Vielleicht reicht ja auch ein Quilt?

Vielleicht reicht ja auch ein Quilt?

Die Daunendecke für viele Zwecke

Als Backpacker versuche ich immer, mit möglichst wenig Gepäck zu reisen. Schon weil ein schwerer Rucksack träge macht – es stellt sich viel seltener das Gefühl ein, unbeschwert unterwegs zu sein. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Eines der gewichtsträchtigen Einzelstücke unterwegs ist bei vielen Reisenden ein Schlafsack. Der kann schon mal ein Kilogramm und mehr ausmachen und nimmt auch ganz schön Platz weg. Oft hast Du auch viel zu viel Schlafsack im Gepäck, weil in warmen Ländern oder im Hochsommer eine leichtere Variante ausreichen würde.

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Inhaltsübersicht

Der Quilt – Schlafsack mit Einsparungen

Und so sind vor allem die „Ultraleicht- Wanderer“ auf die Idee gekommen, einiges am Schlafsack einzusparen. Das Ergebnis nennt sich „Quilt“. Der ist fast um die Hälfte leichter als ein kompletter Schlafsack. Dazu bei Wärme noch viel angenehmer, weil man zum Kühlen einfach Arme und Beine raushängen lassen kann… aber von vorn.

Der Quilt ist eine superleichte Schlafdecke mit Daunenfüllung. Die Überlegung war: Beim Schlafsack wird die Unterseite sowieso durch den Schläfer zusammengedrückt, so daß diese isolationstechnisch fast unwirksam ist. Denn ohne die Luft zwischen den Daunen gibt es keinen Wärmeschutz. Deshalb wird ja auch für den outdoor-Schlaf eine Isomatte gebraucht. Die ist stabiler und hält dem Druck des Schläfers stand.

Wozu dann also eine Schlafsack – Unterseite? Weg damit! Ähnlich ist es mit den Kapuzen bei Mumienschlafsäcken. Ist zwar ganz schön, aber in der Größe meistens nur Ballast. – Kommt ab! Ein Reißverschluß ist zu schwer? Wozu dann?

Für warme Länder und 3 Jahreszeiten

So ist ein rudimentärer Schlafsack entstanden, der für Sommer, warme Regionen und auch für die Übergangsjahreszeiten in Mitteleuropa weitgehend ausreicht. Einfach eine Decke mit Daunenfüllung. Wenn es kälter wird, läßt sich der Fußbereich mit Kordel oder Bändern oder manchmal auch noch einem Stück Reißverschluß zu einer „Fußbox“ zusammenziehen.

Quilt Fußbox
Quilt Fußbox (rot= Isomatte)

Damit Dir das Ganze nicht immer sonstwohin rutscht, kann der Quilt mit Bändern an die Iso-Matte geklemmt werden.

Die Idee zum Quilt soll ursprünglich den Schäfern abgeguckt worden sein. Die haben in verschiedenen Kulturen spezielle Decken, mit denen sie sich am Lager zudecken konnten. Wenn sie stehend ihre Tiere hüten müssen, konnten sie die Decken auch mit Bändern um den Leib binden. Als wärmendes Röckchen oder Wickelkleid, oder umgehangen als Rückenwärmer.

Der Quilt soll ähnlich flexibel nutzbar sein. Du kannst ihn abends umlegen oder umhängen, wenn ihr zusammensitzt. Du kannst ihn im Fernbus oder im tiefgekühlten ICE der Bahn als Zudecke nehmen. Du kannst den vorgekochten Reis darin quellen lassen (aber Topf noch in einen Baumwoll-Beutel stecken oder ein Handtuch wickeln!). Der ist ein guter Begleiter, für Hüttenwanderungen oder im Hostel oder für die romantische Vollmondnacht am See…

Der Quilt bringt einige klare Vorteile für unterwegs

Der Vorteil besteht vor allem die Gewichts- und Platzersparnis. Das Gewicht liegt bei rund 500 Gramm, manche Quilt wiegen sogar noch darunter. Zusammengepreßt in einen Kompressionsbeutel, nehmen sie im Rucksack fast keinen Platz mehr weg. Nachteilig ist, daß bei kälteren Temperaturen eine Isomatte* oder eine andere Bodenisolation zwingend gebraucht wird. Obwohl – sollte selbstverständlich sein. (Wer irgendwo unvorbereitet strandet – ein paar Lagen Wellpappe sind für ein, zwei Nächte eine super Wärmedämmung!)

Empfohlen werden Quilt im Temperaturbereich zwischen 5 und 15°C. Manche Quilt gehen sogar bis 0°C. Wenn’s wärmer wird, kannst Du ihn abstrampeln (das geht beim Schlafsack meist nicht). Wird es kälter, kannst Du Dir mit einer Decke oder einem dünnen Zusatzschlafsack außen drüber helfen. Außerdem empfiehlt sich dann zum Schlafen ein Kapuzenpullover oder wenigstens eine Mütze, denn über die gut durchblutete Kopfhaut kann sehr viel Körperwärme verloren gehen.

Vor allem Hängematten – Schläfer nutzen den Quilt gern. Denn da ist das Handling einfacher als mit dem Schlafsack. Man legt sich nur rein in die Matte und deckt sich zu, ohne schwierige Einstiegsmanöver mit „gefesselten“ Beinen. Eine Isomatte in der Hängematte ist sowieso zu empfehlen. Oder – ein underquilt*. Den gibt es für Hängematten auch, der wird unter der Matte aufgespannt und „wärmt“ dann von unten.

Drei Quilt – Empfehlungen:

Sea to Summit Ember Quilt*

Ember Quilt
Sea-to-summit Ember Quilt*
RDS - Siegel

Der Ember Quilt von Sea to Summit* wird in zwei Größen (regular 183cm und large 198cm) angeboten. Demzufolge gibt es auch zwei verschiedene Gewichtsangaben: reg. 415 Gramm und lrg. 544 Gramm. Für den Komfortbereich von 10 bis 4 °C trotz dem geringen Gewicht ist eine Füllung aus RDS-zertifizierter Entendaune mit einer Bauschkraft von 750 cuin verantwortlich. Die Fußbox kann mit einem Kordelzug und vier Druckknöpfen geschlossen werden. Zur Befestigung an der Iso-Matte werden vier Elastik-Schlaufen mitgeliefert.

Therm-a-rest Corus 32*

RDS - Siegel

Mit einer fest ausgeführten Fußbox weicht der Therm-a-rest Corus 32* etwas von den flexiblen Quilt-Decken ab. Das Gewicht liegt bei 574 Gramm, die minimale Komfort-Temperatur wird mit 5°C angegeben. Die Füllung besteht aus RDS-zertifizierter wasserabweisend behandelter Daune mit einer Bauschkraft von 650 cuin. Die Innenseite des Corus 32 reflektiert dank „Therma-capture“ Körperwärme und macht den Schlaf dadurch angenehmer. Ein Kompressionssack für das kleinstmögliche Transportvolumen gehört zum Lieferumfang.

Pajak Quest Quilt*

Noch unter einem halben Kilo bleibt der Pajak Quest Quilt*. Von 9 bis 5°C reicht der Komfort- Temperaturbereich beim Gewicht von 485 Gramm. Sowohl Fußbox als auch Kragen kann mit einer Kordel zusammengezogen werden. Gefüllt sind die X-Kammern des Pajak Quest Quilt mit 750 cuin Entendaunen. In einer kleinen Innentasche kannst Du Deine Ohrringe oder andere Wertsachen verstauen. Ein Kompressionssack liegt bei.

Pflege des Quilt

Da gilt natürlich das Gleiche wie für gute Daunen – Schlafsäcke…

Ein wichtiger Hinweis – der Quilt darf nur für die Zeit des Transports fest im Kompressionsbeutel aufbewahrt werden. Zu Hause oder an Deinem Lagerplatz mußt Du ihn unbedingt schnell von diesem Druck befreien. Sonst verlieren auch die Daunen an Spannkraft und damit am Isolationsvermögen. Zu Hause am Besten auslüften lassen und dann locker in den Schrank packen – eventuell in einen alten Kopfkissenbezug.

Sinnvoll ist es, den Quilt vor dem Zubettgehen Stück für Stück gründlich aufzuschütteln. Dadurch lösen sich die Daunen voneinander und nehmen nochmal kräftig frische Luft auf. So wärmen sie am Besten.

Selten waschen! Wenn der Quilt gewaschen werden muß, dann mit einem speziellen Daunen-Waschmittel*. Zum Trocknen nie einen Trockner verwenden. Am Besten draußen im Schatten über eine Gartenbank oder über die ganze Fläche von einem Wäschetrockner legen. Nicht über die Leine hängen – die nasse Füllung zieht den Quilt nach unten und an der Leine entsteht eine Bruchkante.

Beim Einpacken in den Kompressionsbeutel stopfen, nicht falten.

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