Marrakesch – Reisetips

Marrakesch – Reisetips

Marrakesch liegt tief in diesem Nord-afrikanischen Land nördlich des Atlas- Gebirges. Zur Atlantik- Küste sind es fast 200 km (westlich). Es gibt relativ gute Straßenverbindungen sowie eine Bahnstrecke. Der Landweg vermittelt Dir die Weite und den Charakter des Landes. Gerade in der Abenddämmerung sind die relativ trockenen, lehmigen Ebenen besonders eindrucksvoll im rötlichen Licht der untergehenden Sonne.

[*enthält unbezahlte Verweise auf Gastronomie, Geschäfte, Freizeiteinrichtungen usw. und zählt deshalb als Werbung]

Anreise nach Marrakesch

Auf dem Landweg

Wenn Du auf dem Landweg nach Marrakesch reisen willst, kannst Du von Spanien aus mit der Fähre die Straße von Gibraltar überqueren. Ziel ist die nord- marokkanische Stadt Tanger. Das Straßennetz in Marokko ist ziemlich gut ausgebaut. Es gilt Rechtsverkehr. Öffentliche Busse verbinden die größeren Städte. Es gibt auch ein Eisenbahn– Netz, wobei die Züge sehr pünktlich, aber relativ langsam unterwegs sind. Von Tanger nach Marrakesch geht nur mit mehreren Zwischenstationen, zuletzt über Casablanca. Open Street Map Karte Marrakech: https://t1p.de/jy3p

Mit dem Flugzeug

Flüge Von Deutschland aus steuern mehrere airlines Marrakech im Direktflug an. Da Reiseanbieter in Europa Marrakesch als Städte- Reiseziel anbieten, kannst Du nach eigenen Bedürfnissen von dieser Logistik profitieren: Zum Einen gibt es von den Touristikanbietern „Nur-Flug“- Angebote, mit denen Restplätze in den gebuchten Maschinen verkauft werden. Gerade, wenn Du zwar gern ein Programm auf eigene Faust organisierst, aber nicht soviel Zeit zur Vorbereitung hast und die Reisezeit ebenfalls sehr begrenzt ist, lohnt es sich, hier auch mal nach „Flug + Hotel“ zu schauen. Der Vorteil ist, Du hast dieses Paket als feste Basis und brauchst vor Ort nicht erst nach einer Unterkunft zu suchen. Außerdem ist der Transfer vom/ zum Flughafen in Marrakesch gleich dabei, also kein Feilschen mit Taxifahrern oder ewiges Suchen nach dem richtigen Stadtbus.

Üblicherweise gibt es dann vor Ort noch sowas wie einen Betreuer des Reiseveranstalters, den Du ggf. bei Problemen einfach ansprechen kannst. Die Zeit dazwischen organisierst Du für Dich einfach so, wie es Deinen eigenen Vorlieben entspricht. Der Nachteil ist, daß Du an die eine Unterkunft gebunden bist und nicht z.B. eine Rundtour mit Unterwegs- Übernachtungen planen kannst.

Airport Marrakech
Marrakech Airport

Natürlich kannst Du wie überall auch den eigenen Flug nach Marrakech direkt bei den airlines buchen und alle weiteren Programmpunkte selbst zusammenstellen.

Flug vermeiden oder kompensieren

Klima-Schäden ausgleichen: Flugreisen sind besonders klimaschädlich. Auch wenn manche Piloten ihren Fluggästen vorrechnen, daß der CO2-Ausstoß pro Person z.T. sogar geringer ist als mit dem PKW, so ist die Abgabe des Klimagases in den großen Höhen um ein Vielfaches wirksamer als an der Erdoberfläche. Wenn sich Flüge nicht vermeiden lassen, empfehle ich unbedingt wenigstens einen Ausgleich mit atmosfair. Dieser kostet z.B. für Hin- und Rückflug von Leipzig ca. 19€ für die 826kg CO2-Emission.

Wichtig: Plane bei der Ausreise viel Zeit zum Einchecken (wenigstens 2 Stunden) ein – die Schlangen an den Ausreiseschaltern sind lang und der Stempel bewegt sich eher gemächlich.

Unterkunft in Marrakesh

Da Marrakesch ein beliebtes Touristenziel ist, gibt es Unterkünfte in allen Klassen und für jedes Budget. Das können stilvolle Altstadt – Gästehäuser (Riad, was eigentlich Hofgarten bedeutet) sein, aber auch moderne Hotel – Neubauten. Marrakesch liegt fernab vom Meer und ist nicht gerade die „Badestadt“, aber viele der Hotels haben einen Pool. Wenn Du Kaffee liebst, solltest Du besser Deinen Frühstücks-Kaffee in der Altstadt trinken, die Hotels bieten i.d.R. keine wirkliche Gaumenfreude zum Start in den Tag. In Marrakesch wird eine Tourismus-Abgabe von ca. 2€ pro Nacht erhoben, achte beim Preisvergleich darauf, ob diese im Preis mit angegeben ist oder auf die Übernachtungskosten noch aufgeschlagen wird.

Hotel'Pool
Modernes Hotel mit Pool

Budget

Bei Hostels gehen die Preise pro Nacht und Bett (im Mehrbettzimmer) ab 5€ los. Das können durchaus Schlafsäle mit 10 und mehr Betten sein. Mit etwas Glück findest Du aber schon ab 10-12€ einzelne Zimmer, meistens dann mit Gemeinschaftsbad. Hostels sind reichlich vorhanden. Wenn nicht gerade außergewöhnliche events oder internationale Kongresse ungewöhnlich viele Gäste nach Marrakech locken, sollte es immer möglich sein, ein Bett zu bekommen.

– Zelten: I Ourika-Camp (ca. 12km von Djeema el Fna, Bus -Hst. Plage rouge) https://t1p.de/fne0, Fußweg: https://t1p.de/1fcc an der P2017 Richtung Süden

In manchen Ressorts in den grünen Oasen am Rande der Stadt ist Zelten auch möglich.

Mittelklasse

Schon ab 30, 40€ pro Nacht kannst Du sehr gute Zimmer bekommen. Richtig Klasse wird es um die 60€. Darunter sind oft kleine Häuser mit wenigen Zimmern, die sehr familiär geführt werden. Diese werden als Riad (Hofgarten) bezeichnet. Viele Unterkünfte haben Dachterrassen mit schönem Blick über die Altstadt, Bänken oder Sonnenliegen und zumindest ein „Tauchbecken“. Typisch sind wunderschöne Innenhöfe mit umlaufenden Arkaden-Gängen, die den Häusern Charakter verleihen. Wenn Du es mehr modern magst – auch das gibt es in der Preisklasse, wobei die Zufriedenheit der Gäste in den eher traditionellen Häusern im Schnitt deutlich höher ist.

Luxus

Wenn Du gerne viel Geld für luxuriöse Übernachtungen ausgibst, kannst Du das natürlich auch in Marrakesch. Höherpreisige Unterkünfte gibt es für 170 bis über 800€ pro Nacht und Suite. Dafür bekommst Du Frühstück auf der Dachterrasse, umfassenden Service in allen Fragen, Pool und Dampfbad und ein mehr oder weniger umfangreiches wellness-Angebot.

Gerade diese Riad bezaubern mit sehr individuellen geschmackvollen Einrichtungen, die einen Hauch von 1001 Nacht erahnen lassen. Andererseits geht es in den modernen Häusern zu wie in Luxus-Hotels anderer Metropolen dieser Welt.

La Mamounia
Luxushotel La Mamounia

Das bekannteste Luxus-Hotel Marokkos ist das Hotel Mamounia, welches von den Franzosen 1923 gebaut wurde. Zahlreiche VIP‘s dieser Welt gaben und geben sich hier die Klinke in die Hand. So soll Winston Churchill mehrere Male hier residiert haben, weil er den Blick auf den schneebedeckten Großen Atlas so beeindruckend fand.

Öffentlicher Transport – lokal und regional

Lokal gibt es Stadtbus-Linien, seit Ende 2017 sogar eine leise und abgas-freie O-Bus-Linie. Das ist die erste O-Buslinie in ganz Afrika.

Außerdem verkehrt eine Vielzahl von Taxis. Die petit Taxis (meist rot mit gelber Kennzeichnung) dürfen nur innerörtlich fahren, grand Taxis sind Sammeltaxen, die auch die letzten Winkel des Landes erschließen. Die Preise sind im Grunde festgelegt – bei den Grand Taxis nach Zahl der Mitreisenden, die Petit Taxis haben Taxameter. Trotzdem empfiehlt sich vorherige Preisvereinbarung, da die Tarif-Preise oft die steigenden Kosten der Taxifahrer nicht decken.

Überregional verkehren neben den Grand Taxis auch Busse und Bahnen. Der Bahnhof Marrakesch (2008) ist hochmodern, aber im traditionellen Stil gehalten. Von hier aus erreichst Du Safi an der Atlantik- Küste und Casablanca, von wo aus weitere Strecken z.B. über Rabat in die nördlichen Landesteile führen.

Bahnhof Marrakesch
Bahnhof Marrakech

Busse erschließen weite Teile des Umlandes und verbinden Marrakesch mit Agadir, Essaouira und Casablanca. Es gibt eine staatliche Gesellschaft sowie mehrere private Busanbieter. Alle überregionalen Busse fahren vom Gare Routiere ab, dort erhältst Du auch die Fahrscheine.

Geld – Marokkanische Dirham

Dirham
Marokkanische Dirham

Währung ist das Marokkanische Dirham (MDH). Für 1€ bekommst Du ca. 10 Dirham. Geld gibt es in den Großstädten Marokkos wie woanders auch am Bank-Automaten. Das ist mit Kreditkarten kein Problem. In Banken und großen Hotels lassen sich Reiseschecks eintauschen. Euro kannst Du in Banken und Wechselstuben umtauschen, was allerdings Gebühren kostet. Kleingeld solltest Du Dir als Trinkgeld (ab 5 MDH) extra in die Tasche stecken. Wenn Du auf‘s Land fährst, solltest Du einen ausreichenden Bar- Vorrat mitnehmen. Zur Sicherheit den größten Bargeld-Anteil in der (versteckten Innen-)Tasche aufbewahren, um für Notfälle gerüstet zu sein. Die Ausfuhr des Dirham ist verboten, versuche deshalb am Ende möglichst auf 0 zu kommen oder größere Restbeträge in einer Wechselstube zurückzutauschen.

Reisezeiten

Beste Reisezeiten sind Februar bis Mai und Oktober/ November. In diesen Zeiträumen liegen die Tagestemperaturen in etwa zwischen 20 und 30°C. Die Nachttemperaturen können aber im Februar und März sowie den Herbstmonaten im einstelligen Bereich liegen. Da die Häuser eher so gebaut sind, Tageshitze gar nicht erst rein zu lassen, empfehlen sich in den Übergangsjahreszeiten sowie vor allem im Winter wärmere Sachen für Abend- und Nachtstunden oder Unterkünfte mit Heizung.

Einreise – Formalitäten

E-Stempel Marokko
Einreise Marokko

Paßkontrolle: Für EU-Bürger ist die Einreise bis 90 Tage mit EU-Paß und Einreisestempel ohne weitere Visa-Formalitäten möglich. Wie oben bereits erwähnt – die Ein- und Ausreise kann mit längeren Wartezeiten verbunden sein. Die Paßkontrolle ist gründlich und entsprechend langsam.

Sprache und Verständigung

Verständigung: Anders als ich aufgrund der Nähe zu Spanien vermutet habe, ist Französisch weit mehr verbreitet als Spanisch oder Englisch. In Hotels erfährst Du manchmal auch deutsch- sprachige Betreuung. Menschen, die viel mit Touristen zu tun haben, können aber meist englisch. Manche sind richtig polyglott – ich habe einen jugendlichen Reisebegleiter getroffen, der neben arabisch und Berber-Dialekten auch englisch, spanisch, französisch und portugiesisch ganz gut drauf hatte.

Essen

Essen: Klassisch ist hier die Taijine zu Hause! Viele leckere Speisen werden damit im eigenen Saft zubereitet und auch so auf dem Tisch serviert. Vegetarisch speisen ist gar kein Problem, die Gemüsevarianten sind zahlreich und mit einigen speziellen Gewürzen sehr schmackhaft.

Tajine - Gericht
Gedünstetes Gemüse in der Tajine

Der typische Tee ist thé à la menthe oder latai b‘nana, dazu werden ganze Minze-Stengel im Glas oder in einer metallenen Tee-Kanne aufgebrüht. Das ist super-aromatisch – eigentlich braucht es keine anderen Getränke.

Besonders schön ist ein Abendessen auf einer der vielen Dachterrassen, von der aus Du einen Blick auf den Gebirgszug des Atlas werfen kannst. Im Abendrot leuchten die Berge besonders schön.

Wähle gut besuchte Restaurants, damit Deine Speise immer frisch ist! Leider machen viele Reisende in Marrokko Bekanntschaft mit Magen-Darm-Problemen. Aktiv-Kohle und Elektrolyte mitzunehmen ist deshalb keine schlechte Idee.

Wenn Du auf fastfood nicht verzichten kannst, findest Du allerdings auch in Marrakesch die gelbe Möve und andere westliche Ketten.

Fotografieren

Die Gaukler, Tänzer und Schlangenbeschwörer auf der Djemaa el Fna erwarten ein Trinkgeld für Fotos als Teil ihrer täglichen Einnahmen. Ansonsten solltest Du Fotos von Einheimischen aus der Nähe nur mit deren Zustimmung machen – für manche Muslime ist es schlicht unerwünscht, wenn ein „Abbild“ von Ihnen entsteht. Ehemänner können Fotos ihrer Frauen von Fremden auch als unehrenhaft ansehen.

Das Fotografieren von Militäranlagen und Staudämmen ist verboten.

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