immer zwei Schiffe im Wechsel, um den starken Reiseverkehr zu bewältigen. Mit dem Auto muß man u.U. sogar mal ein paar Minuten warten, wenn nicht alle draufpassen. Mit dem Fahrrad ist das normalerweise kein Problem. Die Überfahrt dauert in etwa 10 Minuten.

Mit der Fähre auf die Insel Rügen

Auf Rügen landest Du erstmal auf der Halbinsel Zudar, deren Südost- Zipfel „Palmer Ort“ die Ausfahrt aus dem Strelasund in den Greifswalder Bodden bildet. Nach dem Zudar gibt es gleich drei Möglichkeiten, bei denen der Verbleib auf der doch recht befahrenen Straße die schlechteste ist. Rechts (Ost) kommt Groß Schoritz mit dem Geburtshaus von Ernst Moritz Arndt.

Nach links geht es über Puddemin nach Swantow mit einer der hübschen Dorfkirchen, die ich gern für eine kleine Pause nutze. So ein altes Gemäuer in der einsamen, ruhigen Gegend ohne Autolärm löst bei mir immer so eine Art geistige Zeitreise aus – die Jahrhunderte beginnen zu verschwimmen, es würde mich nicht wundern, wenn ein paar Kinder mit abgetretenen Schuhen und in alten Trachten angerannt kämen oder Fischer und Bauern mit ihren Familien durch das Tor ziehen. Schön ist, daß im Sommer viele der Kirchen an der Küste offen sind und häufig Konzerte anbieten (manche Musiker aus dem Süden finanzieren sich ihre Ostseereise durch kleine Konzertangebote in der Urlaubssaison). So auch die Kirche in Swantow, der ein sehr gute Akustik nachgesagt wird.

Rügen Ostsee-radtour
Ernst – Moritz- Arndt – Geburtshaus
Rügen-Radtour Kirche Swantow
Kirche Swantow
Rügen-Radtour Wegweise
Wo lang? Bergen oder Putbus?

Über Kleinbahn – Dämme nach Garz und Bergen auf Rügen

Weiter geht es nach Garz (mit Ernst Moritz Arndt – Museum) und immer Richtung Norden. Teilweise führen die Rügenradwege über alte Bahndämme – man erkennt deutlich, daß es sich um aufgegebene Bahnanlagen handelt. Diese gehören zum früheren Rügenschen Kleinbahnnetz – eine Schmalspurbahn, von der heute leider nur noch einige Kilometer zwischen Putbus und Göhren existieren und betrieben werden. Aber auch als Radweg sind die Dämme schön zu befahren – Bahnen passen sich ja immer gut an die Bewegungen der Landschaft an und haben nur moderate Steigungen zu bewältigen. Die Wege sind trotz des starken Rügen-Tourismus nicht sehr befahren – es ist eine angenehme Tour quer über die Insel und geht flott voran.

Rügen-Radtour
Radweg auf Rügen

So kommen wir nach Bergen auf Rügen, der früheren Kreisstadt des alten Kreis Rügen. Diese ist nicht gerade eine Schönheit. Bis auf ein paar Ecken, die inzwischen einigermaßen passabel aussehen. Aber Bergen ist eben nur eine Stadt mitten auf der Insel, es ist keine Küstenlinie von hier aus zu sehen, rundherum sind vor allem Äcker… Nun ja, wem die Vorräte ausgegangen sind, der kann hier in mehreren großen Märkten viel einkaufen.

St. Marienkirche und Klosterhof Bergen auf Rügen

Sehenswert ist aber die Kirche St. Marien, deren Bau 1180 vom Rügenfürst Jaromar I begonnen wurde. Sie war über Jahrhunderte die Kirche des zugehörigen Nonnenklosters, welches erst 1945 aufgelöst wurde. Die 1193 geweihte Kirche zählt als das älteste noch erhaltene Gebäude Rügens und eines der frühesten Backsteinbauwerke im norddeutschen Raum. Aus der Zeit der Romanik ist ein Wandmalerei – Zyklus erhalten. Das Taufbecken stammt aus dem 14.Jh, der Altar von 1730 und die Barock – Kanzel von 1776. Ein Besuch der Kirche lohnt auf jeden Fall. Auch in dieser Kirche finden v.a. im Sommer Konzerte statt.

Noch vorhanden und in großen Teilen restauriert ist der Klosterhof. Während ein großer Teil Wohnraum ist, gibt es in Teilen der ehemaligen Ställe heute Schauwerkstätten von Kunsthandwerkern. Im östlichen Flügel der Stiftsgebäude ist ein lokalhistorisches Museum untergebracht.

Rügen - Radtour St.Marienkirche zu Bergen
St. Marien Bergen auf Rügen
Rügenradtour Slawischer Grabstein
Slawischer Grabstein an St. Marien
Rügen - Radtour Kirchenkanzel Bergen
St.Marien Barock-Kanzel

Bergab ins Ostseebad Binz

Um nicht gleich wieder auf einer der Bundesstraßen zu landen, versuche ich mein Glück mit der Abfahrt den Ost- Hang hinunter nach Buschwitz. Von dort ein Stück südlich des Kleinen Jasmunder Boddens entlang. Aber bald finde ich mich doch wieder auf der B196.

Bei Zirkow zweigt die Mustitzer Allee nach Norden in Richtung Kiekut ab – kein guter Fahrradweg. So richtig ruppiges Pflaster, am ehesten noch für alte Pferdewagen zu gebrauchen. Doch diese ist eine der rund 200 Jahre alten Alleen, die gezielt angelegt wurden. Die Mustitzer Allee geht auf Wilhelm Maltes zu Putbus zurück, der die Pflanzung 1820 veranlaßt haben soll. Der erste Teil ist mit Hainbuchen bepflanzt, darauf folgen rund 100 große alte Rotbuchen. Bereits seit 1937 ist diese Allee ein geschütztes Naturdenkmal. Vor zwanzig Jahren, also um die Jahrhundertwende herum, wurde der Allee vom Landkreis Rügen, der Gemeinde Zirkow, dem NABU und weiteren Akteuren eine umfassende Pflegekur angedeihen gelassen. Dabei wurde unter anderem das Pflaster repariert und einzelne Ersatzpflanzungen vorgenommen sowie der Straßenbereich behutsam freigeschnitten.

Rügen-Radtour Mustitzer Allee
Mustitzer Allee

Wer sich hinter Garz für Putbus statt Bergen entschieden hat, wird vermutlich eine kürzere aber schönere Route gefunden haben. Mehr Wald, weniger Straße. Der Rügenradweg nutzt jedenfalls diese Routenführung. In Zirkow treffen sich die Wege wieder, den von hier geht es am Schmachter See vorbei ins Ostseebad Binz. Das ist einer der hotspots des Ostsee – Tourismus. Hier steht Hotel neben Ferienapartment und Gästehaus neben Restaurant. Feiner weißer Sandstrand, fast wie persilgewaschen. Binz geht nach Norden hin fast unmerklich in den Ort Prora über und damit auf die Schmale Heide, eine Landbrücke zwischen dem Kleinen Jasmunder Bodden im Westen und der Ostsee im Osten.

Rügen-Radtour Seebrücke
Seebrücke Binz
Rügen-Radtour Flötenspieler Binz
Flötenspieler an der Strandpromenade in Binz

Urlauberkaserne und Baumkronenpfad in Prora

Darauf steht das Ferienmonster von Prora, der fast 4km lange Kraft – durch – Freude- Bau aus der Nazi-Zeit. In der DDR war die gesamte Schmale Heide Militärgebiet, der KdF-Bau war Kaserne und Übungsobjekt für verschiedenste NVA-Truppenteile. In den 80er Jahren unter anderem „Bausoldaten“ – Kriegsdienstverweigerer, die ohne Waffen aber in Uniform am Fährhafen Mukran südlich von Saßnitz mitarbeiten mußten.

Rügen Prora KdF-Bau
Kraft-durch-Freude-Bau Prora

Heute ist die Nutzung dieses Urlauber – Klotzes eine schwierige Sache. Mehrere Museen sind dort beheimatet – ein NVA- Museum logischerweise, ein Oltimer-Museum und die Kulturkunststatt Prora. Andere Abschnitte versuchen private Investoren, als luxussanierte Eigentumswohnungen oder Ferienobjekte zu vermarkten. Eigentlich sollte jeder Ostsee- Urlauber einmal wenigstens sich diesen Auswuchs eines totalitären Regimes anschauen, der dieser so sensiblen Landschaft zwischen Land und Meer eine eigentümliche Atmosphäre aufdrückt.

Am ehemaligen Forsthaus Prora befindet sich seit einigen Jahren einer der ersten Baumkronen – Pfade. Dieser hat eine Länge von 1250m und ist der Form eines Adler-Horstes nachempfunden. Der Besuch ist vor allem der hervorragenden Aussicht aus 40m Höhe wegen lohnend – von dort aus kannst Du sowohl in Richtung der Bodden als auch weit hinaus auf die Ostsee östlich von Rügen schauen. Ansonsten ist es eine interessante Einrichtung zur Umweltbildung.

Rügen Fährhafen Mukran
Blick über Prorer Wieck zum Fährhafen Mukran

Im Biosphären – Reservat Südost – Rügen

Von Binz aus nach Süden geht es durch den Granitzer Forst zu den Ostseebädern Sellin und Baabe. Diese Wege fahren sich sehr angenehm im erfrischenden Wald. Einzelne Anstiege sind nur eine kleine Herausforderung, hohe Berge gibt es im rügischen Süden nicht. Baabe, Göhren, Lobbe, Gager und Thiessow – das ist das Mönchgut. Eine Halbinsel im Südosten der großen Insel. Ein großer Teil davon bildet das Naturschutzgebiet Mönchgut, der gesamte Bereich und die Land- und Seeflächen zwischen Putbus, Insel Vilm und Binz sind das Biosphärenreservat Südost – Rügen.

Rügen Radweg
Radweg von Binz nach Baabe

Das Mönchgut

Mönchgut heißt diese Landschaft, weil ein Teil schon im Mittelalter vom Rügenfürsten Jaromar II an das Kloster Eldena bei Greifswald übergeben wurde. Der Abt Martin kaufte dann 1360 den Rest der Halbinsel dazu. Erst während der Reformation im Jahre 1536 geriet der Besitz in die Hände der Herzöge von Pommern- Wolgast.

Reizvoll ist vor allem, daß schmale Landzungen weit in den Greifswalder Bodden hineinragen und rückwärtig teilweise noch Seen liegen, so daß es einen permanenten Wechsel von Land und Wasser, von Schilf-Ufern und Wiesen, Waldgebieten und Steilhängen gibt.

Ruderfähre und heidnische Kultstätten

Von Baabe aus wende ich mich nach Westen und fahre auf kleinen Radwegen in Richtung Putbus.

Bei Moritzdorf schneidet die Baaber Bek, ein schmaler Flußarm in den Selliner See, meinen Weg. Doch es gibt keine Brücke. Eine Ruderfähre ist die Alternative. Mit einem hölzernen Ruderboot werden Fußgänger und Radfahrer für einen kleinen Obulus übergesetzt.

Ruderboot - Fähre Moritzdorf auf Rügen - Radtour
Mit der Ruderbootfähre über die Baaber Bek
Rügen - Radweg Steinkult
Heidnische Kultstätte

Dann geht es weiter immer mehr oder weniger dicht an der Boddenküste entlang. Auf Rügen finden sich an verschiedenen Stellen alte heidnische Kultstätten. Meist sind es ein paar große Findlinge und daneben riesige knorrige Eichen oder andere Laubbäume, die solche Plätze erkennen lassen. Möglicherweise konnten diese Orte lange Zeit während der Christianisierung parallel zur offiziellen Kirche überdauern und gerieten dann in Vergessenheit.. oder wurden dem Vergessen überlassen.

Rügen-radtour Greifswalder Bodden
Am Greifswalder Bodden

Lauterbach und Boddeninsel Vilm

Vor Lauterbach liegt die Insel Vilm. Diese ist Vogelschutzgebiet und für Besucher fast komplett gesperrt. In der DDR war das die „Regierungsinsel“, eines der Ferienobjekte für die obersten Genossen. Das Bundesamt für Naturschutz hat sich inzwischen dort eingerichtet und bietet in dem Objekt Seminare zu Naturschutz-Themen an.

Lauterbach selbst hat einen größeren Kommunalhafen, in dem im Sommer viele Yachtensegler Halt machen. Auf der Mole ist die Endstelle einer bahntechnischen Besonderheit – es liegt ein Dreischienengleis. Dadurch kann sowohl der Regelspur-Triebwagen aus Bergen als auch die Rügische Kleinbahn mit 750mm Spurweite von Göhren über Putbus direkt bis an den Hafen von Lauterbach fahren.

Ansonsten ist Lauterbach ein wenig ruhiger als die großen Ostseebäder und hat ein paar Hafenkneipen – die heute vor allem für die Touristen da sind – ein paar Boutiquen und Geschäfte, Ferienquartiere und Yachthafen. Klein, aber umso entspannter.

Westwärts am Boddenufer

Der weitere Weg führt nun wieder auf verschiedenen Oberflächen durch die Landschaft. Manchmal sind es nur gestampfte Kieswege, neu angelegt in der Regel Asphaltpisten, z.T. aber auch Landwirtschafts-Wege mit groben Beton-Elementen als Befestigung aus DDR-Zeiten, die eher für Traktoren denn für Fahrräder geschaffen sind. Dicke Reifen sind zu empfehlen! (Mein Rad hat 2″-Marathon-Reifen, die gleich noch für einen harten, aber ausreichenden Feder-Effekt sorgen).

Rügen-radtour Betonplatten-Weg
Betonplatten-Weg aus DDR-Zeiten
header Rügen-Radtour

Neben dem weiten Blick über den Greifswalder Bodden bietet sich hier im Süden von Rügen vor allem die Ansicht von Landwirtschafts- Flächen – Grünland, Acker, im Hochsommer auch mal Stoppelfelder, Kleewiesen. Waldgebiete sind entlang des Boddens meist kleinere Kiefernforste, also nichts wirklich aufregendes.

Rügen-Radtour Zauneidechse
Eidechse am Wegesrand
Rügenrad-Tour Reh
Reh im Fichtenforst

Für das Ende der Tour gibt es nun mehrere Möglichkeiten. Eine Variante – zurück mit der Stahlbroder Fähre und von Stahlbrode aus über Reinberg nach Miltzow. Dort ist eine Bahnstation der verlängerten Brandenburger RE3 – Strecke, die in eine Richtung noch bis Stralsund, in die andere bis in den Süden Brandenburgs nach Falkenberg (Elster) verkehrt. Außerdem ja die Fortsetzung des Ostseeradwegs nach Greifswald und weiter in Richtung Usedom.

Oder als weitere Option – die Bahnstation Altefähr am Rügendamm ansteuern und dort in den Zug einsteigen. Bis dorthin fuhren früher mal die Züge der Rügenschen Kleinbahn, die Gebäude stehen noch. Wer mehr Zeit hat, kann aber auch von dort aus mit dem Rad über den Rügendamm nach Stralsund fahren. Oder eine Tour über Westrügen anschließen.

Rügen-Radweg Ansicht Stralsund
Blick nach Stralsund von Altefähr

Reisetips für diese kleine Ostseeradtour

Anreise nach Stralsund und Rügen

Per Bahn anreisen

Die Anreise ist per Bahn* gut möglich. Stralsund ist in den IC-Verkehr eingebunden, im Sommer fahren auch einige ICE in die Region. Die Fernzüge fahren dann oft weiter auf die Insel Rügen bis zum Bahnhof Binz. Regionalsbahnen vom Brandenburger Süden sind der RE 3, der über Eberswalde – Angermünde – Pasewalk und Greifswald nach Stralsund fährt, sowie der RE 5 über Oranienburg, Fürstenwalde, Neustrelitz und Neubrandenburg.

Aus Richtung Westen kommen die Züge (IC, RE) von Rostock. Darunter regelmäßig auch eine Regionalbahn, die weiter nach Saßnitz fährt (in Lietzow gibt es eine Umsteigemöglichkeit nach Binz). Wer schon auf Usedom ist – im Wechsel mit dem 2-stündlich fahrenden RE 3 fährt eine Usedomer Bäderbahn über Greifswald nach Stralsund. Die Fahrradmitnahme ist in allen Zügen kostenpflichtig. In den Fernzügen muß reserviert werden, das Platzangebot ist sehr begrenzt. In der Sommersaison (Juli, August) sind die Züge alle m.o.w. überfüllt und es wird schwer, Fahrräder mitzunehmen. Wer das will, sollte möglichst früh die zeitigsten Regionalbahnen nutzen. Der RE 3 hat sogar einen unteren Großraum -Wagen nur für Fahrräder, doch selbst dieser ist dann oft überfüllt.

Mit dem Fernbus nach Stralsund

Stralsund ist im Fernbusnetz eingebunden. Anbieter ist v.a. Flixbus*. Die Fahrradmitnahme ist im kleinen Umfang möglich, muß aber vorab reserviert und dann in bar beim Fahrer bezahlt werden. Tips für lange Fernbus-Fahrten hier

Mit dem eigenen Auto oder Mietwagen

Die Anreise mit eigenem Auto oder Mietwagen* kann sowohl von Süd-Ost (ab Dreieck Prenzlau) als auch West (ab Lübeck und Rostock) über die „Ostsee-Autobahn“ A20 bis Abzweig Stralsund erfolgen. Engpaß aus Richtung West ist derzeit ein Abschnitt bei Triebsees, wo Baufehler im Moorgebiet der Trebel zum Fahrbahn- Abbruch geführt haben. Dafür gibt es eine Ersatzführung, der Neubau wird wohl noch bis 2021 dauern.

Die Nutzung von Bundesstraßen oder Regionalverbindungsstraßen empfiehlt sich nur für die letzten Kilometer, wenn Du schon in der Region bist.

Unterkünfte für Stralsund, Strelasund und Südost – Rügen

Unterkunft Stralsund

Budget in Stralsund

Das younior – Hotel in Stralsund* ist die Budget Unterkunft am Rande des Stadtzentrums. Der Hauptbahnhof ist nur 300m entfernt, Knieperteich und Frankenteich sind gleich am Haus. Allerdings liegt diese Unterkunft an einer belebten Straßenkreuzung. Parkplätze sind im Hof, Ferien mit Hund ist ebenfalls möglich. Es stehen 2-, 3-, 4- und 6- Bett – Zimmer mit Doppelstock – Betten zur Verfügung, außerdem ein Zweibett – Zimmer. Auch Gruppen sind willkommen.

Gehobenere Unterkünfte in Stralsund:

Im Hotel Hanseat Stralsund* sind Doppelzimmer und Familienzimmer verfügbar. Jedes Zimmer hat einen Kühlschrank. Morgens kannst Du Dich am Frühstücksbuffet für einen erlebnsireichen Tag stärken. Parkplätze gibt es gegen Aufpreis. Markt und Hafen sind etwa 1,4 km entfernt. Der Stralsunder Stadtstrand ist etwa 600m entfernt.

Das Aparthotel St. Marien Altstadt* verfügt über mehrere Apartments von 2- 4(+3) Personen in der Altstadt von Stralsund. Ferien mit Hund ist möglich, Haustiere sind willkommen. Alle Apartments verfügen über Küchen und Waschmaschinen. Zum Haus gehört auch ein Garten.

Die Apartments am Sund* sind nur 40 m vom Stralsunder Hafen entfernt. Es stehen Apartments für 2 bis 4(+2) Personen zur Verfügung. Zu den Apartments gehören komplette Küchen und Bäder. Baby-Reisebetten können gestellt werden. Parkplätze gibt es gegen Gebühr am Haus.

Eine kleine Pension mit Doppelzimmer in einem Altstadthaus von Stralsund ist die Pension Altstadt Mönch*. Das Frühstück wird von vielen Gästen gelobt. Fahrrad-Abstellmöglichkeiten in der Garage sind vorhanden. Die Pension liegt etwa 5 Geh-Minuten vom Hafen und Ozeaneum entfernt. Auch das Theater Stralsund ist nur 200m weit gelegen.

Ein Ferienbungalow mit Garten* wird Am Köppenberg in Stralsund vermietet. Platz ist für zwei im großen Doppelbett. Eine Küchenzeile steht zur Verfügung. Das Stadtzentrum mit Marienkirche, Hafen und Ozeaneum ist etwa 2,1 bis 2,7km entfernt. Parkmöglichkeiten sind vorhanden.

Stahlbrode am Strelasund

Wer mit großen Gruppen reisen möchte, kann das Gutshaus im LandWertHof Stahlbrode* mieten. Bis zu 26 Personen können in 3 Gruppen – Schlafräumen unterkommen. Außerdem gibt es noch ein Einzelzimmer und ein 3-Bett – Zimmer. Das Haus gehört zu einem Schulbauernhof und wird, wenn keine Schülergruppen angemeldet sind, frei vermietet. Eine gut ausgestattete Gruppenküche zur Selbstversorgung ist vorhanden. Im Hof können Bauernhof- Tiere mit versorgt werden. Es gibt eine Spielscheune und Kletterparcour. Bis zum Bodden/ Strelasund und zum Stahlbroder Hafen sind es etwa 800m.

Das Küstenferienhaus in Stahlbrode* bietet Platz für 2(+1) Personen. Ein Garten gehört zum Haus, es kann gegrillt werden, Ferien mit Hund ist möglich. Gekocht werden kann in einer Küchenzeile mit Geschirrspüler und Mikrowelle.

Im Reetdach – Ferienhaus mit Boddenblick* finden bis zu 3 Personen in zwei Schlafzimmern (Doppelbett, ein Einzelbett) Platz. Bis zum Strand am Strelasund sind es nur rund 100m. Gegrillt werden kann im Garten, Ferien mit Hund ist möglich.

In Niederndorf findet sich ein Gästehaus* mit drei Apartments (3 bis max. 5 Gäste) und drei Doppelzimmern. Kostenlose Leihfahrräder sind vorhanden, außerdem wird ein Shuttleservice angeboten. Spielgeräte für draußen und drinnen sind verfügbar. Reiten und Wassersportmöglichkeiten gibt es in der Nähe und können vermittelt werden. Angeln ist am Strelasund möglich. Gegrillt werden kann im Garten. Die Apartments verfügen über eine Küche.

Lauterbach

Diverse Unterkünfte an Land oder auf dem Wasser bietet die Wasserferienwelt Im-Jaich*. Das sind geräumige Apartments verschiedener Größen sowie schwimmende Ferienhäuser mit 1 – 3 Schlafzimmern (2-max. 6 Gäste). Außerdem gibt es noch eine Junior-Suite mit Doppelbett im Stelzenhaus. Parken am Geländeeingang. Der Bahnhof Lauterbach Mole (einschließlich Schmalspurbahn) ist 2 Gehminuten entfernt. Verschiedenste Wassersport – Aktivitäten sind vor Ort möglich. Ferien mit Hund ist erlaubt.

Für Eisenbahn-Freunde ist der „Urlaubs-Bahnhof Lauterbach*“ die richtige Adresse. Im Stellwerk* wartet ein Apartment auf Gäste. Ein weiteres Apartment mit 2 Schlafzimmern mit Doppelbetten liegt auf dem Güterboden*. Wie schon gesagt – Lauterbach bietet Eisenbahn – Fans Futter mit Dreischienengleis, Schmalspurbahnhof für Putbus – Göhren und Regelspur-Verbindung nach Bergen auf Rügen. Da ist der Urlaubs – Bahnhof sicher die richtige Station.

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