Uckermark zum runtertakten

Uckermark zum runtertakten

Einige Wochen regnerischem kalten Wetters liegen hinter uns. Endlich, muß ich sagen – der zweite Dürresommer hat lange genug gedauert und selbst die Regenschauer der letzten Tage haben nur einen Bruchteil der Bodenfeuchtigkeit ergänzt.

Doch mit der Sonne und den höheren Temperaturen jetzt in der zweiten Wochenhälfte zieht es mich mal wieder raus. Am Besten, gleich richtig was erleben – auf in die Uckermark!

[enthält unbezahlte Verweise auf Gastronomie, Geschäfte, Freizeiteinrichtungen usw. und zählt deshalb als Werbung]

In der Schorfheide

Mit der „Heidekrautbahn“ ist Groß Schönebeck zu erreichen – ein guter Ausgangspunkt in das Biosphärenreservat „Schorfheide – Chorin“. Am Schönsten ist es, diese Landschaft mit – für deutsche Verhältnisse – riesigen Waldgebieten und eiszeitlich geformtem Hügel-Tal-Wasserloch-Relief mit dem Fahrrad zu erkunden. Zu Fuß kannst Du Wochen dort zubringen. Mit dem Auto oder der Bahn kommst Du zwar gut hin, aber richtig eintauchen geht dann doch nur per pedes oder per velo. Denn für die Größe des Gebiets ist es relativ straßenarm, und das ist gut so. Alternative Anreise wäre mit dem RE3 bis Biesenthal, von dort führen Wege wie der Usedom-Fernradweg ins Zielgebiet.

Wilde Pferde in Liebenthal

Przewalski-Pferde
Liebenthaler Pferde

Von Groß Schönebeck bringt Dich ein Abstecher nach Liebenthal (gehört zu Liebenwalde), dahin führen ruhige Waldwege per Rad. Ziel ist das Liebenthaler Wildpferd- Gehege. Auf einer großen Wiesenfläche lebt eine Herde Przewalski- Pferde mit nur geringsmöglichem menschlichen Einfluß, aber unter wissenschaftlicher Beobachtung. Denn hier werden die Steppentiere beim Weiden genau verfolgt und der Zusammenhang zwischen Verbiß und der Entwicklung von seltenen Pflanzenarten untersucht.

Die Anlage beherbergt aber – auf anderen Flächen – noch eine Reihe von bedrohten Haustierrassen. Rund 90 Arten werden in Deutschland und Europa als vom Aussterben bedroht eingeschätzt, darunter ist der Esel genauso wie das Zackelschaf, die Skudde oder verschiedene Schweinerassen. Denn das Industriezeitalter hat hier Standardisierungen mit sich gebracht, bei denen eine Vielzahl von Rassen mit unterschiedlichen (in früheren Zeiten als besonders positiv bewerteten) Eigenschaften aus der Nutzung herausgefallen sind. So verbeißen Skudden auch härtere Kräuter und stachlige Büsche, aber der Fleischertrag ist sehr gering und die Wolle zählt heute sowieso mehr als „Sondermüll“ denn als Rohstoff. Ähnlich beim Mangalitza Wollschwein – Schweine werden jetzt in hochtechnisierten Industrie-Anlagen gehalten und nicht halbwild im Freien. Doch wer weiß, wozu der Gen-Pool all dieser Arten in Zeiten von Klima-Wandel und Veränderungen der Ökosysteme noch von Nutzen ist… in Liebenthal werden jedenfalls einige der gefährdeten Haustierrassen weiter erhalten.

Wildpark Schorfheide
Eingang zum Wildpark

Die Tierwelt im Überblick – Wildpark Schorfheide

Zurück nach Groß Schönebeck. Hier kann jeder, dem Ansitzen und Beobachten in der freien Natur zu mühsam ist, im „Wildpark Schorfheide“ einen schnellen Überblick über die Tierwelt der Region in Vergangenheit und Gegenwart bekommen. Von Dam- und Rotwild über Wildschweine bis zu Wolf ist alles vorhanden, was gegenwärtig in der Schorfheide leben sollte. Und mit Europäischem Wisent und Heckrind – einer „Abbild“- Züchtung zurück zum Auerochsen als Urvater der heutigen Hausrinder – sind auch Vertreter der Vergangenheit vorhanden.

Im Waldgelände vor dem Wildpark kann jeder seinen Mut erproben und auf den verschiedenen Anlagen eines Hochseil-Kletterparcours Beweglichkeit und Gewandtheit unter Beweis stellen.

Hochseil-Garten
Hochseilanlage

Unterkunft bieten in Groß Schönebeck verschiedene private Pensionen. Für mehr Luxus bei der Beherbergung sorgen Hotels in Groß Dölln. Das „Schutzgebiet Schorfheide“ genoß zu DDR-Zeiten bereits “ andere Formen“ des Schutzes – es war zum Großteil Staatsjagdgebiet und in Groß Dölln stand das „Jagdschloß“ der DDR-Regierung. Außerdem lag nicht weit davon einer der wichtigsten Militär-Flughäfen der Sowjet-Armee mitten im Wald, der erst Ende der 80er Jahre noch einmal massiv ausgebaut worden war. Die Umgebung war natürlich streng gesichertes Sperrgebiet. Für die Natur war das oftmals sehr positiv, da abseits der Militäranlagen eine ungestörte natürliche Entwicklung vonstatten gehen konnte.

Von der Eiszeit modelliert – die Uckermark

Einmal nach Norden durch die großen Waldgebiete geradelt lockert sich in der Uckermark die Bewaldung immer mehr auf. Hier kommen mehr und mehr landwirtschaftlich genutzte Flächen in Sicht, z.T. als Feldfluren, oft aber auch als Weiden. Gleichzeitig wird das Relief immer abwechslungsreicher – die letzte Eiszeit hat ihre Spuren hinterlassen in Form von Moränen- Zügen, Talkesseln, in denen oftmals Sumpfflächen liegen, kleine Teiche, die von einstmals liegengebliebenen und vor Ort abgetauten „Toteis-Blöcken“ gebildet wurden und größeren Rinnenseen. Das alles macht die Landschaft überaus abwechslungsreich. Der Anblick wird noch bereichert durch Findlinge, die kleiner und größer an vielen Stellen liegen oder aber in den typischen Feldstein-Bauten der Dörfer zur Verwendung kamen, sowie blühende Trockenstandorte auf den „Sandbuckeln“, die besonders im August und Spätsommer der Landschaft einen unverwechselbaren Charakter verleihen.

Und genau durch die Verwendung der heimischen Materialien wie Feldsteine und Holz passen die z.T. winzigen Siedlungen und Dörfer in diese Landschaft – eingestreut in die Talrinnen oder angehäuft mit wenigen Gehöften am Ufer eines Sees. Obwohl die Region einen beschaulichen, aber eher wenig ertragreichen Eindruck vermittelt, finden sich doch immer wieder einzelne Gutshäuser, Schlößchen (oder deren Ruinen) und Anwesen, die von einigem Reichtum zeugen.

Feldstein-Scheune
Feld- und Backstein-Scheune

Deren Scheunen, aus behauenen Feldsteinen und im Obergeschoß oft mit roten Backstein-Mauerwerk ergänzt, stehen angesichts ihrer Größe im Widerspruch zu den eher geduckten Fachwerk- oder Steinhäusern der Dörfer mit ihren schmucken, aber kleinen Kirchlein.

Total angesagt! … Gerswalde

Schloß Gerswalde
Gerswalder Schloß

Das Örtchen Gerswalde im Norden der Schorfheide hat sich in den letzten Jahren aus der Verschlafenheit der DDR-Zeit aufgerappelt und ist zum Sehnsuchtsort für so manchen Großstadt- Flüchtling geworden. Angefangen hat das wohl mit den Hägers auf dem Permakultur- Hof und dem Netzwerk, welches um Johanna und Christoph entstanden ist. Künstler kamen nach, kauften verfallene, günstige Grundstücke und richteten in der Abgeschiedenheit Galerie-Cafe’s ein, eine Fischräucherei „Glut und Späne“ wurde als start-up gegründet und die „Freie Scholle“ begann, die Flächen der alten Schloß-Gärtnerei zum Anbau von Bio-Gemüse aus dem eigenen Ort zu bearbeiten.

Galeriecafe Dorfmitte in Gerswalde
Galeriecafè Dorfmitte

Ein Filmemacherin siedelte sich an, dokumentierte die Entwicklung in einer mehrteiligen (Teilzeit-) Aussteiger-Soap und trug so zum Hype des kleinen Ortes bei. Zwei Japanerinnen mieteten das Gewächshaus der Schloßgärtnerei und eröffneten die japanische Tee-Stube „zum Löwen„. Dort, wo vor zwei Jahrzehnten nur gelegentlich Touristen vorbeikamen, um die alte, halbverfallene Wasserburg anzusehen, treffen sich jetzt allwochenendlich streßgeplagte Großstädter, um zwischen freilaufenden Hühnern und Kuhweiden vom Dauerinput der Woche runterzukommen oder neue Projekte auszuspinnen.

Wasserschloß Gerswalde
Wasserschloß

Fast schon Metropole… Angermünde

Am östlichen Rand der Schorfheide liegt die frühere Kreisstadt Angermünde. Mit mehreren Backstein- Kirchen und farbenfrohen zweigeschossigen Häusern in der ansprechend sanierten Altstadt versprüht sie den Charme einer Landmetropole inmitten der beschaulichen uckermärkischen Idylle.

ANG Rosenstrasze
Angermünde Rosenstraße

Diverse Hotels laden zum Bleiben ein, Gastronomie von der einfachen Pizzeria bis zum gehobenen „Grambauers Kalit“ oder exotischen „Taj Mahal“ ermöglicht geruhsame Gaumenfreuden und die bronzenen Wasserspiele auf dem Markt lassen die Phantasie in Sagen- und Märchenwelten wandern, welche an nebligen Novembertagen in der seenreichen Umgebung noch mehr Nahrung finden.

Wasserspiele auf dem Angermünder Markt

Wenn Du Glück hast und am richtigen Tag die Stadt besuchst, kannst Du den Abend außer in der Gaststätte oder auf einem Spaziergang am Münde-See auch bei einem Konzert in einer der Kirchen verbringen.

tourist - Information ANG
Angermünde Tourist-Information

Am Markt gibt Dir eine Tourist-Information in einem kleinen Backstein-Fachwerkhaus Auskunft, dahinter sind Fahrrad-Käfige zum sicheren Abstellen Deines Rads samt Gepäck vorhanden. (Eigenes Schloß oder ggf. in der Info?)

Ausflug zum Uckermärkischen Odertal

Weiter östlich von Angermünde, bereits fast an der Oder (und damit am Zugang zum Oder-Radweg) findest Du das Örtchen Stolpe. Landschaftlich prägend sind die vielfach eingekerbten Hänge, die ins Odertal abfallen. Auf einem dieser Hänge thront der „Grützpott“ einen Burgturm aus dem 12. Jahrhundert.

Stolpe - Grützpott
Der „Grützpott“ ist der Turm einer Turmburg aus dem 12.Jh.

Dieser birgt im Innenraum eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Region. Von der Plattform auf dem Turm bietet sich ein guter Rundblick über das Odertal bis hinüber auf die polnische Seite. Das „Kellergeschoß“ des Turms ist durch einen langen Gang von außen zu erreichen und tief im Oderhang versenkt. Zu den Uckermärker Filmfestspielen dient die Turmhalle als einer der besonderen Austragungsorte.

Odertal bei Stolpe
Stolpe – Odertal und Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße

Direkt an der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße – einem z.T. künstlichen Seitenarm der Oder – kannst Du auf dem Gelände eines alten Stolper DDR- Beton – Betriebs im Fahrrad-Cafè „Fuchs und Hase“ verschnaufen oder Dein Rad reparieren lassen. Dort werden von den Betreibern des start-ups einfache aber leckere Speisen gereicht, die aus Produkten anderer Kleinst – Unternehmen der Region zusammengestellt sind: Salate aus Knigges Kulturen, Rohmilch – Käse von der „Stolzen Kuh“, Fleisch von Wasserbüffeln aus den Oderauen, Eis und Kuchen aus eigener Herstellung…. Geöffnet von April bis September Do-Mo, in der Hauptsaison täglich. Angeschlossen ist eine Fahrradwerkstatt und Fahrrad-Verleih, um den Oderradweg und die Region zu erkunden.

Grumsin – Buchenwald als Welt – Naturerbe

Altkünkendorf
Kirche und Grumsin-Info Altkünkendorf

In der anderen Richtung (Westen) aus Angermünde heraus zu erreichen ist der Ortsteil Altkünkendorf (9km). Hier befindet sich die nördliche Anlaufstelle des Weltnaturerbe – Buchenwalds „Grumsin“. Neben der Kirche ist ein kleines Info-Zentrum in der ehemaligen Gemeindeverwaltung eingerichtet, welches als Treffpunkt für geführte Grumsin – Wanderungen dient. Diese werden abwechselnd von den Rangern der Naturwacht Brandenburg und von Mitarbeitern des NABU Infozentrums Blumberger Mühle begleitet. Möglich sind auch eigene Wanderungen auf verschiedenen markierten Wegen – es ist zu beachten, daß eine „Kernzone“ nicht betreten werden darf, da im Weltnaturerbe die vom Menschen weitgehend unbeeinflußte Entwicklung von Buchenwäldern erforscht wird. Für Pilz-Sucher gibt es in der Schorfheide ausreichend andere Alternativen!

Grumsin Brennerei
Grumsiner Brennerei

Wer sich gleich in Altkünkendorf einquartieren möchte, findet in einem gepflegten Herrenhaus seinen Platz. Gruppen können sich (rechtzeitig vorab) im Schullandheim anmelden. Freunde hochprozentiger Genüsse werden sich für die Grumsiner Brennerei erwärmen können. Dort werden nach alten Rezepten aus Früchten der Region hochwertige Liköre und Schnäpse destilliert. Eine Führung durch die Brennerei mit anschließender Verkostung ist auf jeden Fall ein Erlebnis, der geheimnisvolle Keller mit alten und neueren Fässern sorgt für stimmungsvolles Ambiente zum geistreichen Grumsiner Umtrunk.

Mielkes Jagdsitz am Wolletz-See

Auf der anderen Seite des Wolletz – Sees liegt das gleichnamige Dorf Wolletz. Dieses war bis 1989 mehr oder weniger Sperrzone der Staatssicherheit (Stasi). Konkret hatte Stasi-Chef Mielke im Dorf sein persönliches Jagdschloß und die Wälder rundherum als sein persönliches Jagdrevier beschlagnahmt. Heute hat Wolletz eine Reha-Klinik und wunderschöne Wege am Seeufer entlang, über die Du bis zum Strandbad Angermünde oder am Flüßchen Welse entlang zu den Blumberger Fischteichen laufen kannst.

Am Wolletzsee

Der ehemalige Konsum (in der DDR kleine und größere „Supermärkte“ der Konsum-Genossenschaften) lädt heute als „Kaffee-Konsum“ zur Rast ein. Als Mittagsangebot gibt es vor allem Wild aus der Region, Bio-Angus-Beef vom nahegelegenen Bio-Gut Kerkow und für Vegetarier einen Bio- Burger mit Grillkäse aus der Uckermärker Käserei Wolters. Der Kaufhallen- Charakter mit großen Schaufenstern wird durch hölzernes Café-Gestühl, dessen Design eher den 20er Jahren entsprungen sein mag, abgemildert, so daß die Pause im Konsum sehr erholsam ausfällt.

Kaffee-KONSUM  Wolletz
Das Konsum-Kaffee in Wolletz
Tresen im Kaffee-KONSUM
Tresen im Konsum – Kaffee
Wolletz  Kaffée-KONSUM
Im Konsum-Kaffee

Durch Wolletz führt der Usedom-Fernradweg, was in der Hochsaison einiges an Besuchern beschert. Dieser setzt sich hier noch ca. 2km in östlicher Richtung zu den Fischteichen hin fort, um dann scharf in nördlicher Richtung zwischen den Teichen hindurch abzubiegen.

Naturerlebnisse an der Blumberger Mühle

Doch noch 2km geradeaus lohnen sich, denn da liegt mit der Blumberger Mühle das Besucher-Informations-Zentrum des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin. Es wird vom NABU betrieben, beherbergt aber auch einen Stützpunkt der (staatlichen) Naturwacht.

Blumberger Mühle
Die „Blumberger Mühle“ stellt einen vom Leben durchdrungenen Baumstumpf dar.

Eine „indoor“-Ausstellung informiert über Buchenwald und Moorlandschaften, interessanter ist jedoch das Freigelände, welches zwischen Trockenrasen und Teichlandschaften den Charakter uckermärkischer Natur widerspiegelt. Wer morgens vor dem großen Besucheransturm oder abends ankommt und sich leise verhält, entdeckt so manchen tierischen Bewohner vom Biber bis zum Eisvogel. highlight ist eine Anlage mit der Europäischen Sumpfschildkröte, die es in der Region tatsächlich vereinzelt auch noch freilebend gibt. Diese sonnen sich im Frühjahr oder morgens auf trockenen Baumstämmen und sind gut zu beobachten. Sie teilen sich die Anlage mit Unken, Bisamratten und Ringelnattern, letztere kannst Du im Frühsommer oft zahlreich in verschiedenen Altersstadien im und am Teich beobachten.

Europ. Sumpfschildkröte
Europäische Sumpfschildkröte

In der Teichlandschaft sind mit etwas Glück mindestens zwei der hier heimischen drei Adlerarten zu beobachten – Seeadler sitzen oft auf hohen Bäumen, manchmal aber auch auf großen Steinen im Teich, an und beobachten das Treiben der Wildgänse. Fischadler, die mit ihrer markanten „Gesichtsmaske“ schon wie Piraten aussehen, gehen ebenfalls in den Fischteichen auf die Jagd. Sie haben auf nahestehenden Hochspannungs-Leitungsmasten ihre Horste gebaut – die Energieversorger befestigen dazu extra Plattformen auf den höchsten Punkten. Der dritte Adler, der äußerst seltene und gefährdete Schreiadler, ist eher auf den Feuchtwiesenflächen weiter nördlich zu beobachten. So wurde vor wenigen Jahren die Sernitz-Niederung extra weiter aufgebaggert und strukturiert, damit wieder mehr Feuchtwiesen – Lebensraum entsteht und die vielen Profiteure dieses Ökosystems größere Überlebenschancen bekommen.

Kein Schloß mehr, aber Parkanlage von Lenné

Wenn Du auf dem Radweg dann Richtung Norden (Prenzlau) fortsetzt, kommt gleich nach den Blumberger Fischteichen das Örtchen Görlsdorf. Dort findest Du in einer Niederung der Welse den Lenné-Park, der von dem bekannten Landschaftsgärtner angelegt wurde. Das dazugehörige Schlößchen wurde leider bei Kriegsende zerstört, der Park ist aber seit Beginn des neuen Jahrhunderts z.T. wieder instand gesetzt wurden. So sind heute einige der Wege und damit Grundstrukturen des Parks wieder nutzbar, ein großer Teil ist dagegen eine spannende verwilderte Landschaft mit Fragmenten alter Gestaltungselemente.

Kirche Görlsdorf
Görlsdorf Kirche am Lenné-Park

Von Görlsdorf aus führt der Usedom-Radweg nordwärts nach Peetzig. Am dortigen Peetzigsee liegt gleich eine schöne Badestelle für die schnelle Abkühlung zwischendurch. Dann geht es weiter hügelauf – hügelab durch die offene Moränen- Landschaft.

Reisemöglichkeiten mit Bahn und Rad

Ab Angermünde gibt es mehrere Möglichkeiten, in die Bahn einzusteigen, um entweder schneller vorwärts zu kommen oder die Reise hier zu beenden. Der Radweg geht jedenfalls bis Prenzlau in der Uckermark immer in der Nähe der RE3 – Strecke entlang. Nach Peetzig sind Wilmersdorf bei Angermünde, Seehausen, Warnitz (Uckermark) und Prenzlau geeignete Haltepunkte für den Übergang in die Bahn. Die RE3 haben in ihrer Standard-Konfiguration Doppelstockwagen mit Fahrrad-Abteilen, wobei ein Waggon eine komplett ausgeräumte untere Etage für Fahrräder und Wagen hat (nur auf einer Seite Klappsitze). Leider reicht in der Hochsaison die Kapazität trotzdem tagsüber kaum aus, zumal der Zug derzeit im 2-Std. Takt weiter an die Ostsee (Usedom und Stralsund/ Rügen) fährt und damit mehrere beliebte Radregionen auf einmal bedient.

Wer nur einen Teil der Region um Angermünde zu Fuß erkunden möchte, kann mit der Bahn nach Angermünde fahren. Es halten sogar einige IC und ICE auf dem Weg nach Greifswald und Stralsund. Der „Biberbus“ der UVG hält am Bahnhofsvorplatz , und fährt auf Ringstrecken zur Blumberger Mühle, nach Görlsdorf, Wolletz und Altkünkendorf (und andersherum!). Auch andere Nahziele wie Stolpe werden von hier aus per Bus erreichbar. Der RE3 fährt übrigens in jeder 2.Stunde weiter nach Schwedt, wodurch ein Anschluß an den Oder-Radweg und den Nationalpark „Unteres Odertal“ besteht.

Unterkünfte in der Uckermark

Unterkünfte gibt es in der Uckermark – Region viele, vielfältig und sicher für jeden was Interessantes. Neben dem Herrenhaus und dem Schulland-Heim in Altkünkendorf, welches schon erwähnt wurde, kommen hier noch ein paar Empfehlungen:

Hotels:

AngermündeGrambauers Kalit (Hotel und Restaurant), Hotel am Seetor, Hotel Weiss mit öffentlichem wellness-Bereich (Saunalandschaft, Massagen)

Grambauers Kalit Angermünde
Hotel und Restaurant Grambauers Kalit

Groß Dölln – Hotel Döllnsee-Schorfheide, www.doellnsee.de (Tagungs- und wellness-Hotel mit Saunen, Massagen, Schwimmbad, Tennisplatz, Bogenschießen, Fahrrad- und Kanu-Verleih)

Ferienwohnung:

Altkünkendorf – Gutshaus Mon Plaisir www.gutshaus-mon-plaisir.de

Groß Dölln – Feriendorf am Großväter-See https://www.feriendorf-gross-vaeter-see.de/ verschiedene Unterkünfte von FeWo bis Gruppenunterkunft

Gerswalde – Permakulturhof Uckermark https://www.permakultur-uckermark.de/urlaub-bei-uns/ferienwohnung/

Caravan /Camper – Stellplatz:

Angermünde / Uckermark – an der Blumberger Mühle. Ein sehr angenehmer Platz unter jungen Eichen und anderen Bäumen, die Stellplätze sind mit Büschen unterteilt. Einzige Störung – ab ca. 4:00 Uhr morgens kommt ca 1x/Std. ein Zug vorbei (RE3 von Prenzlau/ Stralsund). Vor allem im Herbst ziehen Kraniche und Wildgänse über den Platz. Mit dem Fahrrad sind von hier aus die Fischteiche (Wasservogelrast!), Görlsdorf, der Wolletzer Wald und See und das Angermünder Strandbad zu erreichen. Seit Neuestem gibt es in der Saison einen Frühstücks- Lieferservice. Für Kuchen, Brot und Brötchen von Bäcker Schreiber auf Rechnung – am Vorabend telefonisch bestellt, wird bis 7:30 Uhr geliefert. Ansonsten kein Service, kein Strom, Toiletten zu den normalen Öffnungszeiten in der Blumberger Mühle (ca. 150m)

Herzsprung in der Uckermark- am Parsteiner See (Nord). Hier gibt es auch Entsorgungsmöglichkeiten.

Camping:

Warnitz / Uckermark : Am Oberuckersee

Angermünde – am Strandbad „Naturcampingplatz“, baden im Wolletzsee möglich

Herzsprung in der Uckermark – am Parsteiner See (Nord)

Brodowin (Ökodorf) – Camping Pehlitzwerder/ Am Parsteiner See – baden möglich

Joachimsthal – am Werbellin-See

Essen – wo’s was Besonderes gibt….

In der touristisch gut erschlossenen Gegend kannst Du natürlich in fast jedem Ort irgendwo essen. Aber vegetarisch oder aus einem anderen Grund erwähnenswert soll hier nochmal eine kleine Liste folgen:

Gerswalde – Schloßgärtnerei – im „PalmenhausGewächshaus- „Café zum Löwen“ – europäische und japanische Speisen. Im Heizhaus „Glut und Späne“ – Fischimbiß und die Bar „Paradieschen“ mit Eiskreationen aus Früchten und Kräutern

AngermündePizzeria Piccolo – auch vegetarische Pizzen und Pasta, einfach, für den schnellen Hunger. „Krambauers Kalit“ und der angeschlossene „Ketzer“ – vielfältige Speisekarte mit vegetarischen, auch veganen Angeboten, uckermärkische Küche – Vorbestellung empfohlen, oftmals sehr voll oder z.T. durch Gesellschaften belegt. „Taj Mahal“ – indische Gerichte und Getränke mit einem umfangreichen vegetarischen Teil, gute und schmackhafte Alternative, wenn Vorstehendes schon zu voll ist.

WolletzKaffeeKONSUM. Vor allem Wildfleisch und Bio-Angus-Rind vom Bio-Gut Kerkow, ein vegetarischer Burger mit Grillkäse aus der Käserei Wolters, Kartoffelspalten, Salat…

Stolpe – Fahrrad-Café „Fuchs und Hase“ – verschiedene Angebote je nach Saison von Kleinproduzenten der Region („Stolze Kuh“, „Knigges Kulturen“..) Vegetarisch auch, aber bißchen dünn….

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